Band VII.
IL Abschnitt: Analyse der Symptome.
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2. Februar: Patient fängt an, besinnlicher zu werden; dierechtePupille ist weiter als die linke, die Zunge trocken,borkig, der Stuhlgang angehalten.
3. Februar: Zu diesen Erscheinungen hat sich heute eine/.ieiulich erhebliche Empfindlichkeit des kahnförmig ein-gezogenen Leibes gesellt. Schmerzhaftigkeit der Wirbelsäulenicht zu konstatiren.
4. Februar: Die ganze Haut ist hyperästhetisch.
5. Februar: Zunahme der Nackenkontraktur.
6. Februar: Keine Veränderung des Krankheitsbildes. Ge-ringe Salivation. Die Therapie besteht in einer forcirten Inunk-tionskur mit grauer Salbe (stündlich l.o Gramm) und in deminnerlichen Gebrauche von 4.o Gramm Kai. brom. pro die.
7.Februar: Die Empfindlichkeit der Haut hat sich bis zurSchmerzhaftigkeit gesteigert.
it. Februar: Völlige Bewusstlosigkeit. Starke Verenge-rung beider Pupillen. Tod um lO'/ä Uhr Vormittags.
Den Fieberverlauf zeigt Zeichnung 17. (S. 262.)
Sektion: Beträchtliche Blutüberfüllung aller Blutgefässeder Dura mater.
Auf beiden Schläfenlappen, der Basis und namentlichdem Pons und dem Kleinhirn dicke eitrige Auflagerungen. DieVentrikel durch blutig seröse Flüssigkeit ausgedehnt. Medullaund Rückenmark mit eitrigem Belage.
Ebenso oft, wenn nicht noch öfter, als eine agonaleHyperpyrexie, konnte man ein agonales Sinken derEigenwärme unter die Norm nachweisen. In demFalle F. (XXV) ist es zweifellos, dass die subnormaleTemperatur von 35.o° C. ganz dicht vor dem Tode ermitteltwurde. Mit etwas Einschränkung gilt die gleiche Annahmeauch von M. (XXVI) und P. (XXVII). Dagegen wärees denkbar, dass bei fortgesetzter Kontrole die Kurvebei L. (XXVIII) und H. (XXIX) vor Eintritt des Todesaufs Neue eine ähnliche Erhebung erfahren hätte, wiein dem schon beschriebenen Falle H. (XX), in welchemnach dem Abfallen des Thermometers auf 34.2° C. amTodestage ein Wiederansteigen auf 37.6° C. erfolgte. Eintieferes Sinken der Eigenwärme als auf 34.2° C. wurdewährend des Krieges im Verlaufe einer Meningitis cerebro-spinalis nicht notirt. Der Abfall der Temperatur war beiH. (XX) und M. (XXVI) ein so plötzlicher und bedeu-tender, wie er sonst nur bei Krankheitsentscheidungendurch Krisis vorzukommen pflegt, ohne dass man darumberechtigt wäre, hier von einer Krisis zu sprechen; beiF. (XX V") und P. (XXVII) kam er in zwei rasch undunmittelbar auf einander folgenden Absätzen zu Stande,bei L. (XXVIII) und H. (XXIX) ging er im Zeitraummehrerer Tage nach Analogie einer Krankheitslysis allmäligvon statten.
Ein Signum pessimum war unter allen Um-ständen im Kriege ein plötzliches beziehungsweisesehr schnelles und zugleich abnorm tiefes Sinkender Temperatur.
XXV. Karl Gottlieb F., Soldat der 7. Kompagnie3. (Königl. Sächsischen) Infanterie-Regiments No. 102, wurdeangeblich am 5. oder 6. Januar 1871 zu Livry krank, indemsich heftige Kopf- und Kreuzschmerzen einstellten.
Aufgenommen am 17. Januar in das 6. FeldlazarethXII. Armeekorps zu Claye. Nackenstarre; Gesicht geröthet;Puls klein, Zunge typhös belegt; Lippen trocken, fuliginös.Pupillen von gleicher Weite. Patient ist somnolent und delirirtviel. Schmerzhaftigkeit bei Druck auf die Muskulatur.Unterleib aufgetrieben, sehr schmerzhaft. Herztöne rein. VielHusten und häufiges Erbrechen. Ueber den Lungen Rassel-geräusche; Nasenbluten.
22. Januar: Schmerzhaftigkeit bei Druck auf die Rücken-wirbel. Hyperästhesie unverändert. Pupillen massig eng.
23. Januar: Grosse Unruhe. Angeblich nur geringe Kopf-und Halsschmerzen. Pupillen wieder weiter und gut reagirend.
24. Januar: Morgens starker Schüttelfrost. Cyanoseder Lippen, des Zahnfleisches. Grosse Athemnoth. Perkussionder Lungen ohne Abnormität. Milz deutlich vergrössert.
25. Januar: Puls sehr klein, kaum fühlbar. Delirien. ILL. U.massige Dämpfung, Rasseln.
26. Januar: Frost. Nackenstarre geringer.
27. Januar: Trachealrasseln, Cyanose, Secessus inseii.
28. Januar: Puls nicht fühlbar. Blutiges Sputum, keinTrachealrasseln. R. 48.
29. Januar: Schüttelfrost. Lautes Stöhnen und Klagen.Nackenstarre. R. 60.
30. Januar: Vormittags 9 Uhr Exitus lethalis.Der Fieberverlauf erhellt aus Zeichnung 18.
Januar.
21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 3(PM. A. M. A. M.A. MA. MA. M A. M. A. M. A. M. A. M. A.
41.040.039.038.037.036.035.0
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Krankheitstag: 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24.Zeichnung 18.
XXVI. Friedrich August M., Soldat der 10. Kompagnie6. (Königl. Sächsischen) Infanterie - Regiments No. 105, er-krankte augeblich in.Folge von Erkältung am 23. Januar1871 mit Frösteln, Kopfschmerz, Schwindel und mehrmaligemErbrechen.
Rec. am 26. Januar ins 6. Feldlazareth XII. Armeekorpszu Claye. Etwas Nackenstarre. Frischer Herpes auf Naseund Ohr, älterer im Eintrocknen begriffener an der Nase. Zungeweiss belegt. Schmerzhaftigkeit geringen Grades beiDruck auf die Muskulatur. Das Aufrichten ist ziemlicherschwert.
29. Januar: Pupillen etwas eng. Herpes labialis. Sehrstarkes Kollern und Ileocoecalgurren. Milz etwas vergrössert.