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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
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III. Kapitel: Grössere Operationen.

Band III. Allgen,. ^

Schulterblatts". Tod am 7. Juli 1864. Iu der Begeisterung,welche für die Blutüberleitung kurz nach dein Feldzugeherrschte, ist der Eindruck dieser ungünstigen Ergebnissenicht zur Geltung gekommen; Heyfelder 1 ) beklagtes, 1870 die Lammbluttransfusion noch nicht gekanntzu haben, weil er dann eine grosse Zahl elend zu Grundegegangener Soldaten gerettet hätte. Eckert sagt (S. 162):Die Frage, ob die Transfusion auf dem Schlachtfelde eineBerechtigung habe, konnte wohl früher gestellt werden;heute wäre sie anachronistisch" (ein Ausspruch, dem manheut, d. h. 1890, aber im umgekehrten Sinne beizustimmengeneigt sein wird). Eigentlich waren alle Chirurgen, welchein jener Zeit über Transfusion schrieben, von dem Segen,den sie auf dem Schlachtfelde stiften müsse, überzeugt.Demme, Neudörfer, v. Nussbaum, Gesellius, v. Beckhatten schon vorher darauf hingewiesen; man bedauerteallgemein, dass die Sanitätsanstalten der ersten Linien nichtmit den nöthigen Apparaten ausgerüstet waren, so dass nureine Transfusion auf dem Verbandplatze vorgenommenwerden konnte (s. o.), und erschöpfte sich in zum Theilseltsamen Vorschlägen für die Zukunft, in dem Bestreben,die Sterblichkeit der fechtenden Heere auf dem Schlacht-felde herabzumindern". Schlacht- und Zugvieh sei bei einermobilen Truppe immer vorhanden; Lämmer, Kälber, auchHunde eignen sich am besten; aber auch Rinder und alteSchafe können verwendet werden. Die Karotis des Blutspendenden Thieres wird schon vorher freigelegt, ja ge-öffnet, und mit der Kanüle im centralen und peripherischenEnde versehen; ein Schaf reicht dann für 4 Transfusionenaus (Neudörfer) und kann auf dem Verbandplatze bequemauf einem aufgerollten Mantel festgebunden werden (Ab-bildungen bei Eckert). Christophoris hielt die Trans-fusion sogar für wichtiger, als die Gefässunterbindung (!).Woher ist es gekommen, dass man in verhältniss-mässig kurzer Zeit diese Hoffnungen aufgab, dass von1877 an die Bluttransfusion nur selten, und auch dannfast nur in absprechendem Sinne erwähnt wird? (S. dasLitteraturverzeichniss.) Zwei Ursachen sind schon oben ge-nannt: die auf Grund sorgfältiger Versuche wachsende Ueber-zeugung von der Gefährlichkeit jeder Blutüberleitungund die immer mehr anerkannte Bedeutung der Kochsalz-eingiessung in ihren verschiedenen Arten (rein, mit Alkali,Zucker, Alkohol; intravaskulär, subkutan, intraperitoneal).Für den Chirurgen, im Krieg und Frieden, kommt abernoch ein dritter, sehr wesentlicher Grund hinzu. Unterden 28 Transfusionen bei Verwundeten, über welcheoben berichtet ist, war wegen primärer Blutung nur eineeinzige, dagegen 19 wegen späterer Blutungen, nach An-fressung der Gefässe bei jauchiger Eiterung, ausgeführt.Bei aseptischem Verlaufe kommen diese sogen,sekundären oder Spätblutungen nicht mehr vor.Antiseptik und Aseptik, je mehr sie bekannt und richtig

i) Siehe Eckert, a. a. 0. S. 1G4.

gebraucht wurden, haben daher diejenigen Fällefrüher zur Transfusion aufforderten, immer seltener e eniDie Folgen der Blutung nach frischen VerletzungenGeburten, und die Folgen der Blutungen aus Gesclheftigen Nasenblutens u. s. w. werden in einer I:Fällen durch die sogen. Autotransfusion und die bekannt"Belebungsmittel beseitigt, während gleichzeitig die ortUBlutstillung, nötigenfalls Maassregeln zur Verhütung e »Wiederkehr der Blutung vorgenommen werden. Von ei«»bestimmten Art der Autotransfusion (ein, wie LaiRecht bemerkt, schlechtes Wort) möchte ernstlich.zurathen sein; sie besteht darin, dass man das bei ei»Operation verloren gegangene Blut dem Operirten in ei»Vene wieder hin einspritzt, und war Vorjahren vony.Iinarch empfohlen, zuletzt im Jahre 1886 von MitHausgeführt. Bei allen Operationen an den GliednuJkann man mit richtiger Benutzung guter Methodeneinem nennenswerthen Blutverlust kaum noch sprechiwill man auch das in dem abzuschneidenden TheilelJtindliche Blut dem Operirten zuführen, dann iarichtiger, dies vorher durch Erhebung und EinviekiJeventuell (Bardeleben) mit einer leinenen Bimnach dem Anlegen von der Peripherie her angefendlwird, zu thun. Blutungen aus Höhlenwunden (nachSletzungen oder Operationen) werden in vielen Fällendie antiseptische Tamponade gestillt werden können

Schon im Jahre 1874, als die Blutüberleitung müberall mit Begeisterung gepriesen wurde, hielt Brubera(im Gegensatz zu Demme, Gesellius, Heyfeldti,Eckert u. A.) ihre Ausübung auf dem Schlachtfelde:iunmöglich. Wir müssen heute hinzufügen, dass jede inder Transfusion vom Schlachtfelde auszusehliessen Iauch die Infusion der Kochsalzlösung wird hier oft sei?«auszuführen sein. Abgetheilte Pulver zu 0.6, oder UMKronecker 0.7 Natr. chlor, sind freilich leichtzu halten; wird es aber immer möglich sein, die notbMenge gut abgekochten Wassers (für jede Transfusion:bereit zu haben, bezw. mit auf das Schlachtfeldnehmen? Wird hier nicht oft die für diesenöthige Zeit, da stets langsam infundirt werdenfehlen? Die intraperitoneale Infusion einer Kochsalzlo-u:ist unter den gegebenen Verhältnissen sicher nicht»gefährlich; von ihr und der subkutanen Einder Lösung steht es auch noch nicht fest, ob sie mitbei akuter Blutleere erforderlichen SchnelligkeitWirkung entfalten. Von den Mischungen der SaklSmit Blut (Maydl, Schramm, Landerer, siehe ILitteraturverzeichniss) kann dabei, abgesehen davon.die reine Salzlösung an sich zweckmässiger erscheint, taudie Rede sein; ebensowenig von der intraperitoneMBluttransfusion Ponfick's (1879) und der ronPodCasse, Karst, Landenberger und v. Ziempfohlenen subkutanen Einspritzung von Blut.Wendung grösserer Mengen hat man dabei die täwm