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III. Kapitel: Grössere Operationen.
BandHI. Allgen,, ^i Du
drücklich angegeben, dass wiederholte starke Blutungendie Unterbindung der Axillaris nothwendig machten.Darüber, wie viel Zeit nach der Verletzung verging, bisdas Aneurysma festgestellt werden konnte, linden sich keineAngaben.
Das Fehlen bezw. das Vorhandensein des Pulses unter-halb der zu vermuthenden Gefässverletzung vor der Unter-bindung ist in keiner Krankengeschichte zur Sprache ge-bracht. Dass der Speichenpuls nach der Unterbindungder Axillaris fehlte, wird in 3 Fällen erwähnt.
„Warnungsblutungen" sind 4 mal verzeichnet. In einerKrankengeschichte heisst es: Nach der am 7. Oktober 1870erfolgten Unterbindung der Arteria axillaris tritt in derUnterbindungswunde gleichfalls Hospitalbrand und in Folgedavon den 3. November hier zunächst eine „Signalblutung"auf, welche durch Tamponade gestillt wird. Den 5. No-vember neue heftige Blutung aus der Unterbindungswunde,daher sofort Ligatur der Arteria subclavia.
Fast immer sind vor der Unterbindung unblutige Maass-nahmen zur Stillung der Blutung versucht worden, wieFingerdruck, Tamponade und dergl. Operative Eingriffe,um der Blutung Herr zu werden, linden sich theilsvor, theils nach der Unterbindung der Axillaris, wie folgt,verzeichnet:
a) Auslösung im Schultergelenk 1 mal mit tödtlichemAusgange.
b) Unterbindung der Arteria brachialis in 5 Fällen,2 mal mit Ausgang in Heilung. Bei einem OstpreussischenGrenadier (Schussbruch des rechten Oberarmes mitarterieller Blutung) war unmittelbar vor der Unterbindungdes Axillarisstammes der Versuch gemacht, das blutendeGefäss (arteria brachialis) in der Wunde zu unterbinden,indessen ohne Erfolg.
c) Bei einer Verletzung der Achselhöhle wurde ein-mal in der Wunde zuerst ein Ast der Axillaris, die Circum-fiexa humeri,*) unterbunden und dann erst, als die Blutungnicht stand, sofort die Hauptarterie selbst. Die Leichen-öffnung zeigte, dass die obere, dem Knochen zugekehrteWand der Axillaris verletzt war.
Die Frage, wie oft in der Wunde unterbunden wurdeund wie oft am Stamme, ist in Tabelle XIX der Operations-statistik beantwortet.
Besondere Angaben über die Ausführung der Unter-bindung finden sich bei 3 Operirten. Es heisst hier: DieAxillaris wurde oberhalb und unterhalb der verletztenStelle unterbunden, bei einem mit nachfolgender Durch-schneidung des zwischen den beiden Ligaturen gelegenenGefässstückes.
Der Unterbindungsfaden iiel ab: je 1 mal am 10.,11. und 12. Tage, 1 mal 5 Wochen nach der Unterbindung.Nur in einem dieser 4 Fälle erfolgte nach dem Abfall
] J Wahrscheinlich die posterior.
eine Blutung. Dreimal ist in dem Leichenbefunde iiVerhalten des Ligaturfadens berücksichtigt. 1 )
Ueber den Erfolg der Unterbindung ist denspärlichen Angaben zu entnehmen, dass an der Stelle i .Verletzung die Blutung dreimal von Neuem auftrat urzwar zweimal nach 3 Tagen, einmal fehlt die Zeitanjsl»Dass sich bei 2 operirten Franzosen an der Li™stelle Nachblutungen in Folge von Hospitalb^einstellten, ist schon erwähnt. Bei einem Verwundet/bei dem 10 Tage nach der Unterbindung der Aiilkdie Auslösung im Schultergelenk ausgeführt worden nkam es noch zu Blutungen aus der Exartikulatioi,.wunde.
Um dieser nach Unterbindung der AchselpulsaderJNeuem auftretenden Blutungen Herr zu werden ?d,
1 mal, wie bereits oben angeführt, mit Tannin tamponin
2 mal schritt man zur Unterbindung der Subclavia, vel»bei einem Grenadier der Preussischen Garde von Emwar (s. Subclavia); und 1 mal zur Absetzung des Ol»armes mit Ausgang in Heilung.
Ausser der Unterbindung der Axillaris wurden 1«den in Rede stehenden 28 Verwundeten folgende nennen.-werthe Operationen vollzogen:
I. Unterbindungen anderer Gefässe 6 und zwar:
a) Ligatur der Arteria brachialis 4 mal,
b) Ligatur der Arteria subclavia 2 mal natlder Axillaris-Unterbindung.
IL Gelenkaussägungen 4:
a) Aussägung des Schultergelenks 2 mal,
b) Aussägung des Ellenbogengelenks 1 mal,
c) Aussägung des Handgelenks 1 mal.
III. Absetzungen am Oberarme (6) und Auslöäungaim Schultergelenk (3) zusammen 9.
Bei einem von diesen Verwundeten wurden nicht wenigerals 4 Operationen vollzogen:
1. Aussägung des Ellenbogengelenks,
2. Absetzung am Oberarm,
3. Unterbindung der Arm Schlagader,
4. Unterbindung der Schlüsselbeinschlagader.
Die Unterbindung bezw. der Wundverlauf wurdet:schwert durch erhebliche Knochenzertrümmerungei,durch Verletzungen grösserer Nerven, und durch duAuftreten von Hospitalbrand nicht bloss an der ■letzten Stelle, sondern auch an der Stelle der Unterbind«(bei 2 verwundeten Franzosen).
Ausser diesen bereits oben erwähnten KomplikatioBist bei 4 Verletzten eine ausgedehnte, theils blutige, IMeiterige Durchtränkung der Weichtheile verzeichnet. Iwird von einem gestorbenen Deutschen über eine von kAchselhöhle aus sich weithin über die vordere und hintereBrustseite erstreckende blutige Infiltration berichtet.
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») Siehe V. Bd. S. 384 No. 4, S. 385 No. 12 u. S. 386 Nfc!
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