LlILAllgem.TheU.
II. Beschreibung der Präparate u. s. w.
363
Das abgeschlagene
aus, wie bei gespaltenem Holze.
c-kist 6V2cm hoch, 57:2 cm breit (sagittale Eichtung) und
dick (transversale Richtung). An der äusseren hinteren
' ., j es gnorrens befindet sich eine kleine schwarz gefärbte,
gc hwach angebrannt aussehende Stelle, vielleicht die Äuf-
klacstelle der Kugel. Andere bemerkenswerthe Verhältnisse
LJrt-J" Präoarat nicht dar.
Präparat 35.
Zertrümmerung der unteren Epiphyse des Pemur mitsteckengebliebener Kugel."
Abgebildet auf
Blatt XLII.
In der Kniegelenks-Epiphyse des Femur steckengebliebeneKiiiTfl. Vor der Aufsagung (links), nach der Aufsagung(rechts)."(Siehe Tafel 24, Fig. c und d.)
Die Kugel —■ Bayerisches Geschoss — ist an der Vorder-e des rechten inneren Knorrens von links her eingedrungenjid im äusseren Knorren in Längsrichtung mit der Spitzelisch unten steckengeblieben. Die vordere Wand der Epiphyselitt theils herausgeschlagen, theils in mehreren flachen Splitternlisch wrn gedrängt. Beide Knorren waren durch einen weit nachken in deu Schaft reichenden Spalt fast genau in der Mittei-le auseinander getrieben, an der Hinterseite des Ober-liclenkelknochens befinden sich mehrere abgestorbene Splitter1 beiden Seiten des grossen Spaltes. Als man den Oberschenkelleinige Centimeter oberhalb der Knorren durchsägte (auf der Ab-ag ist die Durchsägung nicht vollständig durchgeführt),Ifelen die beiden Knorren entsprechend dem schon vorher be-gehenden Spalt auseinander und man sah nun die Kugel in■ ihrer Lage, sie ist wenig verunstaltet. Vom Einschuss aus-d mehrere Spalten des inneren Knorrens, am äusserenlleine weiteren Veränderungen.
Präparat 36.
LLoclischuss des unteren Endes des Femur mit beginnendenNekrosen."Abgebildet auf
Blatt XLIII.„Loclisckuss der unteren Epiphyse des Femur mitSplitterung."(Siehe Tafel 25, Fig. a.)
Am Knochenpräparat besteht noch eine klaffende Spalte
lin der Aussenseite des äusseren Knorrens 10 cm hoch am
Schaft hinaufreichend, hier umbiegend und nach abwärts bis
In dem Ausschuss an der Hinterseite hinabgehend. Aus der
|kinteren Wand ist vom Ausschuss aus nach oben ein 3 cm
ger Splitter herausgeschlagen. Die umfangreiche Zerstörung
) Knorpels ist an der Abbildung wenigstens theilweise dar-
lt. Hierauf bezieht sich vielleicht die
Krankengeschichte 10. K. M., vom Anhaltischen In-kterie-Regiment No. 93, verwundet am 30. August 1870 bei«anmont: Röhrensehuss durch die untere Epiphyse des Femur'echts. Kolossale Eiterung, Senkungen, Hautablösung. Gestorbenp 25. September 1870 an Entkräftung'.
(R. v. Volkmann.)
Präparat 37.
„Lochschuss durch die untere Epiphyse des Femur mit
Splitterung ins Kniegelenk. Heilung ohne Eiterung.
Patient später an einer anderweitigen Erkrankung
gestorben."
(Hierzu die nachträglich angefertigte Zeichnung b auf Tafel 25.)
(Die Krankengeschichte 11, aus der sich das Weitereergiebt, ist von R. v. Volkmann mit „geheilter Knieschuss"bezeichnet.)
Krankengeschichte 11. A.R., Französischer Liniensoldat,wurde bei Sedan durch einen Knieschuss verwundet und ohnefesten Verband von dort nach Wittenberg gebracht, um daselbstgefangen gehalten bezw. in ein Lazareth aufgenommen zu werden.Die Kugel war am linken Kniegelenk dicht oberhalb und etwasnach innen von der Kniescheibe eingedrungen und etwa in derMitte der Kniekehle wieder ausgetreten. Dass der Knochenverletzt sei, war unzweifelhaft, doch ein Bruch nicht nach-weisbar, auch eine Gelenkentzündung nicht vorhanden. DemKranken wurde nun erst ein gefensterter Gypsverband angelegt.Der Verlauf war vortrefflich. Die vordere Wunde schloss sich,nur die hintere eiterte fort und wurden wiederholt Knochen-stückchen aus derselben entfernt. Nach etwa 8 Wochen konnteder Gypsverband fortbleiben; das Allgemeinbefinden war durch-aus befriedigend. So ging die Sache vom September 1870 bisFebruar 1871. Plötzlich stellten sich Fieber und Schüttelfrösteein, und an der Wade entwickelte sich ein grosser, jauchigerEiterherd, der geöffnet wurde, worauf das Fieber zwar nachliess,aber doch fortdauerte; auch kehrten die Fröste öfter wieder,die Wunde hatte ein schlechtes Aussehen und in der Umgebungbildeten sich immer wieder neue Eiterherde. Trotz aller Be-mühungen konnten kranke Knochen nicht aufgefunden werden.Endlich entschlossen wir uns auf dringenden Wunsch desPatienten zur Absetzung besonders auch in Rücksicht darauf,dass zwei ähnliche Fälle kurz vorher tödtlich geendet, währendein dritter, wo wir die Absetzung vorgenommen hatten, genesenwar. Nach der Absetzung ging es die ersten fünf Tage gut,dann kehrten das Fieber und die Schüttelfröste wieder, undPatient starb etwa am 10. Tage nach der Operation. Das Knie-gelenk erwies sich bei der Untersuchung ganz normal, ohneZeichen überstandener Entzündung, nur am inneren Knorren desOberschenkelknochens fand sich eine feine Riefe, und zeigte sichnun deutlich, dass hier der ganze innere Knorren abgesprengtgewesen und wieder angeheilt war. Am vorderen oberen Randedes Gelenkknorpels des inneren Knorrens fand man ein Loch,das von vorn und innen nach hinten und aussen durch denKnochen verlief und durch das man mit dem Finger bequemdurchdringen konnte. Dasselbe war mit Granulationen erfülltund lag noch ein kleines, etwa groschengrosses Knochenstückdarin, jedenfalls die Ursache der fortdauernden Eiterung. DerFall scheint mir besonders interessant wegen der Durchbohrungdes Knochens noch innerhalb des Gelenks mit Lossprengungdes inneren Knorrens, ohne dass in Folge der Verwundung eineGelenkentzündung oder Verjauchung eingetreten wäre, obwohlder Verwundete noch dazu ohne festen Verband von Sedan bisWittenberg übergeführt, und hier erst über 14 Tage nach derVerwundung ein Gypsverband angelegt war.
(gez. Dr. Boddien?.)
Blatt XLIV.
„Durch die Kugel herausgeworfene Knochenwand."
(Siehe Tafel 25, Fig. c.)
46*