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Band VIL
IL Abschnitt: Aetiologie.
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int. humeri dextr. und einen Haarseilsehuss an der rechten Brust-seite. Sofortige Extraktion der Kugel aus der Eingangsöffnung aruinneren Condylus. Mit Eintritt der Eiterung Loslösung vonKnochensplittern, deren Beseitigung auffallend schmerzhaftwar. Allgemeinbefinden gut. Vom 8. September ab spastischeKontrakturen in der Muskulatur des verletzten Oberarms. Am10. September Kieferklemme. Bei subkutanen MorphiumgabenNachlass der Erscheinungen, so dass Böhmer am13. September evakuirt werden konnte. Während desTransports hochgradige Verschlimmerung des Te-tanus, dem der Kranke gleich nach der Ankunft im6. Feldlazareth erlag.
Auch Lotzbeck schreibt den Wiederausbruch einesnun tödtlichen Starrkrampfs bei einem Streifschuss amHodensack eines Bayern, welcher die erste Attaque glück-lich überstanden hatte und mit günstiger Prognose eva-kuirt war, dem Transport zu.
Beobachtung Socin's:
XVI. Sylvester Wiedemann, verwundet bei Raonam 6. Oktober 1870. Lazar ethaufnahme am 14. Oktober1870 mit Tetanus. Langer blinder Schusskanal am linkenUnterschenkel mit Fraktur der Fibula. Die am Capitulumdieser letzteren eingetretene Kugel wurde am Aufnahmetageüber dem innern Knöchel ausgeschnitten. Chloral, Morphium,konstanter Strom. Tod am folgenden Tage. 1 )
XVII. Wilhelm Rohrbeck, Musketier — 5. Branden-burgisches Infanterie-Regiment No. 48 — mit Schuss in denlinken Vorderarm, welchen er am 16. August bei Metz bekamund der die Ulna zersplitterte, traf am 22.August im Reserve-lazareth Frankfurt a. 0. ein mit entzündetem, ge-schwollenem und schmerzhaftem Arm. Therapie: Eis-blase.
Am 24. August Tetanus. Tod am 25. August. Sekt.:Plattgedrückte Kugel und Tuch in den Weichtheilen.
M en de berichtet:
XVIII. R.B. bekam am 30.November 1870 vor Paris eineKugel durch die während des Gehens angespannte Achillessehne,etwa 1 Zoll oberhalb des Fersenansatzes. Patient gerieth zu-nächst in Gefangenschaft. Am 13. Dezember wurde er nachNancy evakuirt. Die Fahrt dauerte zwei Tage und zwei Nächte.Während des Transportes die ersten tetanischenKrampfanfälle. Am 16. Dezember ausgebildete Krankheit.Therapie: Chloralhydrat 5.oG. pro die. O.o.'G. Morphium Abends.Der Verwundete starb am 20. Dezember in einem opisthotonischenAnfalle. Sekt. : Die Fasern der Achillessehne auseinandergerissen.Schusskanal, unterhalb der Sehne fortlaufend, endet zwischenTibia und Fibulain eine Eiterhöhle, inweicher das defor-mirte Geschoss liegt. Periost stark verdickt, Knochen un-versehrt.
Die Erschütterungen des verwundeten Gliedes währenddes Transportes reichten jedoch, zumal da, wo dieTransportmittel sorgfaltig vorbereitet werden konnten,für sich allein wohl nur ausnahmsweise hin, die Fremd-körper in den Schusskanälen zu lockern. Am wenigstengelang ihnen dies ohne Zweifel in den unmittelbar der Ver-wundung nachfolgenden Tagen, während welcher natur-
>) Wegen des Sektionsbefundes bei Wiedemanndieses Bandes (XXXII).
siehe S. 13,5
gemäss sowohl das Geschoss und die von ihm mitgerissenenGegenstände, als auch die Knochenfragmente fester in dieGewebe eingekeilt sind. Häufiger nachtheilig erwies sichder Transport erst in dem Stadium der Wundeiterung.Es kann aber keinem Zweifel unterworfen sein, dass indiesem Zeitraum die blossliegenden Nervenendigungen nichtnur mechanisch, sondern auch chemisch in abnormerWeise gereizt und erregt werden können. Das Eiter-stadium bot auf diese Weise eine doppelt günstige Ge-legenheit für den Tetanus dar, einmal durch Lösung derFremdkörper, sodann durch Zersetzung der Wundsekrete.Ist diese Voraussetzung richtig, so wird sich mit derbeginnenden Wundeiterung ein rasches Ansteigen derTetanusfälle in der Häufigkeitsskala bemerklich machen.In der That lässt sich aus der nachfolgenden Zusammen-stellung ein anderer Schluss nicht ziehen. Nach Ausschlussdes Starrkrampfs im Gefolge von Resektionen und Ampu-tationen, begann das Leiden unter 150 der Prüfung zu-gänglichen Fällen :
Am Tage der Verwundung 1 mal1. „ nach derselben 1
2.3.4., 5., 6., 7., 8., 9.,10., 11., 12., 13., 14., 15., 16., 17., 18.,20.
21., 22.
24.
26.
1
4
8
14
22
18
19
12
12
6
6
3
5
2
2
5
1
2
1
1
1
1
nach 4 Wochen.....1
„6 „ .....1
150 mal
Der Beginn des Starrkrampfs fiel auf den 4.—11. Tag— eine Htägige ominöse Periode — 111 mal, auf den Ver-wundungstag und die folgenden 3, sowie die 14 Endtageder Tabelle — 2 weniger gefährliche Zeitabschnitte —39 mal. Den grössten Prozentsatz hatte der 5., 6., 7. und8. Tag.
Ein Vergleich dieser Zahlen mit den Angaben der bisjetzt erschienenen Schriften über den Tetanus im Feldzuge1870/71 ergiebt mit Bezug auf den 5., 6. und 7. Tag eineauffallende Uebereinstimmung. Die Litteratur geht auf die