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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
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III. Kapitel: Grössere Operationen.

Band III.

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sehr zurückhaltend dieser Operation gegenüber gezeigt; die oftrecht mangelhaften Ergebnisse, Heilungen mit starker Ver-kürzung und arger Funktionsstörung des Gliedes, haben keinebegeisterten Anhänger der Operation hervorgebracht. Gurlthat in eingehendster Weise alle überhaupt bis zum Jahre 1860veröffentlichten Fälle zusammengestellt. Danach haben bisdahin im Ganzen 138 Schaftaussägungen 86 = 63 1 / - .* § Heilungen,doch nur 13 Todesfälle = 9 %, somit ein sehr günstigesErgebniss geliefert. Es ist aber gewisB wie bei allenOperationen eine Reihe unglücklich verlaufener Fälle nieveröffentlicht worden. Auffallend ist die Summe erfolgloser

Resektionen des Oberarms: unter 64 Fällen verliefen)Erfolg. Die grösste Sterblichkeit lieferten die ßesekti "Oberschenkels: von 29 Operirten starben 8 = 27 2 ,den 21 am Unterschenkel Resezirten wurden 17 uund starb nur einer; am günstigsten stellten sich di isägungen am Unterarm: von 24 Operirten wurden 20tund starb keiner.

Weiteres über die Geschichte der Schaftaussäsm,,,Kriege siehe insbesondere bei H. Fischer (Handbutl"Kriegschirurgie, S. 731 u. 785 ff.) und bei Richter Imeine Chirurgie der Schussverletzungen im Kriege S I

I. Häufigkeit und Ergebnisse der Schaftaussägungen im Kriege im Allgemein

Die Häufigkeit der an Deutschen Verwundeten imKriege 1870/71 vorgenommenen Schaftaussägungen stelltsich etwas verschieden dar, je nachdem die Angaben imSpeziellen Theile dieses Bandes oder diejenigen im V. Bandedieses Berichtes und der darauf gegründeten Operations-statistik zu Grunde gelegt werden. Es sind nämlich auf-geführt

im Speziellen Theile

des III. Bandes J )37 (12 Todesfälle),

25 ( 6 ),34 (27 ),

26 (12 ),

Schaftaussägungenam Oberarm .

Unterarm . . Oberschenkel. Unterschenkel

im V. Bande bezw. inder Operationsstatistik36 (12 Todesfälle),

19 ( 4 ),

19 (14 ),

26 (12 ),

Summe . . 122 (57 Todesfälle), 100 (42 Todesfälle).= 46.6 £ Todesfälle.

Die Abweichung beruht darauf, dass im V. Bande undin der Operationsstatistik nur diejenigen Operationen be-rücksichtigt sind, bei welchen die vorhandenen Angabenbezeugen, dass es sich um wirkliche Kontinuitätsresektionen,d. h. um Durchsägung des Schaftes in seiner ganzenDicke, gehandelt hat, wärend die Zahlen im Speziellen Theildieses (III.) Bandes auch solche Fälle umfassen, bei denenes wegen Mangels näherer Erläuterungen zweifelhaft bleibt,ob nicht lediglich Absägung vorstehender Splitter statt-gefunden hat.

Je nachdem man die grösseren oder kleineren derobigen Angaben zu Grunde legt, sind von den 8052 wirk-lichen Schussbrüchen des Oberarms, Unterarms, Ober-schenkels, Unterschenkels, welche bei Deutschen 1870/71zur Beobachtung kamen, 2 ) 1.5 bezw. l.i $ mit Schaft-aussägung behandelt worden, während im AmerikanischenKriege auf 29 348Quetschungen und Brüche" der ge-nannten Diaphysen 3 ) 2244 = 7.8 § Schaftaussägungen ent-

*) Vergl. vorstehend Uebersicht V auf S. 207.

2 ) Vergl. vorstehend S. 208.

3 ) Vergl. Medical and surg. history etc. Part III, surg. vol., p. 870.

fallen.') Auch wenn man annehmen will, dass in lebZahl eine grössere Menge blosser Splitteralisägungei ienthalten sei, kann es dennoch keinem Zweifel odass die in Rede stehende Operation im Arne:Kriege nicht nur absolut, sondern auch im Verhall IZahl der Verwundungen ungleich häufiger vorgenmist, als seitens der Deutschen 1870/71. Nochvielleicht war dieser Eingriff im Krimkriege IItalienischen Feldzuge bei den Franzosen; sichereiaber sind aus den betreffenden Berichten nicht zu geii

Im Nachstehenden sind überall nur i100 Schaftaussägungen an Deutschensichtigt, über welche der V. Band dieses Berit!(S. 545 bis 556) und die Operationsstatistik(Taltjund XVII) nähere Auskunft geben.

Wie bei den Gliedabsetzungen (vergl. vomS. 204 ff.) erklärt auch bei den SchaftaussäguogtiSeltenheit der Operationen bei den Deutschen 1870/71gleich ihr ungünstiges Ergebniss gegenüber cleiAmerikanischen Kriege erzielten. Während in ka24.o {}- der Operirten erlagen, starben von den mmDeutschen 42. o °. (Siehe Uebersicht I.) Dielgescbichten aber zeigen in der That, dass beidie Schaftaussägungen fast durchweg erst nach ii|Eiterung, Absterben der Bruchenden u. s. w. an sigeschwächten Kranken unternommen wurden, welche«:geringe Aussicht auf Heilung darboten. 2 ) In hmislsammenhange damit steht die äusserst g<primärer Schaftaussägungen bei den Deutschen lilwelche unter III dieses Abschnittes (S. 306) ihre 1findet. Dass im Uebrigen die Ergebnisse bei den De«1870/71 immerhin bessere waren, als diejenigen in dalzügen von 1848 und 1864 und sehr viel bessere iden Franzosen 1870/71, lässt die Schlussspalte der &sieht I ohne Weiteres erkennen.

!) Vergl. nachstehende Uebersicht I. Die daselbst ii ^gebrachten 61 Fälle mit unbekanntem Ausgang sind hier misichtigt.

2 ) Siehe hierzu auch den Schluss dieses Abschnittes.