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Vil. Kapitel: Genickstarre. (Meningitis cerebrospinalis.)
Band VIT.
Stuhlgang dünn, jedoch nicht häufig. Der Kranke, welcher sichmit etwas Schwierigkeit und etwas langsamer Bewegung derZunge, aber sonst klar über seinen Zustand ausspricht, liegtmeistens mit starren, auf einen Punkt gerichteten Augen da.Es besteht kein Fieber, die rechte Nackengegend ist auf Druckschmerzhaft, ebenso bei Bewegungen. Pupillen etwas wenigerbeweglich. Die Sensibilität in den unteren Extremitäten biszum Knie herauf scheint aufgehoben zu sein, jedoch kann mansich auf die Angaben des Mannes mit Sicherheit nicht verlassen.Auch in den Händen scheint die Sensibilität herabgesetzt, ebensoist die Muskelenergie in den oberen Extremitäten sehr gering.Respiration normal. Die unteren Brustwirbel und die Lenden-wirbel sind auf Druck etwas empfindlich, desgleichen die Nieren-gegend. Das Gehör hat abgenommen. Z. klagt über Ohrensausen.Kein Ohrenfluss. Herztöne rein, Milz nicht vergrössert. KeineRoseola. Zunge feucht; nur wenig belegt. Dünnbreiige bräun-lich gefärbte Darmentleerungen.
11. April: In den Tagen des Lazarethaufenthalts Schüttel-fröste in tertianem Typus. Schwäche beim Schliessen desrechten Auges.
15. April: Die Frostanfälle nebst den Temperatur-steigerungen sind nach Chiningebrauch bisher nichtwieder gekommen. Die Sensibilität in den Unterextremitätentritt wieder stärker hervor. Haut mit leichtem Schweiss bedeckt.Neue Lähmungserscheinungen sind weiter nicht aufgetreten.Das Benehmen des Patienten ist immer noch ein gleichgültiges.Schmerzen in der rechten Kopfhälfte.
22. April: Rechtsseitiger Kopfschmerz noch schwach vor-handen. Reaktion der Pupillen normal. Die Muskelaktion inden oberen Extremitäten ist kräftiger, die Sensibilität in denunteren wieder hergestellt, das ganze Wesen lebendiger. Zu-weilen spontane Schmerzen in den Beinen.
5. Mai : Vollkommene Rekonvaleszenz.
Die Fieberkurve verlief folgendermaassen :
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A. M. A. M. A. H. A. U. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. 51. A. M A. JI. A. 51. A M A.
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Krankheitstag: 4.
6.
10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25.Zeichnung 14.
Gegen die Annahme, dass Z. an Intermittens ge-litten hat, dürfte wohl ein ernstlicher Widerspruch nichtzu erheben sein. Die Fiebererscheinungen nahmen in demganzen Krankheitsbilde eine dominireude Stellung ein.Musste schon die regelmässige Wiederkehr der Frostanfallean eine Malariainfektion erinnern, so spricht noch besondersder Erfolg der Therapie zu Gunsten einer Intermittens.Die übrigen im Nervensystem sich abspielenden Erschei-nungen boten im Kriege nichts Auffallendes, sie gehörenin das Gebiet der Defatigatio, über welches bei den ner-vösen Nachkrankheiten des Abdominaltyphus das Näheremitgetheilt ist. 1 )
Fast ebenso oft, nämlich in 18 Fällen, debutirte dieCerebrospinalmeningitis im Kriege mit intensiven Kopf-schmerzen, welchen mehrmals ein kurzes aber heftigesSchwindelgefühl vorhergegangen war. Häutiger trat diesmit den Kopfschmerzen zugleich auf oder folgte ihnen baldund steigerte sich bis zur Ohnmacht. Es gesellten sich
') Vergl. S. 168 und 169 dieses Bandes.
hierzu Funkensehen, Brausen in den Ohren, Schmerzenim Kreuz. Als den vorherrschenden Sitz des Kopfschmerzesbezeichneten einzelne Kranke die Stirn- und Schläfengegend,andere das Hinterhaupt. Der Schmerz war in zwei Fällenvon solcher Intensität, dass die Kranken aus dem Bettesprangen und in einen Zustand der Raserei verfielen, inwelchem sie wild um sich schlugen und Alles, was ihnenin die Hände fiel, zu zertrümmern versuchten.
Nächstdem war es am häufigsten ein Anfall vonBewusstlosigkeit, mit welchem die Cerebrospinalmenin-gitis in den ausführlicher beschriebenen 50 Feldzugsfällenbegann. Man begegnet ihm 9 mal. Gemeinhin trat dieBewusstlosigkeit ohne Vorboten unversehens undplötzlich auf. Einmal war ein Krankheitsgefühl ganzunbestimmter Art und ein anderes Mal ein mehrtägigerKopfschmerz massigen Grades voraufgegangen. Wie inden beiden, bei der hyperakuten Form näher beschriebenenFällen M. (I) und S. (Ill), so blieb das Koma noch inzwei anderen Fällen während des ganzen Krankheitsver-laufs fortbestehen. Kehrte, wie bei den sechs übrigen