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VII. Kapitel: Genickstarre. (Meningitis cerebrospinalis.)
Band VII.
in den Sensibilitätsverhältnissen eine frappante Veränder-lichkeit. Ein Kranker des 8. Feldlazarette I. Armeekorps(XLIX) ging im März 1871 „mit vollständiger Anästhesiezu, reagirte auf Kneipen, tiefe Nadelstiche gar nicht". Eineallgemeine Anästhesie gehört im Verlaufe der Cerebro-spinalmeningitis zu den Ausnahmen, die Litteratur berichtetfast ausschliesslich über Fälle mit lokaler Empfindungs-losigkeit in verschiedenen Körperregionen.
XLVI. Franz Hermann IL, Soldat der 4. KompagnieKöniglich Sächsischen 5. Infanterie - Regiments No. 104,erkrankt am 22. Oktober 1870 plötzlich mit Kopfweh,Schwindel, Leibschmerz und geht in halb bewusstlosem Zustandeam 24. Oktober 1870 dem Feldlazareth zu Penchard zu.
T. 40.1. Patient sehr hinfällig, kann sich kaum auf denBeinen halten. Leib sehr hart. Milz nicht zu fühlen.
25. Oktober: Wälzt sich unruhig im Bette umher. Kopfstark nach hinten gezogen. Nackenmuskeln und Wirbel sehrschmerzhaft. T. noch sehr hoch. Lippen und Zunge borkig.Schmerzhaftigkeit in allen Gliedern. Urin wird un-freiwillig entleert. Kein Stuhl.
26. Oktober: Vollkommene Bewusstlosigkeit. Kein Stuhl.Urin träufelt fortwährend ab.
27. Oktober: Nackenstarre massig. Schmerzen bei Be-wegungen des Kopfes. Aufschreien. Kein Stuhl.
28. Oktober: Unvermögen zu schlucken. Pupillen, wiegestern und vorgestern, eng und reaktionslos. Kein Stuhl.Tod Abends 8 Uhr.
XL VII. Edmund D., Unteroffizier der 11. Kompagnie2. Hanseatischen Infanterie - Regiments No. 76, erkranktam 5. Februar 1871, ohne vorher bedeutende Beschwerden ge-habt zuhaben. Am nächsten Tage findet er im 11. FeldlazarethI. Armeekorps zu Rouen Aufnahme.
6. Februar: Seine Hauptklagen sind Kopfschmerz und einemehr drückende Empfindung längs der Wirbelsäule. Blickstarr, linke Pupille erweitert, reagirt aber. Gesicht geröthet,Zunge trocken. Kopf nach hinten gezogen, eine Härte derNackenmuskeln nicht zu konstatiren. Sonst negativer Befund.
7. Februar: P. zwischen 60 bis 70. Linke Pupille nochmehr erweitert.
8. Februar: Schmerzen längs der Wirbelsäule, geringeBenommenheit des Sensoriums. Verstopfung.
9. Februar: In der Nacht Delirien.
10. Februar: Scheinbare Besserung.
11. Februar: Grosse Theilnahmlosigkeit; keine Haut-hyperästhesie.
12. Februar: Etwas klarer; linke Pupille noch erweitert.
13. Februar: P. nicht beschleunigt.
15. Februar: Auch die rechte Pupille stark erweitert.Zunge trocken; keine Schmerzen.
16. Februar: Sensorium freier.
17. Februar: Patient kann den Kopf etwas nach vornebewegen.
19. Februar: Kopf beweglicher, Nacken schmerzhaft.
21. Februar: P. 90.
22. Februar: P. 112.
26. Februar: Patient lässt Koth und Urin unter sich. Inden nächsten Tagen bleibt das Befinden fast unverändert, eserfolgen noch häufige Secessus involuntarii. Der Kranke mussgefüttert werden. Auf Fragen antwortet er zweckentsprechendaber langsam. Die Weite der Pupillen wechselt täglich,ebenso die Pulsfreepaenz.
26.März: Puls fadenförmig, hüpfend 128. Sopor. Respirationunbehindert. Flockenlesen. Am Kreuzbein ein Dekubital-geschwur von der Grösse eines Handtellers. Paralyse derSphinkteren.
5. April: Tod in äusserster Erschöpfung.
Die Fieberkurve zeigt Zeichnung 28 a und b.
F e b r u a r.
M ä r z.
P. T. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 1. 2. 3. 4. 5. 6.
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