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Traumatische, idiopathische und nach Infektionskrankheiten beobachtete Erkrankungen des Nervensystems bei den Deutschen Heeren in Kriegs gegen Frankreich 1870/71
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277
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Band VIL

IL Abschnitt: Analyse der Symptome.

277

XLVIII. Johann F., Kanonier im Brandenburgi-

scheu Festungs-Artillerie-Regiment No. 3, überstand im17. Jahre die Lungenentzündung und erkrankte am 14. Januar1871 zu Morsang plötzlich mit einem Schüttelfrost.Nach demselben hatte er grün galliges Erbrechen, lebhafteKopfschmerzen und Schmerzen in den Beinen.

Aufgenommen ins 5. Feldlazareth VI. Armeekorps am

16. Januar: Kräftiger Mann; grosse Unruhe; Gesicht ge-röthet. Klagen über Schmerzen im ganzen Kopfe. Haut feucht.Die unteren Brust- und die Lendenwirbel scheinbar sehr em-pfindlich. Keine Lähmungserscheinungen; Sensibilität in-takt; Zunge feucht, grau belegt; keine Milzschwellung.

17. Januar: Jaktation. Kopfschmerz angeblich geringer.Kann stehen, schwankt aber. Bei Bewegungen des KopfesSchmerz im Nacken. Sprache undeutlich. P. 80.

18. Januar: P. 76. Patient hallucinirt, hält den Kopf nachhinten gebogen und ist ausser Stande das Kinn der Brust zunähern. Halswirbelsäule bei Druck schmerzhaft. Stuhl undUrin unwillkürlich.

Abends P. 104. Pupillen mittelweit und auf Lichtreizreagirend.

19. Januar: Laute Delirien, grosse Unruhe. Fr antwortetauf laute Aufforderung richtig; Herpes labialis. P. 124.

20. Januar: Collapsus. Uubesinulichkeit. Lautes Stöhnen.Genickstarre. Motilität und Sensibilität anscheinendüberall erhalten. P. 140.

Nach einem um die Mittagszeit gereichten Bade von 30 e R.mit kalter Uebergiessung des Kopfes und einer subkutanenInjektion von 0.015Gramm Morph.Schlaf. Abends enge Pupillen.P. 128, tiefer Sopor. Opisthotonus.

Tod um 9 3 /-t Uhr Abends.

Sektion am 22. Januar 1871: Hyperämia cerebri. Seiten-ventrikel durch reichliches klares Serum ausgedehnt. An derBasis sowie um die Pia des Rückenmarks eine dünne SchichtEiter. Pleuritische Adhäsionen.

XL1X. Beobachtung aus dem 8. Feldlazareth I. Armee-korps. März 1871. Rouen.

Soldat zugegangen mit vollständiger Anästhesie,reagirt auf Kneipen, tiefe Nadelstiche gar nicht, kannkein Wort sprechen. Sonst keine Motilitätsstörungen.T. am ersten Abend 40.0° C. In der Nacht Delirien, Secessusinvoluntarii. Nackenstarre.

Am folgenden Tage fieberfrei, aber anästhetisch,leichtes Schielen, geringe Nackenstarre. In den nächstenTagen Abends 38.o° C, nur einmal 39.0° C. Später schwanddie Gefühllosigkeit. Die Sprache kehrte wieder.

Patient klagte nur noch in der ersten Zeit über Kopf-schmerz, bot dabei das Bild einer leichten Melancholie,war häufig verstimmt, sehr zum Weinen geneigt. Aber auchdiese Erscheinungen gingen vorüber.

März.

April.

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Temperatur...................Puls.

Zeichnung 28 b.