Band VIL
I. Abschnitt: Verbreitung und Aetiologie. — Formen der Erkrankung und Krankheitsverlauf.
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en peu d'heures, sans qu'aucun trouble fonctionel eût
précédé cette subite invasion. Des militaires ......
tombaient comme foudroyés, et l'on transportait à l'hôpitaldans un état désespéré des hommes, qui peu aupara-vant faisaient leur exercice sans se plaindre." Aehnlichlautet nach einem Citât Leyden's die Schilderungvon Casimir Broussais: „Les symptômes étaient undélire violent , une agitation convulsive, une raideurgénérale des membres, bientôt suivie de prostration etde coma: tantôt le pouls était plein et fréquent, d'autresfois lent et faible, la mort arrivait proinptement,quelquefois en quelques heures, le plus souvent,dans les 3 ou 4 premiers jours." Nicht lange vordem Kriege war den Deutschen Aerzten zum ersten MaleGelegenheit geworden, die Krankheit in dieser verderb-lichen Form zu studiren. Man hatte in jener über Deutsch-land verbreiteten Epidemie die Arbeiter auf der Strasse,die Soldaten auf dem Marsche, in der Kaserne, beim Exer-ziren, die Kinder während des Spielens wie vom Blitzegetroffen niederstürzen sehen. Ein kurzes Stadium derBewusstlosigkeit, wenige Stunden heftiger Delirien, und derTod setzte dem Leiden ein Ziel. Die Häufigkeit der .Me-ningitis siderans ist in den einzelnen Epidemien sehr ver-schieden gewesen, v. Ziemssen zählte unter 56 Fällen4 hierher gehörige, bei welchen die Krankheitsdauer 12,24, 28, 36 Stunden betrug; Gianpietro behandelte 1874gelegentlich einer Epidemie in Castellano 17, darunter 2foudroyante Erkrankungen; in der 'Königsberger Epidemie
1869/70 wurde bei 86 Patienten die hyperakute Krankheits-form nicht ein einziges Mal konstatirt.
Der Erkenntniss bei Weitem nicht so zugänglich alsdie Meningitis acutissima war den Feldärzten die Menin-gitis cerebrospinalis abortiva. Das liegt in derNatur der Sache. Fieberlose Kranke mit Klagen überallgemeine Mattigkeit, mit Kopf- und Kreuzschmerz, mitHyperästhesie der Haut und der Sinneswerkzeuge, mit ge-ringer Rückensteifigkeit können nur innerhalb einer Epi-demie den Verdacht des Infizirtseins erwecken. Ausserhalbeiner Epidemie lassen sie ein verwerthbares diagnostischesUrtheil nicht zu. Dieser Ueberlegung entsprach die Zu-rückhaltung, mit welcher die Überstabsärzte Gähde, Eb-meicr, Bussenius u. A. sich äusserten, als ihren Laza-rethen Soldaten mit jenen unbestimmten Symptomen über-geben wurden, in der tabellarischen Uebersicht sind dierudimentären Formen ganz unberücksichtigt geblieben.
Abgesehen von der hyperakuten und der abortivenForin wird von manchen Seiten eine Eintheilung in eineschwere, mittelschwere und leichte Meningitis beliebt.Diese Differeuzirung verliert aber dadurch, dass sie erstnach dem Ausgang der Krankheit gemacht werden kann,wesentlich an Bedeutung. In Nachstehendem ist daher vondieser Unterscheidung Abstand genommen. Eine solchewürde erst nahe gelegt sein, wenn durch das Prodromal-und das Initialstadium der Feldzugsfälle ein irgend sichererAnhalt für die Prognose gegeben wäre. Dies ist nichtder Fall.
IV. Krankheitsverlauf.
Ein eigentliches Prodromalstadium konnte in derMehrheit der Beobachtungen während des Krieges über-haupt nicht nachgewiesen werden, und wo es sich fand,bot es nichts Charakteristisches. Die Journalblätter machennur in e 1 f Fällen Angaben über Vorboten der Krankheit.Sie bestanden in umherziehenden Schmerzen im Rücken,in den Beinen, in Abgeschlagenheit der Glieder, Frösteln,Schwindelgefühl, Ohrensausen, gastrischen Erscheinungen.Ob sie allemal in einer näheren Beziehung zu der akutenErkrankung standen, ist sehr ungewiss. Um diesen Zweifelanzuregen, braucht bloss auf die Krankengeschichten vonS. (VII) und F. (VUI) verwiesen zu werden. Auf denKrankheitsverlauf selbst übte ein längeres oder kürzeresProdromalstadium mit den erwähnten Erscheinungen irgendeinen modiiizirenden Einfiuss nicht aus. Von jenen elfFällen endeten 7 tödtlich, einer (U. XLV) wird an spätererStelle (S. 275) abgehandelt, die drei folgenden gingen inGenesung' aus:
VI. Wilhelm Friedrich Michael L., Füsilier der11. Kompagnie 6. Pommerschen Infanterie-Regiments No. 49,wurde in den ersten Tages des Mai 1871 von umherziehen-den Schmerzen in den Gliedern, von Frost und Kopf-schmerzen geplagt, konnte aber Dienst thun.
Am 7. Mai: Schüttelfrost.
8. Mai: Rec. ins 8. Feldlazareth I. Armeekorps zu Dole.Heftige Kopf- und Brustschmerzen. Nach der .Applikation
von Schröpfköpfen auf die Brust bedeutende Erleichterung derBeschwerden. L. fühlt sich wohl und steht aus dem Bette auf.
9. Mai: Am Abend Wiedereintritt des Kopfwehs. Erheb-liche Temperatursteigerung.
10. Mai: Nackensteifigkeit, verlangsamter Puls,Erbrechen, enge Pupillen, hohes Fieber. Ord.: BlutigeSchröpfköpfe in den Nacken, Ricinusöl und Klismata. AbendsBad mit kalter Uebergiessung.
11. Mai: Nackensteifigkeit unverändert, ebenso die Kopf-schmerzen. Drei Stühle. läad mit Uebergiessung. Puls vordem Bade 42, nach dem Bade 56. Subjektives Wohlbefindennach dem Bade.