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Traumatische, idiopathische und nach Infektionskrankheiten beobachtete Erkrankungen des Nervensystems bei den Deutschen Heeren in Kriegs gegen Frankreich 1870/71
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VII. Kapitel: Genickstarre. (Meningitis cerebrospinalis.)

Band VII.

Plötzliche und hohe Temperatursteigerungen, wiein dem vorstehenden Beispiele, werden als terminale Er-hebungen, wohl unzweifelhaft abhängig von einer ein-tretenden Lähmung der wärmeregulirenden Centren, beider Cerebrospinalmeningitis nicht selten wahrgenommen.Hierzu bot auch der Peldzug wiederholt Gelegenheit. BeiZ. (LVI) stieg das Thermometer vor dem Tode auf40.4° C, bei S. (111) auf 41.4°; noch höher bei L.(XXIV), da es 41.«° C. erreichte. Innerhalb 24 Stundenhatte es bei B. (XXI 11) einen Sprung von 37.f, ° auf40.o° C. gemacht. Hier wurde leider, wie so häufig, ver-absäumt, die Messungen bis auf den Todestag fortzusetzen.Ueber die Todesstunde hinaus scheinen thermometrischeBeobachtungen während des Krieges nirgends angestellt zusein. Es mag aber darauf hingewiesen werden, dass derpostmortalen Temperatursteigerung bei Cerebro-spinalmeningitis in der Litteratur häufiger gedacht wird.

XX11I. Moritz 13., Grenadier der 12. Kompagnie König-lich Sächsischen Leib - Grenadier - Regiments No. 100. Auf-genommen am 10. Januar 1871 Abends 6 Uhr ins 10. Feld-lazareth XII. Armeekorps. Patient hat seit mehreren Tagenüber rheumatische Schmerzen geklagt. In der Nachtvom 9. zum 10. Januar rückte er bei einer Alarmirung mit

Januar.

P. T.

10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17.M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A.

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Krankheitstag: 2.

3. 4. 5. 6. 7.

Temperatur.......... Puls.

Zeichnuni; 16.

aus. Nach seiner Rückkehr klagte er über heftige Schmerzenin der Herzgegend. Am Nachmittage wurde er bewusstlos undfing an zu deliriren.

Pupillen sehr klein, von normaler Reaktion. Der Krankespricht vor sich hin, antwortet auf Fragen gar nicht oder falsch.L. V. Dämpfung von der 2. Rippe bis zum unteren Rande der

5., von der Papille bis zur Mitte des Brustbeins. Auskultationnichts Abnormes.

11. Januar: Sedes involuntariau.

12. Januar: Sensorium immer noch benommen, Delirien.

13. Januar: Rechte Pupille weiter als die linke, daslinke obere Augenlid wird nicht ganz herunter ge-bracht. Patient bewegt besonders die rechte Hälftedes Mundes; der linke Arm bei Bewegungen, welcheaktiv nicht so ausgiebig als rechts sind, schmerzhaft.Metakarpo - Phalangealgelenk des Daumens derrechten Hand geschwollen und geröthet.

16. Januar: Die einseitige Bewegung des Mundes beimSprechen nicht mehr zu bemerken, Schmerzhaftigkeit des linkenArms nicht mehr vorhanden.

17. Januar: In der Nacht werden die Athembewegungenplötzlich sehr beschleunigt und oberflächlich. P. sehr frequent.

Tod um 6 Uhr Vormittags.

Die Temperaturkurve siehe in Zeichnung 16.

Sektion: Auf der Konvexität und an der Basis des grossenund kleinen Gehirns zwischen den Gyris gelbes, zähes Exsudat,besonders im Verlauf der Gefässe und Nerven. Graue undweisse Substanz hyperämisch. Im linken Ventrikel eitrigeFlocken. Herz, Leber, Nieren vergrössert. Ihre Substanz vongelblicher Farbe.

XXIV. Bernhard L., Musketier im 1. HanseatischenInfanterie-Regiment No. 75, wurde am 31. Januar 1871 voll-

Februar.

4. 5. 6. 7. 8. 9.

P. T. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A.

160 43.0

150 42.0

140 41.0

130 40.0

120 39.0

110 38.0

100 37.0

90 36.0

80 35.0

70 34.0

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-------------- Temperatur..........Puls.

Zeichnung 17.

kommen bewusstlos in das 11. Feldlazareth I. Armeekorpszu Rouen gebracht. Anamnestisch war nichts in Erfahrung zubringen. Ohne ein Wort zu sprechen, schlug der Kranke mitArmen und Beinen um sich. Der Kopf war ein wenig nachhinten in den Nacken gezogen.