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VII. Kapitel: Genickstarre. (Meningitis cerebrospinalis.'
Band VII.
12. Mai: Sensoriuni frei. P. 0'2, T. erhöht, Haut trocken.Starke Kopfschmerzen und fortbestehende Nackenkontraktur.Pupillen eng. Bad mit Uebergiessung.
15. Mai: Fieberfrei. Bewegungen des Halses und Kopfesunbehindert. Unempfindliche Wirbelsäule, Schlafsucht; massigerAppetit.
18. Mai: Klagen über Schmerzen im rechten Überschenkel.
2. Juni: Patient hat an Körperkraft zugenommen, kannaber noch nicht ausser Bett sein. Die Schmerzen im Ober-schenkel sind noch vorhanden, jedoch gering.
6. Juli: geheilt entlassen.
VII. Friedrich August S., Gefreiter im Garde-Feld - Artillerie - Regiment, erkrankte am 25. März 1871 zuVilliers le Bel angeblieh nach einer Erkältung mit einemSchüttelfrost und heftigen von dem Hinterkopf nach der Stirnausstrahlenden Schmerzen. Bei seiner am 29. März erfolgtenAufnahme in dem Feldlazarett] No. 10 des Gardekorps gab eran, schon vor mehreren Wochen in Gonesse eine Zeitlang an Abgeschlagenheit der Glieder und Schmerzenin den Beinen fieberlos krank gewesen zu sein undhabe erst seit 8 Tagen wieder versucht, Dienst zu thun.
Druck auf die Halswirbel empfindlich. Bewusstsein voll-kommen klar; Neigung zum Schlaf; Lippen trocken; Zungegrauweiss belegt. Keine Roseola; kein Lungenkatarrh; keinDurchfall; Milzdämpfung scheinbar vergrössert.
30. März: Ziemlich ruhiger Schlaf; öfteres Erbrechen.Klagen über Schmerzen und Steifheit im Nacken. Leib ein-gezogen aber nicht gespannt. Kein Exanthem.
März.
1. April: Erbrechen nicht mehr vorhanden. Patient hatSchmerzen im Kreuz und in den Beinen, ebenso im Kopfe,namentlich bei Bewegungen.
3. April: Nach dem Gebrauche von Chloralhydrat mitMorphium haben die Beschwerden nachgelassen. Retardatiofaecium.
•4. April: Heute klagt der Kranke über Schmerzen beimUrinlassen und über längeres Pressen. Der Urin ist frei vonEiweiss, enthält wenig Chloride und eine Spur von Gallenfarb-stoffen.
5. April: Pupillen etwas verengt und auf Lichtreiz wenigreagirend. Nackenstarre.
7. April : Patient schläft viel und delirirt leicht.
8. April: Er verzieht bei Druck auf die Muskeln derArme und Beine schmerzhaft das Gesicht, stöhnt häufig undliegt in leicht komatösem Zustande regungslos da.
9. April: Aus dem Schlafe aufgeweckt wimmert der Kranke.Trotz wiederholter Gaben grösserer Ricinusmengen kein Stuhl,daher Essigklystiere. Diese mit Erfolg.
15.- April: In den letzten Tagen zunehmende Besserung.Die Schmerzen haben sich fast ganz verloren, der Gesichtsaus-druck ist ein freier. Regelmässige Darmfunktion.
17. April: Gestern Abend ohne jede erkennbare äussereVeranlassung hohe Temperatur und Klage über lebhafteSchmerzen in den Beinen, besonders in den Knieen.
Von nun ab dauerndes Wohlbefinden. Zeichnung 11 giebtein Bild des Fieberverlaufs.
April.
29. 30. 81. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22.
P. T. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A. M. A.
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Krankheitstag: 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29.
------------------------ Temperatur................... Puls.
Zeichnung 11.
VIII. F., einjährig - freiwilliger Füsilier im 3. Garde-Regiment z. F., erkrankte am 10. März 1871 zu St. Denis mitSchmerzen in den Beinen, welche ihn am Marschirenhinderten. Als er am Abend des Tages auf Wache stand, befielihn ein Schüttelfrost. Während der folgenden Tage bezogensich seine Klagen hauptsächlich auf Kopf- und Gliederschmerzenund Appetitlosigkeit. Der Stuhlgang war zuerst dünn, dannregelmässig nach Form und Zeit. Im Feldlazareth No. X desGardekorps zu Villiers le Bel fand man am 7. Krankheitstage:Zunge belegt, feucht, zitternd; Ileocoecalgurren; anscheinendvergrösserte Milz; kein Exanthem. Schwindel beim Aufrichten
unter Zunahme der fortbestehenden Kopfschmerzen. Wie dieFieberkurve sich gestaltete, zeigt Zeichnung 12. (S. 255.)
20. März: Leichte Delirien.
21. März: Kontraktur der Nackenmuskeln. Occiputbei Berührung schmerzhaft. Schmerzen bei Kopf be weguugen.Druck auf die processus spinosi der Halswirbel sehr empfindlich;blande Delirien.
25. März: Kopf nach hinten und rechts gezogen.28. März: Abnahme der Nackenkontraktur. Der Krankeist Nachts noch unruhig.