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Traumatische, idiopathische und nach Infektionskrankheiten beobachtete Erkrankungen des Nervensystems bei den Deutschen Heeren in Kriegs gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
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255
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Band VIL

I. Abschnitt: Verbreitung und Aetiologie. Formen der Erkrankung und Krankheitsverlauf.

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1. April: Kontraktur verschwunden. Druck auf die obernDornfortsätze immer noch schmerzhaft.

In der Rekonvaleszenz trat eine ziemlich bedeutendeBlutung in die Adduktoren des linken Oberschenkelsauf. Gleichzeitig erschienen an Ober- und Unterschenkel beider-seitig zahlreiche Petechien.

Am 24. Mai 1871 zeigten sich als Reste dieser Blutungengelblich grüne resp. schwarzrothe Stellen an der Innen- undHinterseite des Oberschenkels. Zugleich bestand Pareseuud Atrophie des ganzen Beines, am Oberschenkel um 4, amUnterschenkel um 2'/<icm.

F. war am 9. Dezember 1872 wieder gesund und feld-dienstfähig.

März

April.

P. T.

17- 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8.

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4

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Krankheitetag: 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29.

------------------------ Temperatur...................Puls.

Zeichnung 12.

Ebenso turbulent als in diesen drei Fällen begann dieKrankheit selbst auch in fünf durch ein Prodromalstadiumeingeleiteten andern. Nur viermal konnte von einem all-mäligen Uebergang gesprochen werden und hier war,wie nicht anders zu erwarten, eine ganze Zeit lang dieDiagnose schwankend. Es bestätigte sich übrigens nicht,dass die langsame Krankheitsentwickelung die Prognosegünstig umgestaltet hätte. Trotz des protrahirten Krank-heitsverlaufs starben alle vier Patienten. Ihre Kranken-geschichten mit Ausnahme der von W. (XL) und M.(XL1) folgen hier:

IX. Friedrich B., Gefreiter der Trainkolonne des X. Armee-korps, fing an, im Anfang April 1871 über allgemeineMattigkeit, Ziehen in den Gliedern, Rückenschmerzenzu klagen und trat deswegen in Revierbehandlung. Sein Zu-stand besserte sich nicht, die Beschwerden blieben dieselben,wechselten nur periodisch in ihrer Intensität. Zu ihnen geselltensich Kopfschmerzen, die an Heftigkeit zunahmen. Am 12. Aprilwaren dieselben so stark, dass die Lazarethaufnahme des Krankenerfolgen musste. Es stellte sich Erbrechen ein. Der Pulsging auf 48 Schläge herab. Die Pupillen verengerten sichund verloren ihre Reaktionsfähigkeit. Temperaturerhöhungbestand nicht. Schon am 13. April war Patient komatös,der Puls sehr frequent; die Pupillen erweiterten sichad maximum. Tags darauf starb B. Die Sektion bestätigtedie Diagnose Cerebrospinalmeningitis.

X. Ein Mann mit erfrorenen Zehen klagte im AnfangMärz 1871 über Kopf- und Nackenschmerz, Frösteln,Aufstossen, hatte zeitweilig Erbrechen, schmerzhaftesUriniren und Kneifen im Unterleib. Er befand sich im Kriegs-lazareth Strassburg. Genickstarre war nicht zu kon-statiren. Die Anzahl der Pulse betrug durchschnittlich 74in der Minute, die Eigenwärme war normal. Patient nahmdauernd die Rückenlage ein; sein Sensorium war frei, derAppetit gut. Die Kopfschmerzen verliessen ihn aber nicht. Am14. Krankheitstage wurde der Kranke unbesinnlich, Hess denStuhl unter sich, fing an zu deliriren. Die Pupillen er-schienen reaktionslos. Patient griff immerfort mit denHänden nach dem Hinterkopfe und starb 4 Stunden nach Beginndes Komas.

Sektion: Ventrikel vergrössert und mit gelblich klarerFlüssigkeit gefüllt. Pons weich, matsch, mit Eiter bedeckt,ebenso Medulla und die Pia des Rückenmarkes bis zum erstenBrustwirbel.

XI. Gerbard G., Grenadier der 5. Kompagnie 4. Garde-Regiments z. F., bekam in der Nacht vom 12. zum 13. April 1871plötzlich einen Schüttelfrost, welcher sich bis zu seiner2 Tage später erfolgten Aufnahme in das 10. Feldlazareth desGardekorps in regellosen Intervallen mehrmals wiederholte.Steifheit im Nacken und Stirnkopfschmerzen traten amAbend des 2. Krankheitstages auf.

15. April: Kein Exanthem, kein Milztumor. Leib weich,nicht gespannt, nicht schmerzhaft. Verstopfung. Opisthotonusmassigen Grades. Patient vermag den Kopf wegen Schmerzen