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Traumatische, idiopathische und nach Infektionskrankheiten beobachtete Erkrankungen des Nervensystems bei den Deutschen Heeren in Kriegs gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
Seite
128
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V. Kapitel: Wundstarrkrampf.

Band VII.

Zeitfolge zwischen Verletzung und Ausbruch des Starr-krampfs 79 mal ein. Er folgte der Verletzungam 3. Tage.....3 mal

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in der 3. Woche . . . 2nach 1 Monat .... 1 48 Tagen . . . . 179 malDie Feldzugskasuistik ist so reich an Beispielen, beiwelchen mit dem Eintritt jauchiger Eiterung der Tetanus an-ting, dass es genügt, an dieser Stelle nur an die Thatsache zuerinnern. Ueberwiegend häufig standen diese Eiterverände-rungen mit Verunreinigungen der Schusskanäle durch Kleider-stoffe in Zusammenhang.

Gerade die Tuchfetzen, ihrer weichen Beschaffenheitwegen an und für sich weniger reizend, führten in dieWunden eine Menge von Infektionskeimen, welche für dieErzeugung chemischer Umwandelungen der Wundabsonde-rungen geeignet waren. Pyämie und Tetanus verliefendaher oft nebeneinander.

Gestützt auf die Ueberlieferungen früherer AerzteBajon, Dazille, Heim, Larrey, Schmucker, Huck,François, Hennen, Hammond, Stromeyer u. A.sah aber auch in diesem Feldzuge eine Reihe bewährterChirurgen in der Erkältung die nächste und besteGelegenheitsursache für die Entstehung des Starr-krampfs. Richter behauptet, dass sich 1870 in Metzsowohl als in Strassburg die Erkrankungen häuften, alsauf die Sommerhitze plötzlich die kühlen Herbsttage folgten.Nach v.Beck stellte sich bei den in Hagenau untergebrachtenVerwundeten der Französischen Armee, als dem heissen,trockenen Wetter ein nasskaltes, windiges, regnerischesfolgte, die Zahl der Tetanusfälle verhältnissmässig hoch. Ein schlechter Tetanusprozentsatz ergab sich ferner beiden Kämpfen in der Umgebung von Dijon, während welcherdie Witterung stets eine ungünstige war. Das 2. Feld-lazareth XL Armeekorps benutzte im August 1870 beiseiner Etablirung in Spachbach die Kirche. In derselbenwurde die Ventilation durch beständige Zugluft hergestelltund veranlasste nach der Ansicht des Chefarztes Men derheumatische Krankheiten von geringer Bedeutung. Be-ängstigend waren nur einige Fälle von Kieferschmerz, be-sonders nachdem ein am Unterschenkel leicht Verwundeter

an Tetanus gestorben war. Denn auch dieser hatte vorBeginn des Starrkrampfs über Zahnschmerzen geklagtMende liess deshalb die Verwundeten aus der Kirche inWohnhäuser bringen und warm einhüllen. Danach ver-schwanden die beunruhigenden Erscheinungen. Das 5. Feld-lazareth desselben Armeekorps brachte in Vrigne aux boldie Verwundeten in 12 Lokalitäten unter. Es verlor dreimit Weichtheilschüssen zugegangene Soldaten an Tetanus.Alle drei lagen in einem grossen, hohen und luftigen Saal*Dieser Saal hatte an seinen beiden Längsseiten je 25 gegen-ständige Fenster, welche Tag und Nacht offen standen,In den übrigen belegten 11 Bäumen kam kein einzigerFall von Tetanus vor. Drei Verwundete des 9. Feld-lazareths XL Armeekorps mit Weichtheilschüssen, welchewegen Raummangels ihre Lagerstätte auf dem kalten Estricheines zugigen Korridors erhielten, bekamen Starrkrampf.Die Häufigkeit des Tetanus in der Satorykaserne zu Ver-sailles hatte nach H ein ecke ihren Grund darin, dass durchHerausschlagen der zwischen den einander gegenüber-liegenden Fenstern befindlichen Wände und durch Anlegungvon Ventilationsklappen ein gelinder Luftzug hergestelltworden war. Das 5. Feldlazareth IL Armeekorps zu LaQueue en Brie nahm im Dezember 1870 aus der Schlachtbei Villiers 162 Verwundete, darunter 5 Tetanische.auf. Den Grund dieser grossen Prozentzahl glaubte manin der herrschenden Kälte suchen zu müssen, es betrugnämlich die Aussentemperatur 4° R. Lotzbeck erwähnt3 Tetanusfalle, welche in einem nicht allzu stark belegtenLokale zu Orléans fast gleichzeitig nach bedeutendem Tem-peraturwechsel der äusseren Atmosphäre zur Behandlungkamen. Das 8. Feldlazareth VIH. Armeekorps verlor imJanuar 1871 zu Amiens drei Verwundete zwei Deutschemit Fleischschüssen und einen Franzosen mit einer Schuss-fraktur des linken Oberarms an Wundstarrkrampf. Alledrei hatten merkwürdigerweise ihre Lagerstätten in d«Nähe der Thüren gehabt und waren bei sehr windigerAussentemperatur dem Luftzuge mehr als alle anderen Ver-wundeten ausgesetzt gewesen. Im 11. Feldlazareth I. Armee-korps zu Vigy kam der erste Tetanusfall zur Beobachtung,als in Folge eines Gewitters die Temperatur plötzlich sank.Ein Preussischer Artillerist lag nach einer Granatsplitter-Verwundung des linken Oberschenkels mit durchnässtenKleidern bis zum folgenden Mittag auf blosser Erde, kamdann in eine Scheune und von hier auf einen Wagen.welcher ihn zur Eisenbahn brachte. Für den Tetanus,welcher ihn ergriff, machte man die so erlittene Erkältungverantwortlich. Einige Aerzte glaubten die Erkrankung»zahl an Starrkrampf in den Lazarethen am Rhein von derNähe des Flusses und der hierdurch bedingten feuchtenLuft und der wechselnden Temperatur abhängig. Im Re-servelazareth Schwetzingen konnte Schinzinger in zweiFällen eine Erkältungsursache anschuldigen. Fischer unsMac-Corinac sahen je einen Verwundeten, bei dem derTetanus nach längerem Liegen im Walde resp. Graben