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Es ist überhaupt nur einmal — in dem obenangeführtenFalle von falschem Aneurysma — mit Bestimmtheit zuentnehmen, dass in der Wunde unterbunden ist; da-gegen sind 18 Unterbindungen zweifellos am Stamme aus-geführt.
Bei 5 von diesen findet sich die Angabe „oberhalbdes M. omohyoideus", bei 2 „unterhalb desselben", währendes bei 8 Unterbindungen zweifelhaft bleibt, ob dieselbenam Orte der Noth oder der "Wahl ausgeführt sind.
Ueber die zwischen der Verwundung und der Unter-bindung verflossene Zeit bringt Tabelle XIX der Operations-statistik die ermittelten Thatsachen. Danach ist einmalam Tage der Verletzung unterbunden worden; die meistenUnterbindungen fallen auf den 7. bis 13. Tag nach derselben.
Nur bei 6 aller Operirten war die Halsgegendselbst verletzt, bei den Uebrigen handelt es sich umSchüsse in das Gesicht. Es ist eine allen Kriegs-chirurgen bekannte Erfahrung, dass gerade Schuss-verletzungen des Gesichtes besondere Aufmerksamkeitwegen gefährlicher Spätblutungen erfordern. Gefährlichwerden sie freilich erst, wenn es sich um solche aus derMaxillaris interna oder gar Carotis interna handelt; dennBlutungen aus den Schlagadern der Weichtheile desGesichtes stehen wohl immer ohne grösseren Eingriff.Selbst aus der Maxillaris externa dürfte sich kaum Jemandverbluten. Aber gerade bei den Schussbrüchen des Gesichteswerden die erstgenannten Schlagadern bezw. wichtigeZweige derselben häufig verletzt.
Ueber die Zeit des Abfalls des Unterbindungsfadensfinden sich nur vereinzelte Berichte.
Danach löste sich derselbe je einmal am 12., 13., 14.und 19. Tage, zweimal nach 3 Wochen.
Nach der Unterbindung trat bei 8 Operirteneine Blutung nicht mehr auf. Einer von diesen starballerdings schon am Tage nach der Operation. Bei3 anderen erfolgte der Tod beträchtlich später: 2 malan Lungenentzündung, 1 mal an Pyämie.
Dagegen stellten sich neue Blutungen aus derWunde bei 5, Blutungen aus der Unterbindungsstellebei 4 Operirten ein; unter diesen letzteren 3mal aus demperipherischen Gefässende.
Bei dem bereits oben erwähnten Nassauischen In-fanteristen entwickelte sich an der Unterbindungsstelleein falsches Aneurysma, welches plötzlich blutete. Deraneurysmatische Sack wurde ausgiebig gespalten und derVersuch gemacht, das blutende Gefäss in der Wunde zuunterbinden. Da dies bei dem schon morschen Gewebenicht gelang, wurde zur Tamponade mit tanningetränktenSchwämmen geschritten, die später 2 mal am Tage mitKarbolkrystallen bestreut wurden und 6 Wochen lang festliegen blieben. Der Erfolg war günstig, das Operations-feld vernarbte fest.')
III. Kapitel: Grössere Operationen.
Bändln. Allge^.^
J ) Die ausführliche Krankengeschichte siehe vorstehend auf S. 44.
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Unter den nach der Unterbindung einBlutungen aus der Wunde sei hier noch eine ajwelche einen Hessischen Infanteristen betrifft. |nach der Unterbindung, als bereits die bestimmteste Asieht auf Heilung bestand, traten Blutungen am iursprünglichen Verletzung auf. die sich trotz dauert*Fingerdruckes immer wiederholten, bis endlich Schütteln- -unter septischem Fieber den Kranken dahinrafften
Wohl als unmittelbare Folgen der Carotis-Untebindungen sind die folgenden Erscheinungen aiKopfschmerz, Schwindel, Brechneigung, Ohrensausen, aWseitigeHemianopie, Stimmlosigkeit undAphasie, reelLähmung von Arm und Bein (die Unterbindung vvorgenommen) und linksseitige Facialislähmuug (die Untbindung hatte gleichfalls links stattgefunden).
Ohne Zweifel ist der plötzliche Verschluss enGefässgebietes von der Wichtigkeit und demgemeinsamen Halsschlagader für die Ernährung des Gel™ein so gewaltiger Eingriff, dass er das rasche Auftratvon Hirn-Erscheinungen leicht erklärt. ZahlreicheDruck auf die gemeinsame Halsschlagader, thel irein physiologischen Zwecken, theils zur Heilung '•Epilepsie und anderer Nervenkrankheiten, namentlich tiKussmaul und Tenner angestellte Versuche habe»geben, dass gewöhnlich nach diesem Eingriffe Verdunkelides Gesichtes, Schwindel und Betäubung, SchwächeBeine, Taumeln, Ohnmacht, endlich BewusstlosigkeitZusammensinken eintreten.
Diese Erscheinungen, lediglich eine Folge der timinderten arteriellen Blutzufuhr zum Gehirn, |natürlich in mehr oder minder hohem Grade auchder Unterbindung der gemeinsamen Halsschlagadersie werden verstärkt durch die venöse Stauung, weltb|an der Unterbindungsseite in Folge des fehlenden artendBlutdruckes zu Stande kommt. Trotz des Seiten-laufes, welcher im Gehirne — wie in keinem aiOrgane •— vorgesehen ist, bedarf es doch einer gerZeit, bis das Gehirn bei seinem ausgesprochenen Sauerslbedürfnisse wieder zu normaler Thätigkeit befähigt k
Zu bleibenden Störungen wird es nur dannwenn eine der beiden Arteriae communicantes man,wickelt bezw. erkrankt ist. So traten bei den 27 Operiivon denen 2 nicht in Betracht kommeu, nur 3 mal = UHj Slnachhaltige Störungen ein.
Vergleicht man hiermit ähnliche Zusammensteltajso ergiebt sich, dass in letzteren 12 g durchweg istiegen werden. Statt 12 findet I. A. Ehrmann 1 )Prozentzahl 22, Lefort 2 ) 30 und Pilz 3 ) die Zahl
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i) I. A. Ehr mann, Des effets produits sur l'encephale fil'obliteration des vaisseaux qui s'y distribuent. Paris 1860.
2 ) Lefort, De la ligature de Fartere carotide primitiveGazette hebdom. de med. 1868, S. 27.
3) Pilz, Ligatur der Carotis communis. — Archiv für kl«'Chirurgie. IX. Bd.