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VI. Kapitel: Erkrankungen des Nervensystems nach akuten Infektionskrankheiten.
Band VN.
leichte Kernwueherung erkennen lassen. Der Eaum zwischenKapsel und Zelle ist scheinbar mit homogener Flüssigkeitausgefüllt. (Siehe Zeichnung 10.)
Im Stammdes Sympathikus :Schwund der Fa-sern, Entwicke-lungvon fasrigemBindegewebe inder Umgebungder noch erhal-tenen Fibrillen,leichte Kern-wueheruiig au derSclnvanu'schenScheide.
Der plexusaxillaris bietetauf dem Quer-schnitt ganz nor-males Verhalten ;nur bei Ein-wirkung von Os-miumsäure sinddie Markscheidenverschieden ge-färbt, theils dun-kel, theils hell,eine Erscheinung,die am Quer-schnitt jedes nor-malen Nerven ge-legentlich zu be-obachten ist.
Die intra-muskulären Ne<$venstämnie sindin den Haupt-
büudeln un-verändert; erstin der feinerenVerästelung ge-wahrt man an ihnen ein ungieichmässiges Kaliber, schmaleMarkscheiden, die allmälig nach der Peripherie ganz auf-hören. In der Umgebung dieser marklosen Fasern schwacheKernwucherung, welche an denjenigen Stellen stärker wird,wo die Nervenfaser sich in fibrilläres Bindegewebe verliert.Ihre Endigung ist mit Sicherheit nicht nachzuweisen.
Als Hitzig am 10. Juli 1872 den Kranken der Ber-liner medizinischen Gesellschaft vorstellte, war die Muskel-atrophie auf den rechten und linken pectoralis majorsowie den linken supra- und infraspinatus beschränkt, dieMuskelhypertrophie zeigte sich am ganzen rechtenArme, am rechten teres major und infraspinatus, an den
Zeichnung 10.
a Erhaltene Zellen mit weiten perivaskulären Lyinphräumen, stark pigmentirt, mit
Kern und Kernkörperchen.b Zellen mit körniger Schrumpfung ohne nachweisbaren Kern,c Haufen von braunen Pigmentkörnern, Zellreste.
rhomboidei der rechten Seite und möglicherweise auchan dem deltoideus, triceps und biceps des linken Armes.Der oben geschilderte, fast 9 Jahre nachher erhobene Be-fundbeweist, dassdie Atrophieim Laufe desDecenniums nochauf eine Reiheanderer Muskelnfortgeschrittenist. Statt der 4im Jahre 1872von Hitzig auf-gezeichnetenfinden wir heutemit Sicherheit14 Muskeln inmehr oder we-niger hohem, ein-zelne sogar inhöchstem Gradeabgemagert. Be-sonders bemer-kenswerth bleibtdabei, dass die zurZeit Hitzig'sschon in derBuhe unmässighervorgetretenenRhomboidei fastvöllig geschwun-den sind. DieHypertrophie hathier demnach all-mälig dem um-gekehrten Zu-stande Platz ge-macht. Bis zum21. März 1881war im Uebrigendie Hypertro-phie an denMuskeln ziemlich unverändert geblieben, ausgenommennur das Gebiet der rechten Supinatoren, wo Atrophieentstanden war, und das Gebiet des linken Serratus, inwelch' letzterem eine partielle Verdickung sich aus-gebildet hatte. Nach der Aufnahme des Patienten indas Invalidenhaus entwickelte sich, vielleicht durch dennun folgenden geringen Gebrauch der Extremitäten,— Boye hatte vordem seinen Lebensunterhalt für sichund seine Familie durch der Hände Arbeit gewinnenmüssen — eine schnelle Volumsabnahme in allen hyper-trophischen Theilen. Eine übersichtliche Zusammen-stellung der zu den verschiedenen Zeiten aufgenommenen
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