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v. Volkmann'sche Sammlung kriegschirnrgischer Präparate u. s. w.
Band III.
Allgem.Tij
eine massige Menge übelriechenden Eiters entleerte, nach 8 Tagenschloss sich der Einschnitt. Im Juli 1873 brach ein akut ent-standener Eiterherd — bei 6 — auf, der nach 8 Tagen verheiltwar. Mitte Juli 1873: Verkürzung 7 cm. Hüft- und Fuss-gelenk frei beweglich, geringer Spitzfuss, das Auftreten ge-schah fest, mit der ganzen Sohle und schmerzlos; B. konnteohue Stock gehen, doch bediente er sich meist eines solchen,den er in der linken Hand führte, und ging damit, ohne zu er-müden, über eine halbe Stunde. Kniegelenk steif in Streckstellung,Kniescheibe zeigte eine minimale Beweglichkeit. Abmagerunggering, die von den Einschnitten herrührenden Narben warenmehr oder weniger eingezogen und mit dem Knochen verwachsen.Der Oberschenkel ist in starker Winkelstellung nach aussengeheilt. (Dr. Pütz.)
(Hierzu 3 Photographien. Siehe Tafel 38.)
Krankengeschichte 14.
J. H., vom 3. Magdeburgischen Infanterie-Regiment No. 66,verwundet am 30. August 1870 bei Beaumont durch Chassepot-kugel am linken Oberschenkel, mittleres Drittel. Eingangs-öffnung vorn 10cm über dem oberen Bande der Kniescheibe;Ausgangsöffnung hinten aussen 18 cm unter der Spitze desgrossen Rollhügels, woselbst die Kugel auf dem Verband-platze herausgeschnitten wurde. Sofort Pappschienenverbandund Drahthose 4 Wochen lang, dann Gypsverband 6 Wochenund schliesslich Streckverband 6 bis 8 Wochen. Bezüglich desKrankheitsverlaufes ist bekannt, dass zeitweise hohes Fieberund starke Eiterung bestand, dass an der hinteren Seite desOberschenkels und in der Kniekehle Einschnitte gemacht wurden,welche stark eiterten, und dass 23 meist sehr kleine Splitterausgestossen wurden, der letzte im Dezember 1870. Die Aus-gangsöffnung verheilte zuerst, die Eingangsöffnung eiterte bisJanuar 1872 und vernarbte alsdann. Der Bruch war mit Beginndes Jahres 1871 fest verheilt.
Im Juni 1873 erwies sich das Hüftgelenk intakt, die seit-lichen Gelenkbänder des Kniegelenks gelockert, die Kniescheibean normaler Stelle beweglich. Streckung des Unterschenkelsfrei und vollständig, Beugung nicht bis zu einem rechtenWinkel ausführbar, kein Knarren. .Verkürzung 8 bis 10cm.Winkelstellung nach aussen an der Bruchstelle, besonders vor-springender Winkel 15 cm unter dem grossen Rollhügel in derMitte zwischen Eingangs- und Ausgangsöffnung. Der Knochenan dieser Stelle aufgetrieben und verdickt. Die Brauchbarkeitdes verwundeten Beines war mangelhaft. H. ging am Stockeund mit erhöhter Sohle, der Gang war jedoch unsicher undschwerfällig.
(Hierzu 2 Photographien. Siehe Tafel 39.)
Krankengeschichte 15.
