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VII. Kapitel: Genickstarre. (Meningitis cerebrospinalis.)
Band VII.
wurde auf der Eisenbahnfahrt im Februar 1871 krank mitKopfschmerz, starkem Sehwindel, Appetitlosigkeit und I) ur oh f a 11.Aufgenommen am 13. Februar ins (i. Feldlazareth XII. Armee-korps zu Claye.
Patient delirirt. Zunge trocken, typhös belegt. StarkeGenickstarre. Schmerz die Wirbelsäule entlang. Ge-sicht geröthet. Milz vergrössert. Keine Dämpfung überden Lungen. Pupillen von mittlerer Weite und guter- Reaktion.T. 38.8, 38.2, 39.4. P. 120.
14. Februar: T. 39.4, 39.o, 39.4.
Grosse Unruhe. Klagen und Stöhnen. Puls klein. Augenstarr. Pupillen weit. Viel Husten. Starker Eiweissgehaltdes Harns, netto /j Volumen.
Tod um 4 Uhr Nachmittags.
LXIII. Beobachtung aus dem 8. Feldlazareth I. Armee-korps. März 1871. Rouen.
Soldat aufgenommen mit Klagen über Appetitlosigkeit,häufiges Frösteln, Schmerzen im Kreuz, Schlaflosigkeit, Ohren-sausen und Durchfall.
VergrösserteMilz, geringer Meteorismus, leichterIleocoecalschmerz.
Zwei Tage später Klagen über Schmerz im Hinterkopf.Der Meteorismus wich, es zeigte sich ein spärliches Roseola-exanthem, der Stuhlgang war retardirt. Dar a ufNacken-starre; Herpes labialis; hohes Fieber, Abends fast immerüber 40.o° C. Morgens selten über 39.o° C. HeftigeDelirien. Sopor, doch auf Fragen ziemlich richtig antwortend.Es trat Besserung ein. Der Kranke wurde am 23. März evakuirt.
III. Sterblichkeit und pathologisch-anatomischer Befand.Krankheitsdauer und Behandlung.
Ueber das Mortalitätsverhältniss der Cerebro-
spinaluieningitis hat Hirsch aus den verschiedenstenEpidemien eine Reihe von Zusammenstellungen gemacht,aus denen hervorgeht, dass die Sterblichkeitsgrössen jenach dem Charakter der Epidemien ausserordentlichschwankten. In Schweden, das bis zum Jahre 1867während des Jahrhunderts sechs ausgebreitetem Epidemienhatte, betrug 1847 unter 3051 Kranken die Sterblichkeit45.5 $, 1856 bei 2000 Fällen dagegen nur 2U $. Aberauch im Rahmen einer und derselben Epidemie zeigtensich örtliche Verschiedenheiten in der Mortalitätsziffer. Sohatte die erste, über 16 Provinzen ausgedehnte SchwedischeEpidemie 1841 mit der angegebenen Erkrankungszahl eineMortalität zwischen 25 und 60$. 1865 betrug in Bayerndie Durchschnittsmortalität bei 1217Fällen 29 {¡, die einzelnenKreise betheiligten sich daran aber in ungleicher Weise,die Oberpfalz zählte 390 Erkrankungen mit 77 Todes-fällen = 20.0 g Mortalität, Mittelfranken 456 Erkran-kungen mit 162 Todesfällen = 35.5 g Mortalität. Hirschberechnet aus 15 637 Krankheitsfällen mit 5754 Todteneine Durchschnittsmortalität von 37 £.
Aus diesen Zahlenverhältnissen ergiebt sich ohneWeiteres, dass bezüglich ihres Ausgangs unter den Infektions-krankheiten die Cerebrospinalmeningitis, wenn sie in epi-demischer Verbreitung auftritt, einen ungünstigen Platzeinnimmt.
Für eine grössere Anzahl sporadischer Erkrankungenunter gleichaltrigen, denselben oder ähnlichen Lebens-bedingungen unterworfenen Personen, liegen Veröffent-lichungen über Verlauf und Ausgang bis jetzt nicht vor.Es ist darum von Bedeutung, dass sich hierzu im Feldzug1870/71 eine passende Gelegenheit fand. Als Resultat
dieser Forschung lässt sich nun der Satz formuliren, dassauch prognostisch die Cerebrospinalmeningitiseine Trennung in verschiedene Formen nicht zu-lässt oder gar nothwendig macht.
Von den 124 Feldzugserkrankungen gingen 40in mehr oder weniger vollkommene Genesung, 84in Tod aus, mithin betrug die Mortalität 67. 7 {f.
Nur für die Minderzahl konnte der Todestag näherfixirt werden. Es starben
am 1. Kranklieitstage......... 3
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Eine bedeutendere Sterblichkeit wurde in grösserenEpidemien nirgends beobachtet; sie ist um so auffallender,als im Feldzuge an der Erkrankung ausschliesslich mann-