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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
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III. Kapitel: Grössere Operationen.

Bändln. Alb

Bei dem Interesse, welches Aussägungen beider Unter-armknochen bieten, werden die beiden geheilten Fälleangeführt:

9. G. G., vom 3. Garde - Regiment zu Fuss, verwundetam 18. August 1870 bei St. Privat: Splitterbruch beiderKnochen des linken Unterarms durch Chassepotkugel. DieKugel drang 7 cm oberhalb des Handgelenks an der äusserenSeite des Arms ein, durchbohrte denselben schräg und trat ander Innenseite 2 cm oberhalb der Eingangsstelle wieder aus.Beide Unterarmknochen waren sehr ausgedehnt zerschmettert.Am 27. August: Entfernung der Knochensplitter und Aus-sägung der Bruchenden an beiden Knochen. Die Wunden ver-narbten völlig; auch trat Verknöcherung ein, doch unter be-deutender Verunstaltung des völlig unbrauchbarenArms und Schiefstellung der Bruchenden zueinander.(Vergl. V. Bd. dieses Berichtes, S. 546 No. 13.)

10. Fr. K., vom Grenadier-Regiment Prinz Carl vonPreussen (2. Brandenburgisches) No. 12, verwundet am 6. Januar1871: Splitterbruch des linken Unterarms durch Gewehrschuss.Am 19. Januar: Aussägung an beiden Knochen in der Mittederselben. Lange Eiterung. Feste Verwachsung der Narbenmit den allerdings vereinigten Knochen. BedeutendeKallusbildung, den Zwischenrippenraum zum Theilausfüllend. Völlige Unbrauchbarkeit des Arms. (Vergl.V. Band dieses Berichtes, S. 547 No. 25.)

Die Aussägungen der Elle allein ergaben auch keinegünstigen Erfolge. Die Elle ist operativen Eingriffen zwarverhältnissmässig leicht zugängig, so dass Aussägungenderselben mehr Aussicht auf guten Erfolg erwarten Hessen,doch waren fast immer beide Unterarmknochen verletzt (in

:::

Uebersieht über die Zeit der Ausführung und das Endergelmiss der 19 Aussägungen an Knochcnscliäften des Untrai

Die Operation wurde vorgenommen

Von der Gesammtzahl der Operirten sind

geheilt

-

Aussägung

primär

intermediär

1

ohne Angabesekundär , .,der Zeit

mitbeschränkterGebrauchs-fähigkeit

mit ganz

unbrauchbarem

Arm

mit falschemGelenk

(sehr wenigbrauchbar)

beider Unterarmknochender Speiche allein. . .der Elle allein ....

1

3

26

1

4

2

15

215

1

11

Summe . .

1

(t~)

11

(t 3)

5

(t-)

2

(t 1)

6

8

1

C. Oberschenkel.

Die 19 Aussägungen des Oberschenkels zeigen eineausserordentlich hohe Sterblichkeit; es gingen nicht wenigerdenn 14 Operirte = 77 -§-, fast durchweg pyämisch, zuGrunde. Vielfach war die Operation an bereits Pyämischenals letztes Zufluchtsmittel unternommen; ja in der Mehrzahlder Fälle hatten sich die behandelnden Aerzte darunter

v. Langenbeck, Heine, Schönborn, v. Esmarcljeinem Falle, in zweien der ältere Burow zur Inur entschlossen, weil die Absetzung oder Auslo;bei der Ausdehnung der Zerschmetterung eigentlichzeigt war, wegen des Kräfte Verfalls der Y«verworfen werden musste. Ein Mann starb nWAnach der Operation, nachdem er bereits mehrmals Mjfroste gehabt; bei 5 Anderen erfolgte der Tod;

12 Fällen 9 mal). Somit sind diese ungünstig veAussägungen nicht eigentlich unter die Zahl mkAussägungen der Elle zu reihen, sondern mehr alsgeendete komplizirte Schussbrüche beider Unterarmknod«mit nachfolgender Aussägung der Elle anzuführen. Bei ei»Verwundeten war Bildung eines falschen Gelenks uSchussbruch der Elle eingetreten; vergeblich versuchtedieselbe durch Aussägung mit nachfolgender Knochen«zu heilen.

11. W. H., vom l.Niederschlesischen Infanterie.No. 46, verwundet am 6. August 1870 bei Wörth: Schusslnin der Mitte der Elle. Feststellender Verband. Im Januarwaren die Wunden geschlossen, der Bruch aber nicht vereidie verdickten Bruchenden standen 1.5 cm von einanderwaren beweglich. Unterarm und Hand waren unbramAm 19. Februar: Operation der Pseudarthrose mittels eine; >,langen Einschnitts, Ablösung der Knochenhaut, Anfrischunioberen Bruchendes mit der Stichsäge, des unteren mtKnochenscheere, Einbohren je einer Metallschraube iiKnochenenden und Verbindung derselben mit SilbenKnöcherne Vereinigung erfolgte nicht. Die BewegungeiHand und der Finger blieben sehr beschränkt; Iirichtung irgend welcher Arbeit unmöglich (lV. Bd. dieses Berichtes, S. 547 No. 17.)

A r on den drei Aussägungen der Speiche allein«eine mit Tod, eine mit erheblicher Beschränk«dritte mit völliger Aufhebung der GebrauchsfähigkeitArms.

Bei sämmtlichen 19 Verwundeten warrechte, 16 mal der linke Unterarm getroffen.