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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
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v. Volkmann'sche Sammlung kriegschirurgischer Präparate u. s. \v.

Band III. AllgmJ

nach unten bis zur oberen Spitze des unteren Brachendes.Dieser Spalt ist am Knochenpräparat mit einer ei-härtetenMasse ausgefüllt, so dass die genaueren Verhältnisse sich nichtfeststellen lassen. Am Knochen steht: P. C. (Franzose), verw.30. 8. 70, gest. 15. 9. 70. Dieselbe Bemerkung findet sich vonR. v.Volkmann's eigener Hand im Krankenbuche des Kriegs-lazareths Mouzon.

Präparat 20.

Enormer Schiefbruch des Femur nach Schuss einer matten

Kugel von hinten her gegen den grossen Trochanter

(zusammengeleimt)."

Abgebildet auf

Blatt X.Schuss von hinten gegen den grossen Trochanter. Längs-bruch."(Siehe Tafel 7, Fig. b.)

An der hinteren Seite des grossen Rollhügels ausgedehnteraber oberflächlicherDefekt, von welchem aus mehrere Spalten nach

oben durch den Rollhügel gehen. Der äussere Theil des>,Rollhügels ist nebst einem Theil der äusseren 'WandSchenkelschaftes in Gestalt eines 8 cm langen, 2cm \ 'Splitters abgesprengt. Unterhalb desselben befindet siel'Schief bruch, so dass die obere Spitze des unteren Bm Van der Aussenseite in der Höhe des kleinen RollhügeUuntere Spitze des oberen Bruchendes an der Innenseite runterhalb des kleinen Rollhügels liegt.

Auf die Aehnlichkeit zwischen diesem und dem Tori«Präparat braucht kaum hingewiesen zu werden. Hinsicht),der Entstehungsweise dieser Brüche könnte die Vernmhiaufgestellt werden, dass die den Rollhügel treffende Kmdie obere Epiphyse nach vorn bezw. nach einwärts "ero'lhabe, und zwar an dem vom Rollhügel gebildeten htm»Hebelarm, und dass der untere Theil des Schaftes disBewegung nicht habe folgen können, vielleicht wegen IV-Aufstützens auf den Boden, und dass so der SchiefliruchiStande gekommen sei.

VI. Verletzungen des Schaftes des Oberschenkelknochens.

Voran stehen diejenigen Verletzungen, bei welchender Zusammenhang des Knochens nicht aufgehoben ist;einige stammen aus früheren Kriegen.

A. Ohne Aufhebung des Zusammenhanges.

Blatt XL

Prellschuss des os femoris.

Vergl. Stromeyer's Maximen, 2. Aufl., S. 169.«

(Siehe Tafel 8, Fig. a.)

Stromeyer an der angeführten Stelle sagt: Ich besitzeein solches Stück des Femur, an welchem sich die Stelle, wo dieKugel angeschlagen hat, durch eine anfangende Demarkations-linie erkennen lässt, indem durch Aufsaugung ein wenig vonder lebend gebliebenen Cortikalsubstanz entfernt worden ist.Der betreffende Patient hatte seinen Schuss bei Friedericia er-halten, die Kugel hatte das Femur von innen getroffen, war danndicht um den Knochen nach aussen geglitten und wurde inHadersleben von der äusseren Seite dicht am Knochen liegendentfernt. Der Patient starb schon am 8. Tage an akuter Pyämie,die ganze Markhöhle des Knochens war mit Jauche infiltrirt,in den Lungen waren Abszesse. Wenngleich in diesen schlimmenFällen der Einfluss des pyämischen Miasma sehr hoch ange-schlagen werden muss, so sind doch auch ohne dasselbe dieZufälle bei ähnlichen Wunden oft sehr bedeutend.

Blatt XII.

Plattgeschlagene Spitzkugel zu dem Knochenpräparat des

Th. C. gehörig."

(Siehe Tafel 8, Fig. b und c.)

Blatt XIII.Contusio ossis femoris mit Nekrose in Folge einer plattaufgeschlagenen Kugel. Nicht aus dem Feldzuge 1870/71."

(Siehe Tafel 8, Fig. d.)

Blatt XIV.Contusio femoris mit kleiner Nekrose."(Siehe Tafel 9, Fig. a.)

Präparat 21. Ausreissung eines Stückes aus der hinteren Wand des Feaohne Kontinuitätstrennung. Enorm selten."Abgebildet auf

Blatt XV.Abreissung eines Knochenstückes von der Diapbyie.femur mit Fissuren und Nekrosen. Sehr gelten.'(Siehe Tafel 9, Fig b.)

Die Markhöhle ist breit eröffnet. Zwei Splitter von 4:und 2 cm Länge liegen dem Knochenpräparat bei. Der Viwundete scheint von besonders starkem Knochenbau gnzu sein, wenigstens zeigt der Oberschenkel sehr massige V.hältnisse.

B. Knochenbrüche.

Das Knochenpräparat No. 21 bildet gewiss«»den Uebergang zu den Brüchen des Schaftes, welchedrei Gruppen geordnet worden sind. Voran stehenSplitterbrüche, nach den im IV. Bande dieses Ben*dargelegten Anschauungen hervorgerufen durch ty«Wirkung und Querschnittsvergrösserung der Geschossehöchster lebendiger Kraft bezw. Geschwindigkeit der!schösse. Bei mehreren dieser Präparate bezw. Abbilds?passen die Splitter so vollständig an einander. «nicht die geringste Lücke übrig bleibt, welche 'Schussöffnuno; darstellen könnte.