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] III. Allgem. Theil.
IV. Abschnitt: Akut purulentes Oedem.
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legeiibeitöursacben vorstehender Art iu Frage kamen. Un-Dcksichtigt ist dabei der Fall 5 geblieben, bei welchemVerhältnis zwischen Ursache und Wirkung nicht soar z:i Tage tritt.
Unter den gesammten kasuistisch verwertheten 24 Ver-ödeten mit akut purulentem Oedem befanden sich 3, bei
lenen das Gescboss stecken geblieben war (7, 11, 19).
ischer entfernte im Lazareth Heinitz einem Kranken,
der mit tiefer Zellgewebsentziindurig in der Umgebung
fEüischuss wunde am Unterschenkel aufgenommen war, am
Krankheitstage die Chassepotkugel. Ungeachtet dessen
■stand das Fieber fort, und zwei Tage später entwickelte
unter allgemeinem Kräfteverfall eine pralle Geschwulst
H Beins Ins zur Mitte des Oberschenkels* In Weissen-
rg behandelte Billroth einen Mann (11), der einen
im ins Kniegelenk erhalten hatte, ohne dass ein
■eben getroffen war. Hier konnte man am 10. Tage
,eli der Verletzung das unter dem Kniescheibenbande
igende Gesehoss ausziehen, aber das Fieber dauerte an,
I Sterling blieb jauchig, und nach abermals 11 Tagen
Mete sieb akut-eitriges Oedem aus, welches 24 StundenMF zum Tode führte. Der Fall 19 zeichnet sich da-
Irch aus, dass die Wundinfektion bei noch sitzender
bgel eintrat und trotz Entfernung des Geschosses rasch
■tchritt. Ob an sich operative Eingriffe zwecksWu'gung von Fremdkörpern und Knochensplittern vonkm auf die Entstehung akut brandigen Oedems ge-sell, lässt sich aus dem vorhandenen Material nicht«teilen.v. Langenbeck sah, wie schon betont, bis zumire 1871 die entzündliche speckartige Infiltration aus-liesslich bei Sehussbrüchen der oberen Gliedmaassen, vor-
; des Schulter- und Ellenbogengelenks und der
pbyse des Überarms. Auch H. Fischer (a. a. O.) fandHer seinen 10 Kranken im Feldzug 1870/71 8 mal denbarm verletzt. Bei den unten aufgezählten 24 Fällenrar die oberen Gliedmaassen 17 mal, die unteren 7 malMigt; insbesondere waren Schulterblatt mit Schlüsselbeinial. Schultergelenk 2 mal, Oberarm 8 mal, Ellenbogen-hkömal, Unterarm 1 mal, Hinterbacke 1 mal, Ober-1 Unterschenkel je 2 mal, Knie- und Fussgelenk je 1 mal;r Ausgangspunkt des Oedems. Abzüglich von 7 Fällen,wen es nach Operationen (Resektionen 5, Ainpu-P 1, Unterbindung 1 s. No. 5, G, 9, 13, 20, 22 und 23r Kasuistik) zum Ausbruch kam, schloss es sich 11 malKnochen- und 6 mal an Weichtheilschüsse an,■»betrafen insgesammt die oberen Gliedmaassen, darunterPsselbein, Schulterblatt und Vorderarm in je einem1«. Oberarm in 6, Ellenbogengelenk in 3 Fällen, letztere•gfeainnit die unteren Gliedmaassen, darunter Hinterbacke"Knie in j e einem Falle, Ober- und Unterschenkel inF Fällen.
Emer schlechten Wundbeschaffenheit vor Eintritttortschreitenden Oedems gedenken die Kranken-
Ti
geschichten 5, 7, 9, 11, 22, 23, 24; die Eiterung war„profuse, übelriechend, missfarbig". Auch im Falle 12bestand anfangs Jauchung, dann reinigten sich aber dieWunden, nur ging von einer Weichtheilverletzung an derHinterbacke unter lebhaften Schmerzen und hohem Fieberdie bekannte brettharte Infiltration aus, und jetzt erst nahmdie betreffende Wunde ein missfarbiges Aussehen an.
Blutungen gingen dem Oedem zweimal voraus. BeiII. W. (No. 6 der nachstehenden Kasuistik), in der Be-handlung Eis eher's im Lazareth Ziehwald, wurde des-wegen die Unterbindung der Armschlagader nothwendig.Zwar traten nun neue Blutverluste nicht mehr auf, dochmachte sich eine allmählich zunehmende Schwellung desArmes bemerklich, dessen Haut marmorblass erschien.Rascher kam die brandige Infiltration bei H. E. (No. 17der nachstehenden Kasuistik) zu Stande, denn er wurdenach mehreren beträchtlichen Blutverlusten eines Tagesvon einem heftigen Schüttelfroste befallen, und noch amselben Tage zeigte sich der verwundete Unterschenkeldurch Oedem aufgetrieben.
Obwohl die Feldzugskasuistik einen wahrheitsgetreuenAnhaltspunkt für die Häufigkeit der in Rede stehendenWundinfektion nicht giebt und theils an der Schwierigkeiteiner scharfen Begrenzung des Krankheitsbegriffes, theilsan der ungenügenden Beschreibung seitens mancher Bericht-erstatter, welche den Krankheitsbegriff bald enger, bald weiteri'assten oder einmal mit der Pirogo ff'sehen BezeichnungMissbrauch trieben, ein andermal hergehörige Fälle unterPrämie und Septicämie unterbrachten'), die Sicherheit inder Auswahl der Beobachtungen Schiffbruch leidet, so stehtdoch so viel fest, dass die Zahl der von dieser schlimmstenaller Wundseuchen geforderten Opfer im Deutsch-Franzö-sischen Kriege eine verhältnissmässig geringe war. Piro-goff selbst schreibt darüber: „Bei meinem Besuch derFranzösischen und Deutschen Lazarethe in Elsass-Lothringen1870/71 habe ich die mir von Petersburg und Sebastopol herso bekannten Wundrosen und akut purulenten Oedeme nichtgesehen und habe auch von Seiten Deutscher Aerzte nichtbesonders über sie klagen hören". In der That scheintseit dem Krimkrieg in den späteren Feldzügen die Krank-heitshäufigkeit, wenigstens soweit das fortschreitende Oedemin Betracht kommt, sehr erheblich abgenommen zu haben.
Das klinische Bild seiner Panphlegmone gangraenosaacutissima beschreibt Fischer (a. a. O.) so: „heftiger Durstbeginnt die Scene, grosse Angst und Ruhelosigkeit trittein, dann plötzlich diffuse, harte Geschwulst des ganzenGliedes, die Haut sieht wie polirt, wie von Marmor aus,
!) Dass die in der Uebersicht auf S. 94/95 aus den Tabellen inden einzelnen Kapiteln des Speziellen Theiles dieses Bandes gewonneneZahl (10) erheblich hinter dem thatsachlichen Vorkommen der in Eedestehenden Wundkrankheit im Deutsch-Französischen Kriege zurück-bleibt, geht schon aus der Zahl der nachstehenden Krankengeschichten(24) hervor, obwohl allerdings einige der letzteren sich auf Franzosenbeziehen.
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