Band III. Allgem
Theil.
III. Abschnitt: Unterbindungen grosserer Schlagadern.
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I. Unterbindungen 41, und zwar:a ) Unterbindung der Aorta 1 mal,
1,) Unterbindungen der lliaca coinm. 2, 1 mal nachUnterbindung der lliaca ext. und 1 mal vor Unter-bindung der Aorta,
c ) Unterbindungen der lliaca externa 22,
d) Unterbindungen der Feinoralis 16.
II. GliedabsetzuHgen 5:
a) am Oberschenkel 4, von diesen 3 vor und 1 nachder Unterbindung,
b) am Unterschenkel 1: vor der Unterbindung.
III. Aussägung lmal: Fussgelenk, vor der Unter-bindung.
IV. Splitterentfernungen 3: vor der Unterbindung.
V. Transfusion 1 mal nach der Unterbindung.
Mehr als 2 operative Eingriffe kamen zur Aus-führung uei 9 Verwundeten:
1. Unterbindung der Femoral, comm., der lliaca externaund lliaca communis.
2. Absetzung am Oberschenkel, Unterbindung derFemoralis und der lliaca externa.
3. Unterbindung der lliaca ext., Transfusion, Unter-ig der Femoralis und der Profunda in der Wunde.
4. Unterbindung der Femoralis externa, der Femoral.»m., der lliaca und Absetzung im oberen Drittel desOberschenkels.
5. Aussägung des Fussgelenks, Unterbindung derFemoralis und der lliaca externa.
6. Absetzung am Unterschenkel, Unterbindung derFemoralis und der lliaca ext.
7. Absetzung am Oberschenkel, Unterbindung derder Femoralis und der lliaca externa.
8. Absetzung am Oberschenkel, Unterbindung derFemoralis externa am Stamme und Unterbindung derlliaca externa.
9. Unterbindung der Femoralis oberhalb und unterhalbder Profunda, Unterbindung der lliaca communis und derAorta abdominalis.
Im Anschlüsse an die soeben erwähnte Unterbindung derauchaorta sei auf die Arbeit von Käst 1 ) besonders hinge-gen, welcher die bisher bekannt gewordenen Fälle vonVerbindungen der Bauchaorta gesammelt und auf Grund vontobachtuugeu und Thierversuchen die Frage der Aorten-nterbinduug besprochen hat. Wenngleich sämmtliche Operirte
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Yergl. Deutsche Zeitschrift für Chirurgie, Band XII, 8. 406
schon innerhalb weniger Stunden starben und nur 2 Krankevon 9 die Operation länger als 24 Stunden überlebten, sprichtdie Unerbittlichkeit dieser Zahlen nach Käst durchaus nichtgegen die Berechtigung der Operation. Derselbe schliesst sichvielmehr der Ueberzeugung A. Cooper's au, welcher zuerst dieUnterbindung der Aorta abdom. 1817 ausführte, die Operationkönne mit Erfolg gemacht werden.
Für die Ausführung der Operation dürfte es sich empfehlen,den Kranken auf die rechte Seite zu lagern und so zu operiren,wie es v. Bergmann für die Unterbindung der lliaca communisbezw. für die Entfernung von Nierengeschwülsten vermittelstdes extraperitonealen Bauchschuittes angegeben hat (Flanken-schnitt).
Von erwähnenswertheii Erscheinungen, welche fürA r erlauf und Ausgang der Uiaea-Unterbinduiigen besondersungünstig waren, sind verzeichnet:
1. Hospitalbrand 1 mal.
2. Brand 6 mal.
3. Wundrose 2 mal, unter ihnen der geheilte Fall.
4. Starke jauchige Eiterung 5 mal.
5. Bauchfellentzündung 3 mal.
6. Pyämie und Septicämie 8 mal.
7. Pocken 1 mal, bei einem Franzosen,
8. Starke Durchfälle 1 mal.
Ueber die Zeit, welche verging von der Ver-wundung bis zur Unterbindung der lliaca, sowie überdie Frage, wie oft in der Wunde unterbunden wurde, wieoft am Stamm, desgleichen über den Ausgang sind inTabelle XIX der Operationsstatistik die entsprechenden An-gaben enthalten. Bezüglich des zuletzt genannten Punkteslinden sich noch folgende Angaben:
In dem einzigen geheilten Falle war der endgiltigeBefund: Schwäche und Abmagerung des Beines auf deroperirten Seite.
Bei den 22 Gestorbenen ist die Todesursache 17 malangegeben:
1. Blutleere 5 mal.
2. Erschöpfung 1 mal.
3. Pyämie und Septicämie 7 mal.
4. Bauchfellentzündung 2 mal.
5. Hospitalbrand 1 mal.
6. Wundrose 1 mal.
Die Zeit zwischen der Unterbindung der lliacaund dem Eintritt des Todes betrug: 1 Tag 3 mal,2 Tage 5 mal, 7 Tage 3 mal, ferner bei 3 Verwundetenje 1 mal 13 Tage, 15 Tage und mehr als 3 Monate.
Leichenbefunde über Gefässverletzung, Unter-bindung, Thrombenbildung und Verhalten des Bauchfellsfinden sich in 13 Krankengeschichten (vergl. V. Band,S. 599, 600, 601 u. 602) erwähnt.