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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
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»»Bwdin. AUgem. Theil.

II. Abschnitt: Schaftaussägungen.

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Bei den nach Aussägung des Fussgelenks Ge-\ m igt nur 1 mal völlige Steifheit des Kniegelenks,al solche des Mittelfuss-Grosszehengelenks, 2 mal solcheon Zehengelenken angegeben. Bei allen Uebrigen scheinenI ,. j c jj|. re sezirten Gelenke der Gliedmaasse mindestensIlTft- und Kniegelenk vollkommene Beweglichkeit be-alten zu haben.

Künstliche Maschinen sind auch an Resezirte aus

Staatsmitteln j n grösserer Zahl verabfolgt worden. Bemer-

Liifen über das Tragen derselben und den Grad der da-

lorch erzielten Gebrauchsfähigkeit der operirten Glied-

fcaatse finden sich vielfach bei den Krankengeschichten im

|t. Bande dieses Berichtes.

J. Mehrfache Gelenkaussägungen. Gelenk-aussägungen nach mechanischen Verletzungenund im Verlaufe von Krankheiten.

Näheres über die unter den Doppeloperationellaufgeführten Gelenkaussägungen (3 bei Deutschen mit2 Todesfällen, 3 bei Franzosen mit 1 Todesfall) siehe inTabelle VIII (S. 40* bis 43*) der Operationsstatistik.

Ebendaselbst sind endlich in Tabelle XXI (S. 92* und93*) 1 tödtlich verlaufene Aussägung des Ellenbogengelenkswegen Krankheit, je 1 geheilte Aussägung des Pussgelenksund eines Mittelhandgelenks wegen mechanischer Ver-letzungen aufgeführt.

Zweiter Abschnitt.Schaftaussägungen. 1 )

(Eesektionen in der Kontinuität der grossen Böhrenknochen.)

Vorbemerkung.

Geschichtliches üher Schaftaussägangen.

Absägungen eines oder beider Bruchenden bei komplizirten,(cht einzurichtenden Brüchen sind von Alters her unternommenbrden. Die Hippokra tischen Schriften geben in dempitelUeber die Beinbrüche'' die Weisung,dass ein hervor-ikender Knochen abgesägt werden muss, wenn er nicht zurück-geht werden kann oder schädlich wirkt, indem er die Weich-ieile verwundet und Schmerzen erzeugt".

Im Jahre 1580 resezirte Rossius beide Unterschenkel-lochen mitGlück; überhaupt gehören die Aussägungen am Unter-

likel und am Oberarm zu den ältesten der in Rede stehendenlerationen; viel später erst sind die am Unterarm versucht)rden. Bei difformem Kallus resezirte Lerne rcier zuerst im

11815 in der Kontinuität (nach Oesterlen). Er sägte

gutem Erfolg bei einem 6 Wochen bestehenden, mit

äseiKrümmung geheilten Unterschenkelbruch je drei Linien an

lern Brucheude ab. Portal resezirte 1837 und 1840 wegen

Bonnen Kallus am Oberschenkel und Unterschenkel; in beiden

Ben erfolgte Heilung. Als eine besondere Operationsmethode

ferst Charles White die Schaftaussägung in die Chirurgie

pgeiuhrt, sie auch zum ersten Mai behufs Heilung eines

ichen Gelenkes angewendet. Diese erste Pseudarthrosen-

iration ward zwar nicht von ihm selbst, doch unter seiner

pung und Angabe, am Oberarm im Jahre 1760 ausgeführt.

[selbst resezirte 1769 zu Manchester mit gutem Erfolg die

Wehenden eines seit 9 Monaten bestehenden Bruchs des Schien-

is, bei welchem das untere Knochenende sich hinter das obere

Behoben hatte. Der erste verbürgte Fall von Resektion

<ier\ orderarmknochen betrifft eine von Fr icke im Jahre

Vergl. hierzu vorstehend S. 41 bis 43.

1825 an einem seit 7 Monaten bestandenen Bruch beider Vorder-armknochen vorgenommene Absägung aller 4 Bruchendenmittelst Stichsäge mit nach 9 Wochen eingetretener Heilung.Auch über Aussägungen am Oberschenkel wird erst spät be-richtet. Von einer im Jahre 1733 ausgeführten, glücklich ver-laufenen Resektion desselben erzählt Velpeau gerade hundertJahre später im Journal de Verdun. Bei einem Splitterbruchresezirte damals Lanquire 22cm aus dem Schafte des Ober-schenkels bereits unter deutlichen Erscheinungen der Pyämie;doch erfolgte innerhalb 7 Monaten unter fortlaufender Streckungvöllige Heilung mit einer Verkürzung von nur 5 cm. In Eng-land waren nebenCharles White, dem Vater der Resektionen,Vertreter der Schaftaussägung J.Syme.J. Spence, Fergusson,John Bell; aus Amerika liegen Berichte über oft recht umfang-reiche Resektionen vor von Rhea Barton, Hewson inPhiladelphia und Kearney-Rodgers zu New-York, der mehr-mals Resektionen mit nachfolgender Knochennaht mit rechtgutem Erfolge ausführte. Vor Allem aber kamen sie in aus-gedehntem Maasse im Nordamerikanischen Rebellionskriege inAnwendung. Die meisten Vertreter und Fürsprecher hat dieOperation in Frankreich gefunden. Erst führten sie wiederholtLedrun und Bagien, späterhin Percy, Briot, Guthrie,Dupuytren und Lisfranc, besonders aber Ollier aus.Velpeau resezirte in der Kontinuität einige Male während derJulitage 1830 mit Glück; vor Allem war es Baudens, derdurch Wort und Schrift eifrig für die Kontinuitätsresektionallerdings für die subperiostale eintrat. Er berichtet, dass25 in den Junitagen 1848 unternommene Resektionen 20voll-ständige Heilungen" ergaben. Sehr eifrige Gegner der Methodewaren in Frankreich die beiden Larreys, Malgaigne undHuguier. Die Deutschen Chirurgen haben sich fast durchweg

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