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Traumatische, idiopathische und nach Infektionskrankheiten beobachtete Erkrankungen des Nervensystems bei den Deutschen Heeren in Kriegs gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
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265
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Band VII.

II. Abschnitt: Analyse der Symptome.

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(¡. Juni: Strabismus weniger deutlich: bessere Pupillen-reaktion. Patient häufiger ohne Besinnung.

8. Juni: Sensorium freier. Linke Pupille schlechterreagirend als rechts. Der Kranke vermag sich wegenSchmerzes im Nacken nicht aufzurichten. Epigastrium undAbdomen eingezogen.

9. Juni: Somnolenz.

10. Juni: Starke Cyanose. Tod.

Uebersicht des Fieberverlaufs in Zeichnung 21.

Sektion: Meningitis cerebro-spinalis. Die beiden Seiten-ventrikel, besonders der rechte, zeigen sich von einer serösenFlüssigkeit, in welcher reichliche eitrige Flocken schwimmen,stark dilatirt. Aquaeduct. silvii von dem Durchmesser einesRabenfederkiels.

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Krankheitstag: 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13.

-------------- Temperatur..........Puls.

Zeichnung 21.

XXIX. Louis IL, Musketier der 8. Kompagnie (J. Thüringi-schen Infanterie - Regiments No. 95, wurde am 10. März1871 auf dem Marsche von heftigen Kopfschmerzen, Schwindel.Appetitlosigkeit und Frösteln befallen. Am 17. März kam erins 4. Feldlazareth IX. Armeekorps zu Nancy.

Fr hält den Kopf nach hinten. Die Nackenmuskelnsind kontrahirt, Druck auf die Jlalswirbelsäule erscheint sehrschmerzhaft. Puls langsam und voll.

24. März: Puls sehr klein und frequent; die linkePupille erweitert. Die rechte Cornea mit Schleim bedeckt.

Den Fieberverlauf zeigt Zeichnung 22.

25. März: Tod.

Sektion: Eitriges Exsudat auf der Konvexität des Hirns,au der Basis, der Medulla oblongata und dem Rückenmark bis zum4. Halswirbel. Ventrikel durch wasserklares Exsudat ausgedehnt.

März.

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Krankheitstag: 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15.Zeichnung 22.Sinitlts-Baricht über die Deutschen Heere 1870/71. VII. Bd.

Der Cerebrospinalmeningitis besonders eigenthümlichsind gewisse Temperaturschwankungen, welche währendeines massigen Fiebers plötzlich ohne erkennbare Ver-anlassung vor sich gehen, um sich ebenso plötzlich wiederauszugleichen. Sie werden sowohl in akuten als in chronischenFällen beobachtet, mögen dieselben glücklich oder unglück-lich verlaufen. Ein vorübergehender Kollaps kann einebedeutende Erniedrigung, ein Fortschreiten des Entzündungs-prozesses an den Gehirnhäuten, ein schnelles Ansteigen derEigenwärme im Gefolge haben. Die Aufsaugung und Rück-bildung eitriger Exsudate geht ferner bekanntlich häufigmit regellos wiederkehrenden Fieberanfällen einher. Eshat daher nichts Befremdendes, ein von Schüttelfröstelnbegleitetes Resorptionsfieber auch bei der Cerebrospinal-meiiingitis zu finden. Ein Parallelismus zwischen denFieberanfällen und den übrigen meningitischen Symptomenist dabei manchmal gar nicht, manchmal nur in unter-geordneter Weise vorhanden, aber in den meisten Fällenerwachsen mit der Exazerbatiou der Temperatur durcheine Steigerung oder in der Rekonvaleszenz gar durch eineRückkehr sämuitlicher Beschwerden neue Sorgen. Niemalskonnte man jedoch im Feldzuge während des Krankheits-verlaufes und in der Genesungsperiode typische Fröste ver-zeichnen. Immer traten sie vereinzelt oder irregulär auf.Nur in diesen Formen begegnet man ihnen in der Kasuistiksowohl unter den nachstehenden Fällen als bei S. (VII),A. (XXII), F. (XXV), F. (LI), N. (XXXIII), B. (XXXII).

XXX. H., Trainsoldat im Westfälischen Train-BataillonNo. 7, geht am 17. Februar 1871 dem 10. Feldlazareth desGardekorps zu Villiers le Bel zu.

Schmerzen im Kopf, Genick, Kreuz. Grosse Unruhe, späterApathie. Verstopfung. Am 15. und 20. KrankheitstageSchüttelfrost. Am 21. Krankheitstage Bewusstlosigkeit undNackenstarre. Pupillen weit und gering reagirend. KeineLähmungserscheinungen.

Tod am 15. März 1871. Sektion: Meningitis cerebralis.Auf das Rückenmark schien der Prozess sich nicht fortzusetzen.

XXXI. Hans G., Jäger der 2. Kompagnie Lauenburgi-scheu Jäger-Bataillons No. 9, überstand im Februar 1871einen ziemlich schweren Typhus, von welchem er am12. März geheilt zur Truppe zurückkehrte. Am 14. April 1871,an einem Tage, an welchem eine für die Jahreszeit ungewöhn-liche Hitze herrschte, bekam er auf einem UebungsmarscheUebelkeit und Erbrechen, fiel, nach Hause gebracht, ohnmächtignieder und lag bis zum nächsten Morgen resp. bis zu seinerAufnahme in das Feldlazareth zu St. Dizier ohne Besinnung.T. dem Gefühl nach wenig erhöht. P. 112. Pupillen schlechtreagirend. Mund zusammen gepresst. Nackenstarre,unfreiwilliger Stuhlgang. Auf mehrmaliges lautes Anrufen er-wacht der Kranke aus dem Sopor, antwortet vernünftig, wennauch langsam und etwas lallend, auf die vorgelegten Fragen,klagt über Schmerzen und Hitze im Kopfe, Trockenheit imMunde, viel Durst, schmerzhaftes Ziehen in den Gliedern.Sensibilität und Motilität anscheinend intakt. GeringeConjunctivitis.

16. April: Wenig Schlaf, Jaktation, Sensorium freier, Kopf-schmerz massiger, wenig Fieber, viel Durst.

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