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Traumatische, idiopathische und nach Infektionskrankheiten beobachtete Erkrankungen des Nervensystems bei den Deutschen Heeren in Kriegs gegen Frankreich 1870/71
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VII. Kapitel: Genickstarre. (Meningitis cerebrospinalis.]

Baud VIL

17. April: Mehr Klagen über Kopf- und Gliederschmerzen.18 bis 27. April: Abwechselnd ruhige und unruhige Periodenmit Zu- und Abnahme der Krankheitserscheinungen.

28. April: Schüttelfrost. Heftige Kopfschmerzen.

29. April: Chinin 0.6 Gramm in zwei Pulvern.

30. April : Bis zum Abend gutes Befinden, dann klopfenderKopfschmerz. Verstopfung.

2. Mai: Der Zustand verschlechtert sich Nachts, am Tageist er erträglich.

3. Mai: Frost und vermehrtes Krankheitsgefühl.

4. bis 10.Mai: Euphorie, so dass Patient täglich auf einigeZeit das Bett verlassen kann.

11. Mai: Von Nachmittags 1 Uhr bis Abends 8 Uhr unterheftiger werdenden Kopfschmerzen schlechtes Befinden.

12. Mai: Patient ist schwach, hat aber keine Klagen.14. Mai: Evakuirt nach Deutschland.

XXXII. August B., Grenadier im 3. Garde-Regimentz. F., wurde bei völligem Wohlbefinden am 22. Februar1871 zu Amiens von einem einstündigen heftigen Schutt el-froste befallen, an den sich intensive Kopfschmerzen und starkesensorielle Benommenheit unmittelbar anschlössen.

25. Februar: rec. ins 5. Feldlazareth IV. Armeekorps.

Kopf heiss,Gesichtgeröthet, Sensorium benommen. HäufigeZuckungen in den Extremitäten. Patient wirft sich un-ruhig hin und her, schreit laut und klagt über Schmerzen, die

März.

vom Scheitel in den Nacken ausstrahlen. Pupillen gleichmässigweit, gut reagirend. Zunge trocken, belegt, Ord.: Eisblase.Kalomel. Vesicans.

27. Februar: Die Unruhe nimmt zu. Verstopfung.

28.Februar: Pulsus irregularis. Pupillen auffallendweit und nur spurweise reagirend. Doppelsehen.

1. März: Die Pupillen reagiren wieder. Kein Doppel-sehen.

2. März: Patient klagt weniger über den Kopf als überziehende Schmerzen im Genick.

11. März: Die Schmerzen im Hinterhaupt und im Nackenkehren periodisch zurück.

18. März: Klage über Schlaflosigkeit. Bewegungen desKopfes frei, dagegen etwas Opisthotonus.

19. März: Schüttelfrost. Nackenkontraktur ausge-sprochener.

23. März: Frost. Singultus. Heftige Kopfschmerzen.

25. März: Gestern Erbrechen. Lautes Wimmern. Ab-nahme der geistigen Funktionen.

27. März: Besserung. Ruhige Nacht. Abnahme der Span-nung in den Nackenmuskeln.

Von nun ab allmälige Konvaleszenz, welche indess nochhäufiger durch plötzliche Temperatursteigerung (siehe Zeich-nung 23 a und b) mit gleichzeitigem Wiedereintritt der subjek-tiven Beschwerden, namentlich der Kopfschmerzen und derNackenkontraktur, unterbrochen wird.

April.

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Zeichnung 23 a.

XXXIII. Carl August N., Grenadier im Königlich Sächsi-schen Leib-Grenadier-Regiment No. 100, wurde im 8. Feld-lazareth XII. Armeekorps zu St. Quentin vom 2. bis 31. Maian Meningitis cerebro-spinalis behandelt.

Rec: am 4. Juni 1871 in das 1. Lazareth zu Leipzig.

Kopf frei. Appetit leidlich; seit 5 Tagen Verstopfung;Zunge rein, nicht zitternd. Patient verfällt leicht in einensomnolenten Zustand, aus welchem er durch Anreden müheloserweckt wird. Rücken sehr steif. Der Kranke kann sich nurmit fremder Hilfe aufsetzen.

5. Juni: In der Nacht Unruhe, Wimmern und Stöhnen.Abgelaufener Herpes an der Unterlippe. Leib nicht aufgetrieben,nicht empfindlich.

6. Juni: Befinden leidlich.

7. Juni: Subjektives Wohlbefinden. Ziemliche Somnolenz.Leib sehr eingesunken.

8. Juni: Hat stark gefroren und delirirt. Matter Ge-sichtsausdruck.

9. Juni: Ruhiger Schlaf. Kein Kopfschmerz.

10. Juni: Stärkerer Kopfschmerz, wieder etwas somnolent.

11. Juni: Gestern Abend nach der Suppe Erbrechen.

12. Juni: Pupillen auffallend weit.

13. Juni: Heftiger Schüttelfrost. Sehr starker Kopf-schmerz.

14. Juni: Kopfschmerz geringer.

15. Juni: Liegt indifferent und somnolent da, soll aber inder Nacht sehr unruhig gewesen sein und aufgeschrienhaben.