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Vit. Kapitel: Genickstarre. (Meningitis cerebrospinalis.)
Band VII.
im Nacken nicht zu beugen. Zunge gelbbraun, trocken. Kon-junktiven leicht geröthet.
17. April: Ruhige Nacht. Die Kontraktur der Nacken-muskeln hat etwas nachgelassen. Die Kopfschmerzen, welchegestern so heftig waren, dass der Kranke laut jammerte, habensich vollständig gelegt. Bewusstsein klar.
18. April: In der Nacht Erbrechen. Fortbestehende
Nackenkontraktur. Wieder Klagen über Stirn- und Hinter-hauptsschmerzen.
21. April: Kein Kopfweh. Nachlass der Nackenstarre.
24. April: Allgemeinbefinden besser.
27. April: Die Krankheitserscheinungen sind sämmtlichgeschwunden. Patient ist Rekonvaleszent.
Der Temperaturverlauf ist in Zeichnung 13 dargestellt.
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15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29.M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A.
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Krankheitstag: 3. 4. 5. 6.
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- Temperatur..................Puls.
Zeichnung 13.
Wie nach dem Prodromalstadium ein brüsker Beginnder Krankheit die Regel war, so trugen auch in den Fällenohne jede Vorboten die Initialsymptome meist einensehr stürmischen Charakter. Die vorhandenen 66 Kran-kengeschichten gedenken ihrer 50mal. Ein starkerSchüttelfrost, ein rapider bis zur Unerträglichkeit anwach-sender Kopfschmerz, eine plötzliche Genicksteifigkeit, wildeDelirien oder ein Anfall von Bewusstlosigkeit, aus welchemdie Betreffenden bald gar nicht, bald mit wüthendenSchmerzen im Schädel erwachten, eröffneten die Scene. *
Am häufigsten war es ein heftiger Schüttelfrostvon wechselnder Dauer, welcher den rüstigen, von jedemKrankheitsgefühl freien Mann inmitten seiner Thätigkeitüberfiel. Man findet ihn 20 mal notirt. Mit diesem einenFi'ost hatte es gewöhnlich sein Bewenden, ganz ausnahms-weise folgten dem ersten noch mehrere andere, durch un-regelmässige Zwischenräume von einander getrennte Frost-anfälle.
Man hat die Meinung ausgesprochen, dass es vielleichtin allen Fällen gelingen würde, ein Vorläuferstadium fest-zustellen, wenn der Kranke immer so kontrolirfähig wäre,wie es der Soldat ist. Es zeigt sich aber aus der Feldzugs-kasuistik, dass dem nicht so ist; vielmehr bestätigt sie, dassdie Angaben der früheren Autoren über den blitzartigenEintritt der Meningitis auf sorgfältigen Beobachtungenberuhen.
Dass die Krankheit durch einzelne in unregelmässigenIntervallen wiederkehrende Schüttelfröste zu Ver-wechselungen mit Intermittens Veranlassung gab, ereignetesich zweimal. In beiden Fällen entstand der diagnostischeIrrthnm während einer längeren Revierbehandlung, in wel-cher exaktere Fieberbestimmungen nicht vorgenommenwerden konnten. Sobald im Lazareth durch gründlicheMessungen die intervalläre Fortdauer des Fiebers konstatirtwurde, ergab sich der Irrthum von selbst. Dem Verfasserist nicht bekannt, dass ausserhalb einer Epidemie ein Fallvon Cerebrospinalmeningitis veröffentlicht wurde, welcherin seinen Anfangsstadien durch typische Frostanfalleeine Intermittens vortäuschte. Um so bemerkenswerther er-scheinen die beiden sporadischen Krankheitsfälle aus demFeldzuge, von welchen wenigstens der eine so ausführlichgeschildert ist, dass seine Wiedergabe von Interesse erscheint.
XII. Nikolaus IL, Gefreiter im Schleswig-Holsteini-schen Füsilier-Regiment No. 86, hatte, bei Klagen über Kopf-und Kreuzschmerzen, von Mitte Miirz 1871 ab Frostanfällein tertianem Typus, welche einer gründlichen undlangen Chininbehandlung nicht wichen. In der fieber-freieaZeit fühlte er sich angeblich wohl, magerte aber zusehendsab. Am 16. April 1871 ging er dem 9. Feldlazareth IV. Armee-korps zu Pontoise zu.
In der Nacht vom 16. zum 17. April trat hier der ersteSchüttelfrost ein. Das Kältestadium war sehr kurz, der