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V. Kapitel: Wundstarrkrampf.
Band VII,
posticus. Id der Nervenscheide desselben 3" langein Blutgerinnsel; art. tibial, postica nicht obliterirt. Anderinneren Seite der Tibia, an dein mittleren Drittel, Periostitispurulenta. An der rechten Lunge einzelne alte pleuritischeAdhäsionen, die linke frei; beide überall lufthaltig. Herz,Milz, Nieren normal. Anatomische Diagnose:
Schuss in die oberflächliche und tiefe Schichte der Waden-muskulatur. Eitrig-jauchige Entzündung derselben. Periostitispurulenta. Hyperämie des Gehirns, Rückenmarks undderen Häute.
XXI. M. 1. Badisches Leib-Grenadier-Regiment No. 109.Fleischschuss des linken Oberschenkels; die Kugel steckt noch.Am elften Tage, treten leichte Zuckungen in der verletztenExtremität ein. Am nächsten Tage Schlingbeschwerden undSchmerzen in der Schläfengegend. Es bildet sich vollständigerTrismus aus, dabei Krämpfe der Nacken- und Lendenmuskeln.Ein mit der stark eiternden Wunde kommunizirender Abszessformirt sich. Morphiumbehandlung. Am 17. Tage trat der Todein, ohne dass die Krampferscheinungen nachgelassen hatten.
Sektion: Die Kugel wurde an der Innenseite im oberenDrittel in den Adduktoren gefunden. Dieselbe war auf einerSeite rinnenförmig eingedrückt mit scharfen Rändern. AmGehirn und verlängerten Mark keine besonderen Ver-änderungen wahrzunehmen. Durchfeucht ung undUeberfüllung der Gefasse.
XXII. R. 2. Badisches Grenadier-Regiment No. 110.')Schussfraktur beider linken Unterschenkelknochen. Schuss-kanal 1 /s Zoll oberhalb des äusseren Knöchels bis 1 '/2 Zollüber den inneren. Zehn Tage nach der Verwundung Auftretenvon Trismus, dem Tetanus folgte; 24 Tage nach der Verwun-dung Amputation, die Wundfläche wurde gangränös, heftigerTetanus trat auf, Tod in der fünften Woche.
Sektion: Die Tibia war in ihrem unteren Drittheil in dreigrössere Knochensplitter zerschmettert. Ausserdem fanden sichnoch mehrere Knochensplitter in der Wunde. Die Fibula erlittebenfalls eine Fraktur ohne Splitterung. Im Gehirn undverlängerten Mark nichts Pathologisches wahr-zunehmen; leichte Durchfeuchtung und Ueberfüllungder Gefässe.
XXIII. S. 1. Badisches Leib-Grenadier-Regiment No. 109.Splitterfraktur des rechten Oberschenkels im unteren Drittel.Nachdem schon Schüttelfröste vorhergegangen, trat einenMonat nach der Verwundung Trismus auf. Entfernung mehrerergrösserer Knochensplitter, Morphium. Grosser Kräfteverfall,schlechte Eiterung; Tod in der sechsten Woche nach der Ver-wundung.
Sektion: Zerschmetterung des Oberschenkelbeins im unterenDrittheil, circa 2" über dem Knie das untere Bruchende ; grossejauchige Abszesshöhle um die Bruchenden und die Splitter,sekundäre Eröffnung des Kniegelenks. Herde in der Lunge.Ueberfüllung der Gefässe des Gehirns und verlängertenMarkes, sonst die Produkte der Pyämie.
XXIV. V. 6. Thüringisches Infanterie-Regiment No. 95.Schuss durch den linken Oberschenkel. Eintritt: Mitte des m.rectus femor. sinistr., Austrittsöffnung fehlt, Kugel nicht zufühlen. Am vierten Tage beginnender Trismus, derselbe steigertesich zu allgemeinem Tetanus; am siebenten Tage Tod.
!) Vergl. V. Band dieses Berichtes, S. 341, Fall 170.
Sektion: Der Schusskanal verlief nach hinten, innen undoben um den Knochen herum, unter den Gefässen hinweg undlag die Kugel zwischen den Adduktoren in der Nähe desKnochens.
Hydrorrhachis, Ueberfüllung der Gefässe desGehirns.
XXV. B. 4. Badisches Infanterie-Regiment No. 112.Schuss, der auf dem linken Fussrücken ein-, an der Fuss-sohle austrat; Zerschmetterung des Metatarsus der zweiten Zehe.Am siebenten Tage Trismus, derselbe nimmt zu, Tetanus trittauf. Tod am zwölften Tage nach der Verwundung.
Sektion: Zerschmetterung des Mittelfussknochens derzweiten Zehe. Hydrorrhachis, Ueberfüllung der Gefässedes Gehirns; am Gehirn selbst keine besonderen Ver-änderungen.
Cum nie, Chefarzt des 3. Feldlazarette X. Armeekorpsfand bei:
XXVI. N. N. Schussfraktur des rechten Unterschenkels,deren Verlauf an sich eine günstige Prognose bot, aber durchTetanus tödtlich verlief, Blutüberfüllung des Gehirnsund ent z ündlich'e Anschwellung des vorderen Schien-beinnerven — nerv, tibial, antic. —, der zerschossenw ar.
In dem Vereinslazareth Mannheim machte v. Bergmanndie Sektion des:
XXVII. Wilhelm Nolde aus Holdheim — 2. Garde-Regi-ment z. F. Derselbe war am 18. August 1870 durch einen Schussin die Schulter und Hüfte verwundet und starb am 28. August anTetanus. Wunde der Schulter jauchig ohne Knochenverletzung;die der Hüfte hat das Darmbein getroffen und oberhalb derPfanne Knochenstücke abgesprengt.
Herz gesund, Katarrh der Bronchien.
Lungenparenchym unverändert.
Milz unbedeutend vergrössert.
Nephritis interstitialis und Cirrhosis hepatis parva.
Gehirn und Rückenmark hyperämisch.
Der dirigirende Arzt Wimmer sezirte in dem Reserve-lazareth Osnabrück einen Soldaten, welcher nach einerSchusswunde in die linke Lendengegend am 24. August1870 an Tetanus (?) gestorben war.
XXVIII. Die Kugel lag an der linken Seite des zweitenLendenwirbels, hatte den queren und schrägen Fortsatz des-selben zerbrochen und einen Eindruck in den Körper desgedachten Wirbels verursacht. Die harte und weicheRückenmarkshaut waren hyperämisch; innerhalbder Pia mater umgab ein milchfarbenes Exsudat dasRückenmark und erstreckte sich bis in die Schädel-höhle, woselbst es sich um beide Grosshirnhälften,den Hirnknoten und das verlängerte Mark aus-breitete.
Handelte es sich in der That um Tetanus'?
Lossen führte in den Mannheimer Baracken zweiSektionen aus:
XXIX. Heinrich Beier, verwundet bei Wörth, 6. August1870, Granatschuss der rechten Hand. Leichte Spuren von