willl. Allgem. Theil.
II. Beschreibung der Präparate u. s. w.
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-sbreitete. Der Bruch war im Mai 1871 fest verheilt,s wurde ihm gestattet, Gehversuche an zwei Krücken zu" i Ende Juli 1873 war das Hüftgelenk in allen Be-" „ eB beschränkt, das Kniegelenk in Streckstellung steif«stattete nur seitliche Bewegungen in Folge Lockerungseitlichen Gelenkbänder. Die Kniescheibe war unbeweglichI stand weil der Unterschenkel und das mit ihm versteifteBruchende nach innen gedreht war, nach einwärts. Dier hicninS des Oberschenkels war sehr bedeutend, er standh aussen und vorn in einem stumpfen Winkel, der 25 cmter dem Darmbeinstachel am stärksten vorsprang. Die Brauch-et (j es kranken Beines war gleich Null, der Kranke konnte. .jjht im Geringsten auf dasselbe stützen und mit der Fuss-ize den Boden nicht erreichen. Die Verkürzung betrug5cm. D as g anze B e i n ! auch der Unterschenkel, war sehrt. H. ging an zwei Krücken, die ihm indessen auchit°ht den gewünschten Dienst leisten konnten wegen der Ver-um seiner rechten Schulter. Am Unterschenkel bestandenmeBeivegungs- oder Gefühlsstörungen; das Allgemeinbefindenvortrefflich.
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(Hierzu 2 Photographien. Siehe Tafel 41.)
Krankengeschichte 17.
A. H., vom 1. Thüringischen Infanterie-Regiment No. 31,(nrandet am 30. August 1870 bei Beaumont im Liegen,Junibej^pker Oberschenkel, mittleres Drittel, Eingangsöffnung vornder Mitte; Ausgangsöffnung fehlt. Zuerst Lagerung inilithose, am 8. Tage nach der Verwundung wurde die Kugelder Innenseite des Oberschenkels herausgeschnitten, am5. September gefensterter Gypsverband, am 30. September[eberführung nach Aachen, woselbst neuer Gypsverband, derTage liegen blieb und mit einem Streckverbande mit Ge-ichten (12 Pfund) vertauscht wurde; dieser Verband bliebWochen liegen. Der Heilungsverlauf wurde gestört durchke Eiterung aus den beiden Schussöffnungen, durch Eiter-knngen an der äusseren Seite, welche 2 Einschnitte nothwendig,chten, durch Blutungen und durch die Ausstossung zahlreicheretwa 30 — Knochensplitter, von denen ein 8 cm langer ausbeträchtlich erweiterten Eingangsöffnung entfernt wurde.i 1871 war der Bruch fest verheilt, und der Verwundetehte die ersten Gehversuche. Die Ausgangsöffnung schlosszuerst, während die Eingangsöffnung und die beiden an-gten Einschnitte bis zum Oktober 1872 eiterten und sich:h Ausstossung eines letzten kleinen Knochensplitters in«rZeit schlössen. Im Jahre 1873 bestand noch Abmagerunglinken Oberschenkels, starke Knochenauftreibung des unterenchnitts, das Kniegelenk konnte nur bis zur halben Rechtenibeugt werden. Der Oberschenkel war in ziemlich geraderiebtung geheilt und um etwa 5 bis 6 cm verkürzt. Der Ver-ödete ging mit Stock und hoher Sohle ohne besondere An-
(Dr. Eberty.j(Hierzu 2 Photographien. Siehe Tafel 42.)
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Krankengeschichte 18.
Magdeburgischen Jäger - Bataillon No.
