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Traumatische, idiopathische und nach Infektionskrankheiten beobachtete Erkrankungen des Nervensystems bei den Deutschen Heeren in Kriegs gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
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Band VII.

I. Abschnitt: Entsteht"]!«-Ursachen.

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und Strapazen nach überstandenem Typbus eingewirkt,welchen die drei anderen vor Ausbruch der Infektions-krankheit nicht entgangen waren. Unmittelbar vorauf-gegangene akute Krankheiten werden von verscbiedenenSeiten als Hilfsursachen der Tabes beschuldigt. Ihrer ge-denken E. Schulze, Erb, Eosenthai, Eulenburg.Letzterer war im Stande, unter 125 Fällen die Tabes 4malim Anschlags an lleotyphus, lmal im Gefolge vonDysenterie auftreten zu sehen. Trotz eines grossen Wirkungs-kreises hatte Altbau s dagegen niemals Gelegenheit, dieseErfahrungen zu bestätigen, was ihn zu dem wohl etwas ge-wagten Ausspruch veranlasste, dass akute Infektionskrank-heiten scheinbar wenig oder garnichts mit der Tabes zuthun haben. Aus der vorliegenden Tabelle ist ersichtlich,dass die in den Fällen III, LXI und XCI anamnestisch er-wähnten akuten Krankheiten 2 bis 4 Jahre vor dem Feld-zuge 1870/71 beobachtet waren. Unter diesen Umständennoch irgendwelche Beziehungen zu der späteren Rücken-markserkrankung zu substituiren, lagen keine Anhalts-punkte vor. Einer von Hause aus schwächlichen Körper-konstitution wird ausserdem im Falle XV11I gedacht.

Den schädlichen Einfluss des übermässigen Tabak-und Alkoholgenusses führen nur wenige Autoren in derAetiologie der Tabes an; manche halten ihn für unbedeutend,manche für gar nicht vorhanden. Die Feldzugskasuistikmacht 2 mal (IV und LXIV) über einen starken Tabaks-gebrauch, lmal (LXX1I1) über Alkoholmissbrauch Angaben.Insofern beide Schädlichkeiten kachektische Zustände her-beiführen können, wird ihre prädisponirende Wirksamkeitnicht unwahrscheinlich.

Gelegentlich der Besprechung der an ein Traumasich anschliessenden Tabesfälle im IV. Kapitel') wurde be-merkt, dass diesseitiger Kenntniss nach nur E. SchulzeBeispiele dieser Art beigebracht habe. In den letztenJahren sind nun von verschiedenen Seiten Mittheilungenveröffentlicht, welche die Angaben E. Schulze's zu unter-stützen geeignet sind. Ferry fand unter 219 Fällen einTrauma 9mal wirksam; Petit erklärt nach seinen Er-fahrungen, dass direkte oder indirekte Verletzungen derWirbelsäule oder des Marks bei disponirten Personen zurTabes führen können; Althaus stimmt in Bücksicht eigenerErfahrungen dieser Ansicht bei; E. Bemak bestätigt sie.Eulenburg notirte das ätiologische Moment unter 125Fällen6 mal. Es handelte sich vorwiegend um Läsionen derWirbelsäule, in den Eulenburg'schen 6 Beobachtungenmit einer Ausnahme immer. Von den Kranken aus demFeldzuge hatten 12 (IV, XVI, XLV, XLIX, L, LI, LXII,LXXV1II, LXXX, LXXX1I, LXXXV, XCI) mechanischeVerletzungen erlitten, uneingerechnet diejenigen, welche imIV. Kapitel namhaft gemacht sind. Diese letzteren warenes aber, welche ihr Nervenleiden einzig und allein auf dieVerwundung zurückführten, nur der von v. Krafft-Ehing

Vergl. S. 75 dieses Bundes.

behandelte und später genesene Hauptmann J.hatte zu-gleich die Kriegsstrapazen erfahren und viele Durch-nässungen und Erkältungen auf Märschen und in Biwakszu bestehen gehallt". Aetiologisch ausser Betracht kommtin den 12 aufgezählten Fällen die Verletzung ihrer Gering-fügigkeit und Bedeutungslosigkeit wegen öinal. In einemFalle (IV) lag eine unbedeutende Stichverletzung und einanscheinend folgenloser Sturz mit dem Pferde vor, der Be-troffene wurde dadurch nicht einen Tag dienstunfähig, machtevielmehr den Feldzug bis zu Ende mit. Von untergeordneterBedeutung erschien auch einem zweiten Kranken (XVI) dieQuetschung des Fussrückens durch Ueberfahren eines Ge-schützes. Noch belangloser war wohl die Schussverletzung deslinken Zeigefingers in Fall XLV; sowie der Stoss gegendas Schienbein resp. der Bajonettstich in den Fussrückenin der LI. resp. LXII. Beobachtung. Es bleiben sonachnoch 7 näher zu berücksichtigende Krankengeschichten.Die XLIX. erwähnt einer Hirnerschütterung mit kurzerBesinnungslosigkeit, welche durch ein den Helm treffendesProjektil hervorgerufen war, bringt aber wohl mit Rechtdie zwei Monate später auftretenden rheumatoiden Schmerzenmit den Witterungseinflüssen und den Kriegsstrapazen inVerbindung. Im Falle L handelte es sich um eine Ver-stauchung des Fussgelenks mit langjähriger Schmerzhaftig-keit. Da die Tabes mit Sehschwäche begann und sich erstspäter lanzinirende Schmerzen in den Gliedern einstellten,wird den Einflüssen des Kriegslebens auch hier das Haupt-gewicht beizulegen sein. Eine ernstere Verwundung hatteder Kranke, über welchen unter No. LXXVI11 berichtet ist,davongetragen. Durch einen Granatsplitter gegen dierechte Kopfseite erlitt er eine schwere Commotion, laglange bewusstlos in einem Wassergraben und war späterhalbseitig gelähmt. Die ersten tabischen Symptome mani-festirten sich alsbald nach der Wundheilung. Der An-nahme, dass die Rückenmarkserkrankung die Folge einer-seits der Verletzung, andererseits der gelegentlich der-selben stattgehabten Durchnässung und Erkältung gewesensei, steht nichts im Wege. Professor Kohlschütter,welcher ein Attest zu den Invalidenlisten gegeben hat,hielt das Centralleiden im Falle LXXX durch Neuritis ascen-dens bedingt. Die Geschichtserzählung kann diese Annahmelediglich bekräftigen. An eine Schussfraktur des linkenUnterschenkels schlössen sich nach der Konsolidation kon-tinuirliche Schmerzen und Schwäche im verwundeten Gliede.Demnächst folgten bezeichnender Weise als ausgesprochenetabische Erscheinung gastralgische Anfälle. Doch wirdauch von diesem Kranken nicht unerwähnt gelassen, dasser die Nacht nach der Verwundung unbedeckt auf demSchlachtfelde verbracht hatte. Zweifelhafter ist wiederdie nun folgende Beobachtung (LXXXII). Ein Geschosswar in der Gegend der linken Brustwarze bis auf eineRippe gedrungen. Später deuteten die Klagen auf eineInterkostalneuralgie, unmittelbar übergehend in das tabischeKrankheitsbild. Aber nach einer anderen Version waren