Fr. H., vom 3. Thüringischen Infanterie-Regiment No. 71,verwundet am 30. August 1870 bei Beaumont durch Chassepot-kugel bei einem Bajonettangriff auf 15 Schritt Entfernung.Rechter Oberschenkel, mittleres Drittel. Eingangsöffnung etwasnach aussen von der Mittellinie. Kugel an der Hinterseite aufdem Verbandplatze herausgeschnitten. Es bestand beträchtlicheBlutung in der Tiefe, und es bildete sich eine grosse pralle Ge-schwulst des Oberschenkels, alsbald trat starke Jauchung ein.Bald nach der Verletzung bekam H. einen Verband mit Holz-schienen und Gurten , dann einen Streckverband, der sehr gutvertragen wurde. Das Befinden besserte sich erheblich. Am3. Oktober wurde von Englischen Aerzten ein Gypsverband mit An-wendung des Flaschenzuges in der Chloroformbetäubung angelegt.Unmittelbar nach dem Aufwachen aus der Narkose wurde eineLähmung des Beines, das in Spitzfussstellung stand, bemerkt,
auch war der Fuss sehr angeschwollen, trotzdem Verbandabgenommen, sondern nur etwas aufgeschnitten. Uebripdurch die Verwundung wahrscheinlich doch der Hüftneletzt, denn H. konnte gleich die Zehen nicht bewegen8. Oktober: Ueberführung nach Brüssel; Blechschienen 8am 1. September, also am 2. Tagenach der Verwundung >in der Chloroformbetäubung sehr viele und sehr grosse SVherausgenommen, dann noch fünf in Brüssel, von denengrösste den Umfang eines kleinen Fingergliedes hatte; diestossung kleinerer Splitter hat noch bis weit in das Jahr1hinein gedauert bei fortdauernder Eiterung aus zwei Fiunterhalb der rechten Hinterbackenfalte und an der imSeite der Kniescheibe. Vom 20. Mai bis in den August 1811hinein litt H. an Wundrose mit sehr schwerem FieberTrübung des Bewusstseins; auf Eitersenkungen deutenvon Einschnitten herrührende Narben am OberschenkelMitte 1873 , nach einer Badekur in Wiesbaden war dainur wenig beweglich, alle Seitenbänder sehr gedehntwacklig, seitliche Bewegungen waren in beträchtlichemfange möglich; das Hüftgelenk war fast ganz frei. Diewicklung des Kallus war überreichlich und reichte fastgrossen Rollhügel bis zur Kniescheibe. Unterschenkel-Zehenmuskeln waren völlig gelähmt, Gefühllosigkeit be-nicht; die Wade war ganz abgemagert. Das Fussgelenksteif ohne jede Spur von Bewegung. Es bestand massigeiyStellung des Oberschenkels nach aussen, die Verkürzung9 cm. H. ging mit zwei Krücken; das Allgemeinbefindenvortrefflich. (R. v. Volkuiann.)
(Hierzu 2 Photographien. Siehe Tafel 40.)
Krankengeschichte 16.
H. H., vom 1. Thüringischen Infanterie-Regimentsverwundet am 30. August 1870 bei BeaumontOberschenkel, mittleres Drittel. Eine Schussöffnung vorn ltiüber dem oberen Rande der Kniescheibe, 20 cm unddes vorderen oberen Darmbeinstachels; die andere Sc]Öffnung hinten aussen 15 cm unter dem grossenNach Angabe des Kranken war ausserdem noch ein mBruch 3 Finger breit über der Kniescheibe vorbanden.welcher Stelle 1873 deutlich Kallus zu fühlen war. Mit eialsbald angelegten Nothverbande lag H. 24 Stunden aufSchlachtfelde, wo er noch einen Schuss in die rechte Sekund einen Streifschuss am rechten Oberschenkel erhielt. Erdarauf nach Mouzon in die Behandlung Französischer AiAcht Tage lang Holzschienenverband, darauf Gypsverband,acht Tagen erneuert. Am 8. Oktober: Ueberführung n.sofort neuer Gypsverband, nachdem das Bein 24 Stundenmit Flaschenzug gestreckt war. Bis März 1871 öftersErneuoder Gypsverbände. Ein in Mouzon angelegter GypsverbandDruckbrand an beiden vorderen oberen Darmbeinstacheh«anlasst. März 1871: Drahthose wegen Eiterung aus zahlrs.Fisteln; H. bemerkte damals, dass von Tag zu Tag die Yertezunahm und eine Verbiegung des Beines eintrat. Es sind:als 24 Splitter ausgestossen worden, der letzte wurde Ende.1872 entfernt. Die Eiterung war reichlich und langdauczahlreiche Einschnitte wurden angelegt, tief eingezogene kieine dicht über der Kniescheibe, bedecken den Obersclzwei Fisteln sind Juli 1873 noch nicht geschlossen, diedringt jedoch nicht auf blossliegenden Knochen. 1Druckbrand an der linken Schulter, auf welcher erletzung der rechten meistentheils lag, in der Lenden]an der Ferse des verwundeten Beines und warelend, dass man ihn aufgab. Im Februar 1872 macktndreiwöchentliche Wundrose durch, welche sich über