Band VII. III. Abschnitt: Nachkrankheiten u. Rezidive. — Diß'erential-Diagnose. — Sterblichkeit u. pathologisch-anatomischer Befund etc. 285
22. März: In der Nacht Irrereden. Pulswelle hoch, Arterien-rohr gespannt. Lippen und Zunge trocken, bräunlich belegt. AnOberlippe und am linken Nasenflügel Herpes. Klagen überSchmerzen in allen Körpertheilen, besonders im Nacken. GeringeSpannung der Muskeln der Arme und Beine. Pupillen eng,beiderseits gleich.
23. März: Ruhige Nacht; klares Bewusstsein; deutlicheSprache; dieselben subjektiven Beschwerden; Kontraktur derNackenmuskeln unverändert fortbestehend, so dass das Auf-richten äusserst schmerzhaft ist. Lähmung des rechten nerv.facialis, daher Unvermögen, die rechte Stirnhälfte zu runzeln,das rechte Auge und den offen stehenden rechten Mundwinkelzu schliessen. Trockene, rissige Zunge, welche gerade heraus-gestreckt wird. Anhaltende Verstopfung , freiwillige Urinent-leerung.
24. März : Klares Bewusstsein. Pupillen eng, gleich eng. KeineStörungen der Augenmuskeln. Die Kopfschmerzen werden heftiger.
30. März : In dem während der letzten Tage gleichen Zu-stande ist heute eine entschiedene Besserung zu konstatiren.P/ie Schmerzen im Nacken haben nachgelassen, der Kopf kannein wenig bewegt werden, die Muskelspannungen sind ver-schwunden.
2. April: Uneingeschränkte willkürliche Beweglichkeit desKopfes im Liegen, beim Aufrichten hält er ihn steif. Druckauf die Nackenwirbel kaum, auf die Brustwirbel gar nicht em-pfindlich. Bei freiem Sensorium zeigt sich der Kranke apathisch.Kopfschmerzen hat er nicht mehr. Die Lähmung des n. facialiswird rückgängig. Pupillen vielleicht etwas verengert. Zungeund Lippen trocken. Leib etwas eingezogen, aber nicht gespanntund nirgends schmerzhaft.
7. April: Die Apathie hat zugenommen. B. antwortetauf Fragen zögernd und einsilbig. Er lässt seit gestern denUrin unter sich. Schmerzen will er nicht haben. Die Steifig-keit in den Nackenmuskeln besteht beim Aufrichteu fort. Pat.
hat mehrmals Erbrechen gehabt. Pupillen eng und aufLichtreiz kaum reagirend.
8. April : Apathie grösser. Mitunter antwortet der Krankeauf die an ihn gerichteten Fragen gar nicht. WiederholtesErbrechen galliger Massen. Unwillkürliches Urinlassen;sonstige Lähmungserscheinungen fehlen.
10. April: Die Sprache ist leise und schwerverständlich.Nur selten erfolgt auf Fragen eine zögernde ungehörige Ant-wort, meist in einem einzigen Worte. Die engen Pupillenohne jede Reaktion. An der rechten Hornhaut ist dieEmpfindlichkeit so gering, dass durch Berührung kaumeine Lidbewegung zu Stande kommt. Die Beugemuskeln beiderArme sind seit gestern krampfhaft zusammengezogen. Das Er-brechen hat aufgehört.
14. April: Besinnlichkeit heute besser; Nackenmuskelnrigider; Empfindlichkeit der Haut gegen Berührungetwas erhöht, bei Druck auf die Muskulatur der rech-ten Unterextremität klagt Patieut über Schmerz. Ererkennt die vorgehaltenen Gegenstände; bei der Aufforderung,Finger zu zählen, erfolgt die Antwort sehr langsam und bleibtganz aus bei mehrmaligem Fragen. Leib kahnförmigeingezogen.
18. April: Seit gestern wieder leichtes Erbrechen.Pupillen beiderseits noch einmal so weit wie sonst,ohne Reaktion.
19. April: Heute sind die Pupillen wieder eng.
20. April: Obwohl der Patient jede Frage versteht, soantwortet er doch nur langsam, einsilbig und leise. Das Er-brechen dauert fort. Lähmung des Muse, rectus internussinister, daher Strabismus divergens. Macies extrema.
21. April: Nachmittags Schweiss, stärkere Benommenheit,32 Respirationen; Strabismus divergens alternans.
22. April: Tod um 5'/4 Uhr Morgens.Die Fieberkurve zeigt Zeichnung 32.
M ii r z.
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P. T. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31. 1. 2. 3. 4. 5. 0. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22.
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Krankheitstag: 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.11. 12. 13 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25 26. 27. 28. 29. 30. 31. 32. 33. 34. 35.
------------------------ Temperatur................... Puls.
Zeichnung 32.