Band VII.
II. Abschnitt: Analyse der Symjitome.
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I
gtadien der glücklich verlaufenden Fälle am höchsten war,wird ohne Weiteres aus der Beobachtung der beigefügtenKurven klar. Ein hohes Initialfieber gab aber für dieGravität der Erkrankung keinen bestimmten Ausschlag.Dies beweist beispielsweise die Krankengeschichte vonG. (XI), S. (VII) und P. (VIII). Andererseits kames, wie bei L. (XXIV), L. (XXVIII) vor, dass dieallerschwersten Fälle im ersten Zeitraum nur mit massighohen Wärmesteigerungen einhergingen. Im weiteren Ver-lauf nahm das Fieber zuweilen einen unregelmässigremittirenden Typus an, wobei die Exazerbationen unddie Remissionen nicht immer auf dieselben Tageszeitenfielen. Auch das ist ohne wesentlichen Belang für denKrankheitsverlauf geblieben. Ja, selbst tagelanges Freiseinvon Fieber gestattete für sich allein keine günstige Prognose.Schwere rneningitische Erscheinungen bestanden in derfieberlosen Periode so lange fort, bis eines Tages ohneauffindbare Veranlassung die Temperatur von Neuem stieg.Solche lieberfreien Intervalle mit nachfolgenden Exazer-bationen beobachtete man oft mehrere abwechselnd hinter-einander. In dem nachstehenden Falle bestand zunächst4 Tage lang ein unbedeutendes Fieber; dann kam ein5tägiger fieberfreier Zeitraum ohne Nachlass der Hirn-symptome, daran schloss sich von Neuem eine massigePebris continua von 4tägiger Dauer, der wiederum einePeriode von 3 fieberlosen Tagen folgte; jetzt erst begannein rapides Ansteigen der Temperatur bis auf 40 ° C. Wielange dies Höhestadium anhielt, ist nicht festzustellen, daweiterhin die Messungen in den Journalblättern nicht notirtwurden. Aus der Angabe des Krankenjournals vom 23. Märzist aber zu folgern, dass nochmals ein fieberfreier Abschnitt,
diesmal unter Nachlass des grössten Theils auch der übrigenErscheinungen, von Frischem die Hoffnung auf Genesungin Aussicht stellte. Ein nachfolgender Schüttelfrost mitWiedereintritt der cerebralen Symptome, darauf ein gleich-massig hohes Fieber, und der Kranke erlag der Krankheit.
XXII. Hieronymus A., Musketier im 4. BadischenInfanterie-Regiment No. 112, geht am 22. Februar 1871 dem8. Feldlazarett II. Armeekorps zu. Er hat Diarrhöe und klagtüber Schmerzen im Rücken, welche bei Bauchlage sich er-mässigen. Herpes labialis.
26. Februar: Heftiger Stirnschmerz und Schmerzen inder Magengegend.
I. März: Strabismus convergens.
5.März: Stirn und Nackenschmerz bedeutend. Erbrechen.
ö. März : Liegt fast beständig auf dem Gesichte.
12.März: Schmerzen geringer, aber perpetuirlich. Appetit-losigkeit.
Der Fieberverlauf wird durch Zeichnung 15 demonstrirt.
15. März: Starke Schmerzen im Hinterkopf, kann mit demNacken keine Bewegungen ausführen. Strabismus con-vergens. Pupillen weit, ohne Reaktion. Häufiges Er-brechen. Keine Lähmungserscheinungen.
20. März: In den letzten Tagen unveränderter Zustand.Heute Erleichterung, kann den Nacken bewegen. Pupillenwenig reagirend. Strabismus fortbestehend.
23. März: Entschiedene Besserung. Nur noch wenigSchmerz. Alle Symptome bis auf den Strabismus ver-schwunden.
5. April: Nachmittags Schüttelfrost. Schmerzenim Nacken und Kreuz.
9. April: Verstärkter Kopf- und Nackenschmerz. Ein-maliges Erbrechen. Hohes Fieber. Verstopfung.
10. April: Sensorium benommen. Puls sehr schnell undklein. Abdomen eingezogen.
II. April: In der Nacht starke Dyspnoe. Lungenödem.Tod um 10 Uhr Morgens.
Februar.
März.
24. 25. 2(5. 27. 28. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. !). 10. 11. 12. 13. 14.
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Zeichnung 15.