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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
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III. Kapitel: Grössere Operationen.

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völlig geheilt; doch Heilung mit Steifheit im Knie- undFussgelenk und Verkürzung des Beines um 5cm.(Vergl. V. Bd. dieses Berichtes S. 548 No. 27.)

17. W., Unteroffizier vom Posenschen Landwehr-RegimentNo. 18, verwundet am 7. Oktober 1870 vor Metz: Zerschmetterungbeider Knochen des linken Unterschenkels durch Chassepotkugel,5 cm oberhalb der Knöchel. Aussägung beider Unterschenkel-knochen in Länge von 6 cmwegen reichlicher Eiterung".Eiterung blieb sehr beträchtlich, auch stiessen sich noch mehrereKnochensplitter ab. Die Knochen verheilten mit Verunstaltung(Klumpfussstellung), sowie mit Verkürzung desBeines um 7 cm. Der ganze Unterschenkel blieb bläulich ge-färbt bei herabgesetztem Gefühl. Zugleich völlige Steifheitdes Fussgelenks. (Vergl. V. Bd. dieses Berichtes S. 551No. 54.)

Die Aussägungen des Schienbeins allein habenimmer zu erheblich besserem Ergebniss geführt, als diebeider Unterschenkelknochen. Auch 1870/71 endeten von13 Aussägungen des Schienbeins 3 mit voller Heilung undgebrauchsfähigem Bein. Eine Verkürzung des Beines er-folgte zwar auch bei jedem dieser 3 Operirten; doch überstiegdieselbe nie 4 cm. Eine so geringe Verkürzung kann stetsdurch erhöhte Sohle unter gleichzeitiger geringerBeckensenkung ohne Schädigung der Leistungsfähigkeitdes Beines ausgeglichen werden. Der eine Fall ist be-sonders bemerkenswerth, insofern nach der AussägungBildung eines falschen Gelenks eingetreten war, dieselbeaber nachträglich durch erneute Anfrischung der Bruch-enden und Entfernung mehrerer Knochensplitter gehobenwurde.

18. M. B., vom 3. Pommerschen Infanterie - RegimentNo. 14, verwundet am 18. August 1870: Schussbruch desrechten Unterschenkels im oberen Drittel durch Chassepotkugel.Am 22. August: Aussägung des Schienbeins: Einschnitt auf denSchienbeinkamm und Entfernung der Bruchenden mittels Ketten-säge. Danach falsches Gelenk mit grosser Beweglichkeit. Am26. Januar 1871 wiederum Längsschnitt über dem Schienbein,Anfrischen der aufgetriebenen Bruchenden durch Stichsäge, undEntfernung von etwa 5 Knochensplittern in Länge von 3 bis 7 cm.Danach Gypsverband, welcher alle 8 Tage erneuert wurde. Nach4 Wochen noch einmal 3 Knochensplitter ausgezogen. Zwei-mal trat Wundrose hinzu, welche jedesmal 8 Tage anhielt.Heilung mit gut erneutem Knochen und Gebrauchs-fähigkeit des Beines. (Vergl. V. Bd. dieses BerichtesS. 545 No. 6.)

Fünf weitere Fälle von Aussägung des Schienbeins alleinverliefen minder günstig; weniger in Folge zu umfang-reicher Zerschmetterung und dementsprechend zu aus-gedehnter Aussägung als durch langwierige starke Eiterung,die zum Theil Muskeln, Fascien und Sehnen ergriff, auchdas Fussgelenk in Mitleidenschaft zog. Zweimal blieb sehrerhebliche Steifheit und Gebrauchsbehinderung des Fusses,davon einmal unter gleichzeitiger starker Verkürzungdesselben, zurück. Bei einem dieser beiden Operirten wardie Aussägung allerdings eine recht ausgedehnte gewesen,da v. Bergmann 8 cm des Schienbeins resezirte. Danach

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entwickelte sich starker Kallus, der mit dem gebrohWadenbein zusammenwuchs, so dass der Zwischeata iräum ganz knöchern ausgefüllt wurde. Das Spruiw l

blieb steif unter Klumpfussstellung. Gehen warStock möglich, unter Schmerzen im Bein. ]Dritten erfolgte die Heilung unter zwar geringkürzung (2 cm) doch unter Bildung eines pes eqibei einem Vierten Heilung mit bedeutender Verkrides Unterschenkels nach aussen, Verkürzung um 8völliger Unbrauchbarkeit des Beines. Im fünften Fendlich trat Bildung eines falschen Gelenks ein. Diel,sägung war hier nur an einem Bruchende vorgenoiworden; unmittelbar nach der Operation erfolgte artenBlutung aus der Wunde, die durch Tamponade «wurde. Trotz erheblicher Kalluswucherung an den Fjenden blieb Beweglichkeit derselben unter VerküranBeines um 8 cm und Oedem des Fusses zurück.

Es starben von den an dem Schienbein allein 1sezirten 4, davon 3 an Fyämie und 1 an Brusti4 Monate nach der anfangs sehr günstig verlaufene*]sägung. Bei einem der drei an Pyämie zu Grunde'gangenen war vergeblich versucht worden, durch]folgende Absetzung des Oberschenkels das Leiretten. 1 )

Von den 8 Aussägungen des Wadenbein- :,endeten 5 tödtlich, 2 in Folge von Pyämie; bei|die Todesursache nicht zu ermitteln.

Der Erfolg bei den 3 Geheilten war ein ungauch ihnen war die Schädigung der Sehnen udurch ausgedehnte Eiterung verhängnissvoll gcv,

19. Fr. St., vom 3. Westfälischen Infanterie-RegnjNo. 16, verwundet am 16. August 1870: Schussbruch iWadenbeins, 7 Finger breit über dem Fussgelenk, z.jSchuss durch die Muskulatur der linken Schulter. Sek»Aussägung von 6 cm des Wadenbeines mit gleichzeitigfernung vieler Knochensplitter. Heilung unter Bildung«9 cm langen, tiefeingezogenen Narbe an der vorderen Seitilwie einer 12 cm langen, mit der stark geschwundenen Mmuskulatur fest verwachsenen Narbe an der hinta4des Unterschenkels. Vollständige Spitzfussstelhdass nur mit den Zehen aufgetreten werden konnte. IMV. Bd. dieses Berichtes S. 551 No. 52.)

20. II. G., vom 7. Bayerischen Infanterie -Rtäujverwundet am 19. September 1870: SchussbruchWadenbeins. Am 22. September heftige arterielle £hMUnterbindung der hinteren Schienbeinschlagader; zuglesägung der Bruchenden des Wadenbeines. Am 17. April 11Heilung der Wunde, doch unter Lähmung der \\ adetilnerven, sonach mit fast gänzlicher Unbrauchtaldes Beines. (Vergl. V. Bd. dieses Berichtes S. 546 >"i

21. A. S., vom 9. Bayerischen Infanterie-Regiment, jwundet am 6. August 1870- Splitterbruch des rechten W

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] ) Siehe V. Band dieses Berichtes S. 555 No. 32.

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