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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
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III. Kapitel: Grössere Operationen.

Band III.

Alfe-

Künstliche Finger werden gleichfalls nicht verabfolgt,weil auch diese einen Nutzen nicht zur Folge haben, dieGebrauchsfähigkeit der Hand vielmehr beeinträchtigen.

Die zu künstlichen Füssen erforderliche lederne Fuss-bekleidung wird als Theil der Kunstfüsse angesehen, dahermitgeliefert und ersetzt.

In der Mitte zwischen dem eigentlichen Kunstbein unddem einfachen Stelzbein steht das künstliche Stelzbein mitThamm'scbem Fuss. Dasselbe ist praktisch brauchbarer alsdie Mehrzahl der Kunstbeine, dabei leicht und billig. AnStelle eines Kunstbeines und eines Aushilfe-Stelzfusses dürfenzwei solcher künstlicher Stelzbeine gewährt werden.

Eine in allerneuester Zeit angestellte Umfrage hat zudem bemerkenswerthen Ergebnisse geführt, dass in Deutsch-land (abgesehen von den Königreichen Bayern, Sachsen undWürttemberg) von den im Verlaufe des Krieges 1870 71amputirten Invaliden im Frühjahr 1890 sich noch 558 amLeben befanden und im Besitze staatlich gelieferter künst-licher Glieder waren. Letztere erfüllen, soweit die be-treffenden Nachrichten dies ergeben, vollkommen ihrenZweck und werden ständig getragen. Nur vereinzelteMittheilungen liegen vor, dass auf den regelmässigen Ge-brauch der Kunstglieder verzichtet werden muss. So ver-ursacht bei den am Oberarm bezw. Unterarm Amputirten,welche im V. Bande dieses Berichtes unter I. B. No. 38,207, 244, 285, 294 und D. No. 60 aufgeführt sind, der

künstliche Arm durch seine zu grossebequemlichkeiten. Von den an den unteren Glied».Amputirten vertragen die ebendaselbst unter H |228, 239, 289; K. No. 147 und L. No. 8 (Pi r0 g,zeichneten Invaliden den Druck der künstlichen iund ihr Gewicht nicht, so dass sie einzig auf den (von Krücken angewiesen sind. Bei den Invaliden»und H. Tr. (ebendas. S. 318 No. 249 und S.wird besonders angeführt, dass sie das künstlirf.nicht benutzen können, sondern nur den Stelzttragen. Auch der S. 289 unter No. 5 veraWilh. Chr. L., betreffs dessen vorstehend auf Sdem V. Bande dieses Berichtes angeführt istnach gut geheilter Auslösung des Kniegelenks m\liebem Bein und zwei Stöcken gehen konnte benutanur noch den Stelzfuss. Der an beiden Obendamputirte Invalide B. (V. Bd., S. 386, 0. No.Staatskosten einen Fahrstuhl (Draisine) erhalten.Befestigung der künstlichen Beine nicht genügend swerden konnte.

Die ermittelten 558 Invaliden, deren Veriiwährend der Kriegsjahre 1870,71 zu Gliedabsetziin»führt hatten und welche im Frühjahr 1890vertheilen sich auf die einzelnen Armeekorps-folgender Weise:

Stelle der Gliedabsetzung

Armeekorps-Bezirk

IL III.

IV.

VI.

VII.

VIII.

IX.

X.

xr.

XIV.

im Schultergelenk..........

am Oberarm............

am Unterarm............

im Handgelenk...........

an den Fingern...........

am Oberschenkel..........

im Kniegelenk...........

am Unterschenkel..........

im Fussgelenk nach Pirogoff und Symein den Mittelfusagelenken nach Lisfranc

und Chopart..........

doppelt Verstümmelte.........

18

1

31

1915

2

10

3

1832

20

193

12

15

1

124

1712

16

1

15

19

121

12

714

5

16

5

23

192

11

10

Summe

Ausserdem ist durch die erwähnte Umfrage ermitteltworden, dass ausser den 10 vorstehend auf Seite 219 er-wähnten Invaliden noch 9 andere in Folge ihrer im Kriege1870,71 erlittenen Verwundung erst nach Ablauf eineslängeren Zeitraumes amputirt und mit künstlichen Gliedernversehen worden sind. Weil die Vornahme dieser 9 Ope-rationen in Zivilkrankenhäusern erfolgt ist, konnten dieselbenin den Friedens-Sanitätsberichten der Armee (vergl. S. 219)keine Erwähnung finden.

1. J. M. (Bezirkskommando Oldenburg I), verwm31. August 1870 an der Ellenbeuge. Am 18. Septem*?sägung des unteren Endes des Oberarmbeins und dEllenfortsatzes (vergl. V.Bd. dieses Berichtes, S. 471Am 29. September 1885 Auslösung des linken ArmesiSchultergelenk.

2. R. A. Sehn. (Bezirkskommando Sangerbausescheinlich im Speziellen Theil dieses [III.] BandesS.955aufgeführt), verwundet am 20. Januar 1871 an der link?und dem Unterarm. Absetzung des linken Unterarms mEllenbogen im Oktober 1872 durch Prof. Volkmann.