Band VII.
I. Abschnitt: Häufigkeit des Wundstarrkrampfs.
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II. Nach Ort und Zeit der Verwundung.
Da, wie weiter unten auseinandergesetzt werden soll,eine nicht unbeträchtliche Anzahl Verwundeter währenddes Transports vom Tetanus befallen wurde und es nichtunwahrscheinlich ist, dass diese Zahl in Wirklichkeit grösserwar, als diejenige, welche aus den speziellen Angabenermittelt werden kann, so lassen sich genaue und verbürgteDaten über den Ort der Erkrankung nicht so vollständiggeben wie über den Ort der Lazarethbehandlung. Inden Lazarethen des Inlandes wurden 71, in den Feld-,Kriegs- und Etappenlazarethen auf feindlichem Boden279 Fälle von Wundstarrkrampf behandelt. Letztere ins-gesammt auf die einzelnen Regionen des Kriegsschau-platzes zu vertheilen gelingt nicht, doch lassen sich fürdiesen Versuch immerhin 220 Fälle aus den Berichten ver-werten. Von ihnen beherbergten die Lazarethe
um Metz........... 60 = 0.16
, Paris........... 36 = 0.55
auf dem nördlichen Kriegsschauplatz . 54 = l.i
, „ südwestlichen „ . 28 = O.21
, „ südöstlichen „ . 26 = O.70
an den Btappenlinien...... 16
S der auf dembetreffendenKriegsschau-platz Ver-wundeten(nach Abzug
derGefallenen) 1 )
Summe
220.
Gerade diese Fälle sind es auch, welche ihrem zeit-lichen Auftreten nach geordnet werden können. Danachhatte der Monat
August 1870.....77 Erkrankungen
SeptemberOktoberNovemberDezember „Januar 1871Februar „
42231025349
Summe . . 220 Erkrankungen,
während von den 71 im Inlande verpflegten Patienten aufden Monat
August 1870September »Oktober „
November „Dezember „
39,9,
8,2,9,
Januar
1871 ......4 fielen,
Summe
71.
') Nach Tabelle XX des II. Bandes dieses Berichtes, d. h. ohneBerücksichtigung der Verluste in Gefechten mit weniger als 200 MannGesamratverlust. — Aus den Lazarethen um Weissenburg—Wörth,Spicheren und Beaumont — Sedan liegen nur vereinzelte Nachrichtenvor, hingegen stammen die 71 im Inlande behandelten Tetanuskrankenüberwiegend aus den Aktionen bei den oben genannten Orten, ohnedass eine ziffernmassige Vertheiluug möglich wäre.
Beide Kategorien zusammen ergaben also für
August 1870 .... 116 Krankheitsfälle
September ..... 51 „
Oktober ..... 31
November , .... 12 „
Dezember..... 34 „
Januar 1871 .... 38
Februar „ .... 9 „
Summe
291 Krankheitsfälle.
Dass die 116 im August 1870 beobachteten Fälle ausden Schlachten und Gefechten desselben Zeitraums stammten,ist selbstverständlich. Ein Gleiches gilt aber nicht für diefolgenden Monate. Sehr häufig ermangeln die späterenmilitärärztlichen Berichte der Angabe über den Tag derVerwundung. Diesem Ausfall mögen die bedeutendenUnterschiede in dem Prozentverhältniss der Tetanuskrankenzur Anzahl der Verwundeten der einzelnen Monate theil-weise ihre Entstehung verdanken. Da nämlich nach einerspäteren Uebersicht die Morbiditätsziffer an eine vom 5.bis 11. Tage nach der Verwundung reichende Periodewesentlich gebunden ist, so wird schon daraus verständlich,wie leicht ein Tetanusfall, von einer in der letzten Wocheeines Monats erlittenen Verletzung herrührend, in der nach-stehenden Tabelle auf den nächsten Monat übertragen werdenkonnte.
Jahr und Monat
Zahl der
Ver-wundeten
(nach Abzug
derGefallenen)
Tetanus-fälle
Prozent-verhältniss
August 1870 ....
47 225
116
0.24
September ,. ....
11445
51
0.44
Oktober ,. ....
4 618
31
0.67
November .. ....
4 528
12
0.26
Dezember . ....
16 263
34
0.20
Januar 1871 ....
10 887
38
0.34
Februar „ ....
468
9
1.92
Zu weiterer Begründung des Gesagten möge beispiels-weise angeführt werden, dass sich unter den neunFebruarerkrankungen drei nach sekundären Oberschenkcl-aniputationen befanden. Sind die Schwierigkeiten, ein ge-treues Bild der Tetanusfrequenz unter den Verwundetender verschiedenen Kriegsmonate zu gewinnen, schon sogross, so wird eine Berechnung der Häufigkeit des Starr-krampfs für die einzelnen Schlachten vom September1870 an unmöglich.