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III. Kapitel: Grössere Operationen.
Baudill. Allgen,.Thea
der Schenkelschlagader. Die Zeit zwischen der Unter-bindung und dem Auftreten der Ligaturblutung betrug je1 mal 4 Wochen, 15 Tage, 10, 8, 7 und 6 Tage.
Als fernere Veranlassung zur Unterbindung der lliacaist verzeichnet: Blutung in Folge von Hospitalbrand ander Stelle der Verletzung in einem Falle: Blutung nachEntfernung von Knochensplittern 3 mal und Blutungaus einer Amputationswunde gleichfalls 3 mal. Inletzteren 3 Fällen war zur Stillung der Nachblutung zu-nächst die Schenkelschlagader unterbunden worden.
Vor Unterbindung der lliaca sind zur Bekämpfung derBlutung ausser den gewöhnlichen in fast allen Fällenzunächst zur Anwendung gelangten unblutigen Maassnahmen,Fingerdruck u. s. w., folgende operative Eingriffe aus-geführt worden:
a) Zur Stillung von Blutungen aus der Stelle derVerletzung 6 mal Unterbindung der Schenkelschlagader undzwar der Femoral, externa in der Wunde bei Vorhandenseineines falschen Aneurysmas — der Femoral. comm. amStamme — der Femoral, externa — zuerst Femoral,externa, dann Femoral. comm. — in der Wunde, zunächstFemoralis ober- und unterhalb der Profunda, dann mehr-fache Versuche, die Profunda zu unterbinden — Femoralisohne nähere Angaben.
b) Zur Stillung von Nachblutungen aus einerAmputationswunde — wie oben erwähnt — 3 mal Unter-bindung der Schenkelschlagader am Stamme.
Ueber die Ausführung der Operation finden sichbesondere Angaben bei 2 Verwundeten: bei dem einzigenGeheilten doppelte Unterbindung mit Durchschneidung desGefässstückes zwischen den beiden Ligaturen, und bei einemspäter gestorbenen Franzosen: Flach nach aussen konvexerSchnitt in der Richtung des Muse, obliquus abdominisextern, behufs Unterbindung der lliaca communis.
In Betreff des Ligatur fad ens wird Folgendes be-richtet:
1. Die Fäden fallen ab nach 12 Tagen.
2. Abfall des Ligaturfadens nach 24 Tagen.
3. (Leichenbefund.) Die Unterbindung der Art. iliacaschliesst fest.
4. Drei Unterbindungsstellen und zwar: a) unterhalbdes Poupart'schen Bandes; b) 3 cm oberhalb des-selben; c) 2 cm jenseits des Abganges der Art.hypogastrica. An letzterer Stelle ist nur die vordereWand durchschnitten, an den beiden anderen dasGefäss völlig durchtrennt.
5. Die Art. iliaca ist an der zwischen Abgangder Epigastrica und Circumflexa gelegenen Unterbindungs-stelle zu */* ihres Umfanges durchschnitten, Ligaturfadennicht mehr vorhanden.
6. Die Ligatur der Iliaca externa lag nicht ganz 1 cmoberhalb der Arteria circumflexa.
7. Letzte Ligatur (Seidenfaden) an der Aorta, vorletztean der Iliaca comm. Die Aorta schloss wasserdicht.
8. Die erste (untere) Ligatur lag gerade unterhall. ,vAbganges der Profunda.
Ueber den Erfolg der Unterbindung ist ange»elt fdass 8 mal neue Blutung aus der Wunde, 2 mal Blutaus der Ligaturstelle der lliaca auftrat. Um die nenBlutungen nach Unterbindung der Iliaca zu stillen wurdeausser den gewöhnlichen unblutigen Maassnahmen Finnedruck u. s. w., folgende operative Eingriffe ngenommen:
a) Neue Unterbindung 3 mal:
1. Unterbindung des peripheren Endes der Fernem!;an der Stelle der Verletzung und in unmittelbarem hsehluss daran Unterbindung der Profunda.
2. Unterbindung der Iliaca communis wegen newBlutung aus der Stelle der Verletzung in Folüe jHospitalbrand, nachdem zuerst die Femoralisam Stamm und später die Iliaca externa unterbworden war.
3. Unterbindung der Aorta abdominalis: h4. August 1870 hatte der Französische Soldat C. Lbei Weissenburg einen Schussbruch des linkenschenkeis 4 Querfinger breit unterhalb des PouparfscltiBandes erlitten. 7 Tage nach der Verletzung trat iBlutung aus der Wunde ein, in Folge deren zunächstd»Femoralis in der Wunde oberhalb und unterhalb 1sAbganges der Profunda unterbunden wurde. 8 Tage smam 19. August, heftige Blutung aus der angefressenen Et-mündungsstelle der Profunda femoris. Der Versuch. J
1 mehr die Profunda noch zu unterbinden, gelang auf keineWeise. Daher Unterbindung der Iliaca communis. DadkBlutung trotzdem nicht stand und neue Versuche, hProfunda zu unterbinden gleichfalls scheiterten, so wurde -in der Meinung, dass bei der beabsichtigten Unterbindeder lliaca comm. statt derselben vielleicht die lliaca tugefasst worden sei — jenseits einer 2 cm oberhalb derfraglichen Ligatur gelegenen Verzweigungsstelle eine Dt»Schlinge (Seidenfaden) angelegt. Das von demselben»schnürte Gefäss war •— wie die Leichenöffnung ergabdie Aorta abdominalis.
b) Gliedabsetzung 1 mal und zwar am OberschenkelWegen immer von Neuem auftretender Blutung ans dtStelle der Verletzung war zuerst die Arteria femoraliexterna dicht unterhalb der Profunda, sodann die Fem. toidicht unter dem Poupart'schen Bande und endlich 6lliaca ext. unterbunden worden. Zwei Tage nach Iletzten Unterbindung abermalige Blutung, sofortige 1setzung im oberen Drittel des OberschenkelsStunden später Tod durch Erschöpfung.
Eine Zusammenstellung sämmtlicher nennen-werthen Operationen, die bei den in Rede stehenda23 Verwundeten vorgekommen sind, ergiebt Folgend»wurden vollzogen: