I ;n d III. Aligera. Theil.
IV. Abschnitt: Blutüberleitungen. (Transfusionen.)
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n j-yjt ,jje Begründung; in 2 Fällen (ebenda No. 8 und
\ 0i 3) Vurde dieselbe in Erschöpfung durch lang-
liaue-rinle Eiterung, in den übrigen Fällen in Blutleere in
L | irr0SS er Blutverluste gefunden. Bei 2 Mann handelte
«ih um eine sogenannte prophylaktische Transfusion,
f. reiche die betreffenden Verwundeten für vorzu-
ebuiende grössere Operationen gekräftigt werden sollten
S. 149 No. 1 und S. 636 No. 7):
1 Chassepotschuss in den rechten Oberschenkel am 9. August
Mn — Jauchung, Nachblutungen, schwere Blutleere. — Am
mber Auslösung im Hüftgelenk: Unterbindung der
At crural. in der Leistenbeuge, Ueberleitung von 300 g
Rlut in die V. crural. mit augenblicklichem sichtbaren Er-
Ifolse Nunmehr Auslösung im Hüftgelenk, etwa 14 Unter-
I bindumren. Tod während des Anlegens der blutigen Naht.
»iohenbefund: Allgemeine hochgradige Blutleere. Stelle der
Jerschnietterung des Knochens in der Höhe des Rollhügels mit
Blut und Eiter erfüllt.
2. Schuss durch das linke Knie mit Zerreissung der Art.
jcpl. am 6. August 1870. — Jauchung, Nachblutungen. Am
llü. September Transfusion und darauf Absetzung des Ober-
»cheukels über den Kondylen. Tod an demselben Tage. Vergl.
«ch V.Band S. 216.
Bei 2 Verwundeten wurde die Transfusion mehrere Maleriederholt: der eine (Küster-Schliep, s. V. Band S. 636t schon erwähnt, bei dem anderen (V. Band S. 635■o. 3) wurden nach starken Blutverlusten bei Nekrose aminken grossen Rollhügel 135 ccm faserstofffreies Menschen-Uiit. und als nach 3 Wochen in Folge starker Eiterung undtoii Wundrose wieder starke Entkräftung eingetreten war,h einmal dieselbe Menge eingespritzt. Der Verwundeteirde geheilt.Die Zeit, welche zwischen Verwundung und Blut-(iberleitung lag, ist 11 mal nicht festzustellen (3 Heilungen);1 wurde noch auf dem Verbandplatze bei Auslösung imickltergelenk wegen Zerschmetterung des Oberarmes dieirterielle Transfusion mit faserstofffreiem Menschenblute vor-genommen (Heilung). In den übrigen Fällen, bei denen1 mal in der 1., 1 mal in der 2., 2 mal in der 3., 1 malder 5. Woche, 1 mal nach '/-> Jahr und 1 mal nachttwa 3 Jahren transfundirt wurde, machte sich kein oderein vorübergehender Erfolg bemerkbar. Bei 1 Ver-endeten wird der unmittelbare Erfolg als gut bezeichnet;Ich fehlen weitere Nachrichten. Bei 14 Verwundeten'lieben also die Blutüberleitungen ohne Erfolg;« 1 ist derselbe zweifelhaft, bei 3 (unter den|6eheilten) heisst es: „Guter Erfolg, rasche Hei-sofortige Erholung". — Die ursprüngliche Ver-letzung hatte bei 2 Verwundeten den Kopf, bei je 1 Ver-landeten Handgelenk, Schulter, Schlüsselbein, bei 2 denI Oberarm, bei 12 Anderen die Beine, und zwar 2 mal ünter-I Schenkel oder Knie und 9 mal den Oberschenkel getroffen.Nach erschöpfenden Krankheiten, namentlichInfektionskrankheiten, wurde bei 14 Erkrankten|Umal transfundirt: in 3 Fällen bei Deutschen währendTtaer Krankheiten mit heftigen Darmblutungen ohne
bmtäts-Bericht über die Deutschen Heere 1870/71. III. Bd. Allgem. Theil.
Erfolg, und 11 mal (s. v. Beck) wegen Schwächezuständennach überstandenen Krankheiten (bei kriegsgefangenenFranzosen; 9 Erfolge, 1 Todesfall, 1 Ausgang unbekannt,s. Tabelle XXI der Operationsstatistik).
Von den 33 Verwundeten und Erkrankten beidenen diese 37 Transfusionen gemacht waren,sind 13 geheilt, 19 gestorben; bei 1 ist der Aus-gang unbekannt. Von den schon Denis bekannten,aber erst in unserer Zeit in ihrer Bedeutung und Ent-stehung klar gestellten Folgeerscheinungen der Blut-transfusion ist wenig berichtet. Einige Male war hohesFieber, Lungenödem vorhanden, wurde aber auf den be-stehenden Krankheitszustand (meist Pyämie) bezogen. Inden meisten Fällen wird die unmittelbare Wirkung als einesehr gute, sehr in die Augen fallende beschrieben. Nur in13 Fällen ist die eingespritzte Blutmenge be-kannt: 6 mal waren es weniger als 100 ccm, 2 mal 135,1 mal 230, 3 mal 250 und 1 mal 300 ccm, welche über-geleitet wurden; 10 mal in die Art. radialis, oder Tibial.post., und 25 mal in eine der Unterarmvenen. Eine sogen,depletorische Transfusion (Aderlass und Transfusion),wie sie u. a. auch bei Pyämie empfohlen ist, wurde, soweitzu ermitteln war, nur einmal von Küster-Schliep (sieheoben) ausgeführt.
Aus dem vorliegenden Material können keine Schlüsseüber die Anzeigen für Blutüberleitung gezogen werden;die heutigen Anschauungen über die Berechtigung dieserOperation sind heute von den zur Zeit des Feldzugs 1870/71giltigen, wie schon anfangs betont, so grundverschieden,dass man heute versucht ist von den damals Geheilten zuglauben, sie seien nicht durch die Transfusion, sonderntrotz derselben gerettet, weil die Betreffenden die ihnenzugefügte Schädlichkeit zu überwinden noch im Standewaren. Wenn man aber auch mit Landois annehmen will,dass früher oder später die Bluttransfusion wieder zuEhren kommen wird, so lassen sich doch die hier in Redestehenden 37 Fälle für diese Frage nicht verwerthen. DieKrankheitszustände, um die es sich handelte, sind zu ver-schiedener Natur; oft genug wird auch das, schon vonPanum gekennzeichnete: „Zu spät" gegolten haben. Er-muthigend sind die Ergebnisse gewiss nicht, ebensowenig,wie die bekannt gewordenen Transfusionserfolge aus anderenFeldzügen, v. Beck 1 ) berichtete nach dem Feldzuge 1866über 4 erfolglose Transfusionen; in dem Berichte über denAmerikanischen Rebellionskrieg finden sich 2 Fälle, beidenach Fleischwunden am Unterschenkel, einer mit Ausgangin Heilung, einer mit Tod endigend (Part III, surg. vol. p. 811).Ausserdem findet sich ein etwas unklarer Fall im Part IISurg. vol. p. 642 unter No. 23: Bruch des linken Schulter-blattes und Schultergelenks am 22. Juni 1864. Am 29. JuniExartikulation mit doppeltem Lappen. Blutung. Trans-fusion von Blut „mittels Einschnitts an der Rückseite des
x ) v. Beck, Kriegschirurgische Erfahrungen aus dem Kriege1866. 1867.
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