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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
Entstehung
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diu. AUgem. Theil.

IL Abschnitt: Schaftaussägungen.

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m nac h der Operation. Einmal führte unstillbareBlutung zum Tod:

Ig W. Z. vom Württembergischen Infanterie-Kegiment120 verwundet am 9. August 1870 bei der Einnahme von"htenberg: Splitterbruch in der Mitte des rechten Ober-U kelknochens durch Chassepotkugel. Sehr starke Eiterung.Absetzung wird wegen schlechten Kräftezustandes verworfen.34 Tage bei Aussägung der Knochenenden sehr starkerterielle Blutung, die nach Unterbindung eines tiefliegendenWases steht. 3 Tage später erneute arterielle Blutung; dielotenden Gefässe sind nicht zu finden; 29stündiger Finger-der Schenkelschlagader; die Blutung steht, doch haben»Kräfte sehr abgenommen. Tod am nächsten Tage unter Er-lernungen starker Blutleere. Bei der Leichenöffnung zeigtei das "obere Knochenende noch in einer Ausdehnung von 8 cms, Der kleine Rollhügel war abgesprengt und lag aufSchenkelhals. Im Hüftgelenkschleimig-röthlicheLürkeit und der Gelenkknorpel arrodirt". (Vergl. V. Bd.,es Berichtes S. 556 No. 42.)

Fünf Operirte wurden geheilt. Bei dem einen derselbenL] en nähere Angaben über das Endergebniss. Einmal er-be die Heilung unter Biegung des Knochens nachien, Verkürzung des Beines um 4.5 cm und Muskel-[ massigen Grades, doch immerhin noch mit einigerfcraclisfähigkeit des Beins. Sehr wenig erfreulich sind\ beiden nachstehenden Ergebnisse:

13. J. E., vom 6. Bayerischen Infanterie-Regiment, ver-biet am 1. September 1870: Splitterbruch des rechten Ober-[eukels. Sekundäre Aussägung der Bruchenden. Heilung derluden sowie des völlig vereinigten Bruches vollendet amt Mai 1871. Geringe Verkürzung (um nur 2cm) mit

Difformität des Oberschenkels. Nach 2 Jahren bracheine Fistel auf; es bestand danach längere Eiterung. Später-hin Gang nur mit 2 Krücken oder besonderer mecha-nischer Vorrichtung möglich. (Vergl. V. Bd. diesesBerichtes S. 546 No. 8.)

14. J., Gefreiter vom 6. Sächsischen Infanterie-RegimentNo. 105, verwundet am 1. September 1870: Bruch des linkenOberschenkels dicht unter dem Hüftgelenk durch Granatschuss.Am 2. November: Aussägung des oberen Bruchendes, d. i. zumTheil des grossen Rollhügels. Im August 1871 noch Eiterungund öftere Abstossung von Knochensplittern; im SeptemberRose. Geheilt im Februar 1872. Steifheit des Hüft-gelenks; Verkürzung des Beines um 10cm. Gang nurmit Krücken möglich und sehr beschwerlich. (Vergl.V. Bd. dieses Berichtes S. 547 No. 21.)

Ein einziger Fall nahm einen sehr günstigen Verlauf:

15. S. L., vom Sächsischen Infanterie-Regiment No. 107,verwundet am 18. August 1870 bei St. Privat: Schussbruchdes linken Oberschenkels. Eingang der Kugel hinten zwischenmittlerem und oberem Drittel. Ausgangsöffnung fehlt. Zer-schmetterung des Knochens. Am 27. August 1870 Aussägungdes unteren Endes in Ausdehnung von 7 cm durch ProfessorHeine. Gypsverband. Derselbe am 48. Tage entfernt unddurch Drahthose ersetzt. Vom 71. Tage an fortdauerndeStreckung. Am 146. Tage wird das untere, abgestorbeneEnde des oberen Bruchstückes ausgezogen; derselbe war 5 cmlang; danach Vereinigung. Heilung mit 9 cm Verkürzung,doch Gehen auf erhöhtem Schuh gut möglich. Nacheiner längeren Kur in Baden-Baden ging L. vor-trefflich ohne Stock. (Vergl. V. Bd. dieses BerichtesS. 548 No. 33.)

9 mal wurde der rechte, 5 mal der linke Oberschenkelgetroffen; bei 5 Operirten ist die Seite nicht anzugeben.

rieht über die Zeit der Ausführung und das Endergebniss der 19 Aussägungen am Schafte des Oberschenkels.

Von der Gesammtzahl der Operirten sind

geheilt

primär

intermediär

sekundär

ohneAngabeder Zeit

mit

brauchbarem

Bein

mitbeschränkterGebrauchs-fähigkeit

mit ganzunbrauch-barem Bein

mitunbekannterGebrauchs-fähigkeit

gestorben

-

8

(t7)

5

(M)

6

(t 3)

1

1

2

1

14

D. Unterschenkel.

W 26 Aussägungen des Unterschenkels betrafen 5

I Unterschenkelknochen, 13 das Schienbein allein undBein das Wadenbein.

Von den 5 an beidenKnochen Resezirten starben 3;leine an Wundstarrkrampf 3 Tage nach der Operation

i Tage nach der Verletzung, der zweite an Pyämie,

Mein 15 Tage nach Zerschmetterung beider Knochen

en Unterschenkels die Aussägung der Bruchenden,

ge danach noch die Amputation vorgenommen worden

«ttts-Bmicbt über die Deutschen Heere 1870/71. HI. Bd. AUgem. Theil.

war; 1 ) der dritte ging an Brand des Unterschenkels, 2 Tagenach der Aussägung, zu Grunde. Die beiden Geheiltenbehielten, wie es nach Aussägung beider Unterschenkel-knochen die Regel zu sein pflegt, ein sehr verkürztes undwenig brauchbares Bein.

16. G. K., vom 12. Bayerischen Infanterie-Regiment, ver-wundet am 1. September 1870: Schussbruch des linken Unter-schenkels. In einem Reservelazareth zu Aachen sekundäreAussägung der Bruchenden beider Knochen in einer Ausdehnungvon 7 cm. Am 28. März 1871: Knochen vereinigt und Wunden

i) Siehe V. Band dieses Berichtes S. 552 No. 3.

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