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IV. Kapitel: Erkrankungen des Oentral-Nervensystems und nervöse Störungen nach Verletzungen.
Band Î
Band VII
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XIII.
XIV.
XV.
Name
und
Regiment
Caspar Schade,
5. Thüringisches
Infanterie-Regiment
No. 94.
Art, Ort und
Tag der
Verletzung
Krankheitssymptome
gleich nach der
Verletzung
Diagnose
Verlauf
Ernst Röstel,
Kaiser Alexander-Garde-Grenadier-Regiment No. 1.
Gewehrschuss.
Wörth,6. August 1870.
Gewehrschuss.18. August 1870.
Fraktur der Dornfor-sätze der zwei unterstenBrustwirbel. Lähmungder Unterextremitätenund der Blase.
Rücken-
marks-
erschütte-
rung.
Verletzung des Dorn-fortsatzes des 1. und2. Lendenwirbels.
28. Juni 1871: Klagen überRückenschmerzen und periodischeBlasenbeschwerden.
6. Juli 1874: Objektive nervöseStörungen fehlen.
Rücken- In der ersten Zeit nach der Ver-
marks- wundung musste der Urin mit demerschütte- Katheter entleert werden; es löstenrung. sich Knochensplitter, die den Dorn-fortsätzen der 2 ersten Lendenwirbelangehörten. Noch imDezember 1870bestand ein taubes Gefühl in beiden unteren Extremitäten, verbunden mit grosser Schwäche und Er-müdung derselben. Ausserdem klagte R. über konstante ringförmige um den Thorax und das Abdomen aus-strahlende Schmerzen. Druck auf die beiden ersten Lendenwirbel, besonders aber Beugen und Aufrichten desOberkörpers, bewirkte Schmerzen, so dass dem Manne unmöglich war, längere Zeit zu sitzen, zu gehen oder zustehen. Die Wunden waren geheilt.
Am 11. April 1871 ist der Zustand derselbe, die Lähmungserscheinungen sind noch mehr hervorgetreten.R. muss beim Urinlassen stark drängen, die Bewegungen sind unsicher, es tritt Schwanken und Schwindel ein,im linken Arm zeigt sich ebenfalls ein Schwächezustand.
Am 26. Juni 1871: Zustand derselbe. Auch im rechten Arm besteht Gefühl von Schwäche.Am 24. Juni 1872: Die Beschwerden beim Uriniren (langes Drängen) und von Seiten der Beine sinddie gleichen wie früher. Von dem Gürtelgefühl und der Schwäche der Arme wird nichts erwähnt.
9. Juli 1872: Die Narben sind stark eingezogen, mit den verletzten Rippen verwachsen. Die früherdurch Kontusion des Rückenmarkes bestandenen Lähmungserscheinungen haben sich gebessert, doch bestehtnoch Schwäche im linken Arm.
19. Juni 1873: Zustand etwas gebessert, vom Lähmungserscheinungen besteht nur noch Schwäche im linkenBein und erschwertes Urinlassen.
1874: Die Narbenzerrungen bestehen in geringem Grade fort; auch die Beschwerden beim Urinlassen sindnicht ganz gewichen, dagegen ist die Schwäche des linken Armes und Beines nicht mehr konstatirbar.
Berlin, 12. März 1880: R. sucht Gewährung einer Badekur nach, wird aber abgewiesen. „Die Be-schwerden des Petenten, welche er als Folgen seiner Verwundung angiebt, sind nicht so bedeutend, dass sieeine Badekur absolut nothwendig machen. Objektiver Anhalt für dieselben fehlt."
FriedrichRuhnke,
2.
Garde-Regiment
z. F.
Gewehrschuss.
St. Privat,18. August 1870.
Die Kugel drang ander rechten Seite desRückens in der Höheder 12. Rippe, 5 Zollvon der Mittellinie ent-fernt ein und blieb eben-soweit von der Mittel-linie nach links ingleicher Höhe stecken.Unmittelbar nach demSchusse fiel der Ge-troffene der Länge nachaufs Gesicht und ver-mochte nicht sich zuerheben, da beide Beinevöllig gelähmt waren.
Gegen Abend mach-ten 2 Unteroffiziereden Versuch, den Ver-wundeten vom Schlacht-
Rücken-
marks-
erschütte-
rung.
Erst nach mehr als 8 Tagen ge-lang es, Stuhlgang zu erzeugen. Inder 3. Woche nach der Verwundungwurde ein Sequester auf der rechtenSeite entfernt, welcher 1 Zoll langwar und vom Dornfortsatz des erstenLendenwirbels herrührte. Die Läh-mung der Füsse besserte sich vonder 4. Woche ab insoweit, dassPatient im Bette die Füsse seitwärtszu bewegen im Stande war.
Am 28. September 1870 wurdeder Verletzte mit einem Sanitäts-zuge nach Mannheim und am23. Oktober nach Berlin evakuirt,wo er in seiner eigenen Wohnungverblieb in der Behandlung vonStabsarzt Dr. Lindes. Im Oktoberschlössen sich die Ein- und Aus-trittsöffnungen, sowie der auf dem
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