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Traumatische, idiopathische und nach Infektionskrankheiten beobachtete Erkrankungen des Nervensystems bei den Deutschen Heeren in Kriegs gegen Frankreich 1870/71
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VI. Kapitel: Erkrankungen des Nervensystems nach akuten Infektionskrankheiten.

Band Vit.

rechten obern Extremität und der rechten Brustseite empfundenhaben. Von Haute -Avri court wurde er Ende September nachSiegen ins Lazareth evakuirt und daselbst mit Schröpfköpfenund Einreibungen behandelt.

Mitte Dezember kam er nach Hildesheim ins Lazareth undwurden dort zur Heilung seines Leidens spanische Fliegen undElektrizität angewandt.

Sämmtliche Heilmethoden hatten jedoch eine Aenderung inseinem Leiden nicht hervorgebracht. Bei der militärärztlichenUntersuchung vom 29. August 1871 zeigte die rechte obere

Extremität ein fortwährendes Zittern, ebenso die Muskulaturder obern rechten Hälfte des Brustkastens, namentlich der rechtegrosse Brustmuskel. Eine Differenz in dem Umfang der Mus-kulatur der rechten und linken obern Extremität Hess sich nichtkonstatiren, sowie auch die rechte obere Brusthälfte nichtschlechter ernährt war, als die linke korrespondirende.

Die Superrevisionen in den Jahren 1873, 1874 und 1875ergaben den Fortbestand des Zitterus, aber keine Ernährungs-und Funktionsstörungen. Alten setzte sein Handwerk alsSchuhmacher fort.

VI. Trophische Hautveränderungen.

Störungen der Hauternährung und Hautcirkulation ineinem Falle von Dysenterie sab Valentiner, welcher indem unter Schady zu Rethel etablirten 4. FeldlazarethXII. (Königl. Sachs.) Armeekorps, speziell hier in demLazarethNotre Dame u , thätig war. Im September 1870ging ein Sächsischer Infanterist mit Ruhr zu. 24 Tagevor dem Tode entstand in einem handgrossen Bezirkevom Nabel bis zur Milzgegend durch dendritiforme Er-weiterung der subkutanen Venen und des Kapillarnetzeseine livide Röthe, welche sich innerhalb einer Woche überdie ganzen Bauchdecken ausbreitete, später in geringeremMaasse auch die Extremitäten, namentlich die Streckseitenin Mitleidenschaft zog, ohne aber an den Enden der Ex-tremitäten am ausgeprägtesten zu sein. Trotz dauernder

Rückenlage war der Rücken nur in geringem Grade be-theiligt. Mit diesen allgemeinen Phlebektasien ging einhereine allgemeine Atrophie der Cutis, welche derselben balddas Ansehen und die Beschaffenheit der Cutis von Pellagra-kranken verlieh: trockene Ratifikation derart, dass diezwischen. 2 Fingern zusammengeschobene Haut fast überalldas Ansehen von feinem Seidenpapier oder Goldschläger-häutchen, beschmutzt durch trockene abschilfernde Epi-dermisschichten, hatte". Paralysen auf sensiblem und mo-torischem Gebiete waren daneben nicht vorhanden. EineUntersuchung des Nervensystems nach dem Tode fand nichtstatt, die Diagnose Dysenterie wurde durch die Sektion be-stätigt.

Tabellarische Uebersicht der in die Kasuistik aufgenommenen dysenterischen Neuropathien.

Krankiteita a r t

Anzahlder Fälle

geheilt

gebessert

ungeheüt

gestorben

Ausgangunbekannt

Bemerkungen

I. Epilepsia .............

Neuralgia n. trigeiiiini.......

II. Aphasie.............

III. Motorische Lfthmnngen.

Lähmung einer Extremität......

Paraplégie ............

Hemiplegia spinalis? ........

Hemiplegia cerebralis ........

IV. Tabes. Multiple Sklerose. Spastische Spinal-

paralyse ............

X. Diabetes .............

Asthma .............

Tremor ........... . .

Summe . .

28

1 Paraplégie

1 Aphasie

12