Druckschrift 
3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
Entstehung
Seite
359
Einzelbild herunterladen
 

Bad HL AUgem

Theil.

II. Beschreibung der Fräparate u. 8. w.

359

Eine zweite Gruppe, mit Präparat No. 23 und Blatt XXVLinnend, stellt Verletzungen dar, welche nach den ange-lten Anschauungen durch Geschosse von geringererlebendiger Kraft hervorgerufen wurden.

Hier sind vorzugsweise deutlich Lochschüsse der einenWand des Schaftes zu Stande gekommen bei vollem Auf-treffen des Geschosses. Die Brüche gestalten sich durchiüe typisch auseinander weichenden Bruchlinien im All-

gemeinen

i dass ein oberes und unteres Bruchende undei zeitliche Splitter gebildet werden, welche einenEueren oder geringeren Theil des zwischen den Bruch-enden liegenden Schaftes ausmachen.

Die dritte Gruppe, mit Blatt XXV111 beginnend, ent-halt Verletzungen, bei welchen einfachere Verhältnissebestehen: Querbrüche oder Schiefbrüche ohne erheblicheWitterung, hervorgerufen durch Geschosse, welche ent-eder seitlich oder mit noch geringerer lebendiger KraftKnochen trafen. Die Aufschlagstelle der Kugel istist in keinem Falle mit einiger Deutlichkeit zu erkennen.

An diese Gruppe schliessen sich, mit dem Knochen-iraparat No. 27 beginnend, einige Verletzungen an, welcheArt des Bruches weniger deutlich erkennen lassen undhr.-cheinlich wogen anderweitiger besonderer Verhältnissedie Sammlung aufgenommen sind.

Schliesslich folgen, mit dem Knochenpräparat No. 28ginnend, einige nach Brüchen des Schaftes zu Standekommene Heilungen und falsche Gelenke.

Starke Splitteruug.

Blatt XVI.

LLochsehuss des Pemur mit Längsfraktur und nekrotischenBruchrändern".(Siehe Tafel 10, Fig. a.)Ansicht von vorn.

Blatt XVII. Ohne Bezeichnung.

Die vorhergehende Verletzung. Ansicht von hinten.(Siehe Tafel 10, Fig. b.)

Blatt XVIII.

Splitterbruch des Femur (zusammengeleimt)".(Siehe Tafel 11, Fig. a.)

Blatt XIX.

.Sclmssfraktur des Femur (zusammengeleimt)."(Siehe Tafel 11, Fig. b.)

El ist vielleicht nicht überflüssig, darauf hinzuweisen,;ille Trennungslinien von einem Punkte ausgehen: dasMd einer Fensterscheibe, welche von einem harten spitzeniegeustaud getroffen ist.

Blatt XX.

Schussfraktur des Femur (zusammengeleimt)."(Siehe Tafel 11, Fig. c.)

Blatt XXI.

Splitterbruch des oberen Drittels des linken Femur (Lang-bleischuss). Tod bei bereits weit vorgeschrittener Konsoli-dation an Prämie. Alle Splitter erhalten und durch Kallusleicht angelöthet, der sich erst bei der Maceration zumTheil wieder gelöst hat".(Siehe Tafel 12, Fig. a und b.)

Blatt XXII.

Dislokation der noch am Periost hängenden Splitter durch

retinirtes Sekret. Spitze des angelötheten Splitters bei

* V« Zoll (3 cm) vom Niveau der Kortikalis entfernt."

(Siehe Tafel 13.)

Die Abbildung hat ihren Platz in der Gruppe derSplitterbrüche gefunden; möglicherweise ist auch hier dieVerlagerung der Splitter, zum Theil wenigstens, auf hydrau-lische Pressung zurückzuführen.

Präparat 22.

Kolossale Zertrümmerung des unteren Endes des Femur mitBruchenden und Splitternekrosen. Fyämie. 17 Schüttel-fröste. Icteris gravis. Amputatio femoris, geheilt."

Das Präparat ist (wahrscheinlich vor der Maceration) dar-gestellt auf

Blatt XXIII.

Splitterbruch des Femur. Nekrose der Bruchenden und

der noch am Periost hängenden Splitter".

(Siehe Tafel 14, Fig. a.)

Das Knochenpräparat besteht aus den einzelnen, ausallen Verbindungen gelösten Bruchenden und 8 Splittern, welchetheilweise oder gänzlich abgestorben sind, sie lassen sich nichtmehr mit genügender Sicherheit an einander passen, so dassvermuthlich noch einige Splitter fehlen. Das obere, in eine langeabgestorbene Spitze auslaufende Bruchende ist dargestellt auf

Blatt XXIV.

Nekrose eines Bruchendes nach Schussfraktur des Femur".

(Siehe Tafel 14, Fig. b.)

Ein einzelner Splitter ist dargestellt auf

Blatt L, Zeichnung 3.(Siehe Tafel 27, Fig. c.)

Am unteren Bruchende des Knochenpräparates ist einTheil der inneren Wand des Schaftes erhalten, die obere Spitzeist abgestorben. Ferner befindet sich an demselben ein grosserSplitter der hinteren Wand, welcher bis l 1 /- cm einen Quer-finger breit oberhalb der Kondylen herabreicht, wenig ver-schoben und durch Kallus theilweise angelöthet.

Eine Betheiligung des Kniegelenks wird durch die theil-weise Zerstörung des Gelenkknorpels erwiesen.

Bei einer von R. v. Volk mann's eigener Hand ge-schriebenen Krankengeschichte (5), den W. J. betreffend vergl. Speziellen Theil dieses Bandes: Verwundungen desOberschenkels, S. 1082 No. 3~>8 befindet sich eine Skizzemit Tinte gezeichnet, welche ein unteres Bruchende eines