4,«wundet bei Beaumont am 30. August 1870: Schussbrucho linken Oberschenkels, mittleres Drittel. Eingangsöffnungi der Aussenseite, Ausgangsöffnung an der Innenseite; dasIM war nach der Verwundung etwas gedreht. Er erhieltWeinen Pappschienen- und Kleisterverband. 8 Tage nachir Verwundung wurde das Bein in eine Beinlade gelegt.ito weitere Verbände und die Zeit der festen Vereinigung ist«s bekannt. Beide Schussöffnungen eiterten stark und ent-arten 3 Knochensplitter von der Grösse eines Nagelgliedes;
die Eingangsöffnung schloss sich nach 3 Monaten, die Ausgangs-öffnung nach 10 Monaten. 1873 zeigte der Oberschenkel ziem-lich gerade Richtung, die Bewegungen im Kniegelenk warenetwas behindert, es hatte sich eine starke Valgusstellung desKniegelenks und Varusstellung des Fussgelenks ausgebildet, sodass der Verwundete mit dem äusseren Fussrande auftrat. DieVerkürzung betrug 5 cm, der Verwundete ging mit Stock underhöhtem Absatz ohne besondere Beschwerde; er that Dienstals Postillon, und beim Auf- und Absteigen auf den Bock warer kaum behindert. Beim Treppensteigen nahm er mit demgesunden Bein zwei Stufen mit einem Mal und zog das imKniegelenk schwerer bewegliche verwundete Bein nach.
(Dr. Eberty.)(Hierzu 1 Photographie. Siehe Tafel 43.)
Krankengeschichte 19.
L. K., vom 7. Brandenburgischen Infanterie - RegimentNo. 60, verwundet am 18. August 1870 bei Gravelotte: Ge-wehrsohuss, rechter Oberschenkel, mittleres Drittel. Eingangs-öffnung an der Innenseite, 2 Ausgangsöffnungeu an der Aussen-seite. Das Bein war nach der Verwundung stark verschoben,der Verwundete will es selbst gerade gerichtet haben, erschlief dann ein und blieb länger als 24 Stunden auf demSchlachtfelde liegen. 19. August: Schienenverband in derChloroformbetäubung, 22. August: gefensterter Gypsverband,der bis zum 6. Dezember noch drei Mal erneuert wurde; dererste Verband lag 4 Wochen. Am 15. Oktober: Entfernung von5 grösseren Knochensplittern. Dezember: Ueberführung nachBerlin, Oberschenkelbruch fest verheilt. Am 6. Februar 1871:Entfernung von 8 kleinen abgestorbenen Knochenstücken.Februar: Wundrose. Am 4. April kam der Verwundete nachHalle. 5. Juni: Entfernung eines grösseren abgestorbenenKnochenstückes in der Chloroformbetäubung. Am 6. Januar1872 abermalige Sequestrotomie mit Aufmeisselung der Knochen-fistel, Entfernung eines 3 cm langen, dem unteren Bruchende an-gehörenden Knochenstückes. Kniegelenk seit Entfernung derGypsverbände steif. Im Juli bildet der Oberschenkel einennach vorn offenen Winkel. Muskulatur stark abgemagert, sodass an Stelle der Fleischmasse des vierköpfigen Muskels nureine derbe dünne Gewebsmasse den Oberschenkel bedeckt. Ander vorderen äusseren Seite des Oberschenkels 4 tief ein-gezogene Narben, von früheren Fisteln herrührend. Knochenstark verdickt. Aktive Beweglichkeit im Kniegelenk auf-gehoben, hauptsächlich wegen Schwund der Muskeln, passivkann es um etwa 10° gebeugt werden, gewöhnlich steht esganz gestreckt. Kniescheibe in sehr geringem Maasse seitlichverschiebbar, der grosse Schleimbeutel der Strecker scheinbarverödet. Fuss aktiv in ausgiebiger Weise beweglich, derselbeschwitzt stark, Störungen des Gefühls nicht vorhanden. Ver-kürzung 3'/2cm. Der Verwundete kann, wenn auch unsicher,ohne Stock sich fortbewegen, wobei über der Kniekehle einSchmerzgefühl besteht. Mit Schienenapparat nebst Lenden-gürtel und mit etwas erhöhter Sohle kann er ohne Stockziemlich sicher, wenn auch langsam, gehen.
(Klin. Journal.)(Hierzu 2 Photographien. Siehe Tafel 44.)
Krankengeschichte 20.
J. L., vom Schleswig - Holsteinschen Füsilier - RegimentNo. 86, verwundet am 30. August 1870 bei Beaumont, linkerOberschenkel, mittleres Drittel. Eingangsöffnung vorn aussenöVa Zoll — 14 cm — oberhalb der Kniescheibe, keine Aus-gangsöffnung; Kugel 6 Wochen später an der inneren Seitedes Oberschenkels unter der Haut liegend ausgeschnitten.
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