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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
Entstehung
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ndlll- Allgem. Theil.

TTI. Abschnitt: Pyämie und Septicämie.

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Grund zur Spätamputation. v. Beck giebt an.diefcersage der Pyämie musste stets als eine schlechte ge-jllt werden, doch war man so glücklich, Pyäinische amben zu erhalten. Pen günstigen Erfolg erzielte maneik durch Benutzung operativer Eingriffe, theils ohne»lebe." H. Fischer beschreibt einen Fall, in dem diepmie durch Amputation zum Stillstande gebracht wurde,I Lücke weiss nur für diejenigen Fälle geheilter Pyämiene genügende Erklärung, bei denen man sich rechtzeitigfchloss, ein Glied zu opfern. In Fällen, in welchen dieIgemein-Infektion bereits zu tief gegriffen hatte, wohon von zahlreichen anderen Herden aus die schubweisenführung der schädlichen Mikroorganismen in die Blut-i erfolgte und ihre Ausstossung dem schwer geschädigtenbrper nicht mehr möglich war, vermochten die Ampu-jionen zwar nicht das Leben zu erhalten, aber dochfig genug eine Unterbrechung, eine Verlangsamung destschreitens herbeizuführen.Häufig hörten nach der Amputation die Frostanfälleeinige Zeit auf, meist freilich, um nach kürzerer odereerer Pause mit gleicher Heftigkeit wiederzukehren.ebs spricht aus, dass sowohl die späten Kniegelenks-sägungen wie die späten Unterschenkel-Amputationenseptischen Vorgang erheblich verlangsamt haben undunter 6 Todesfällen nach Schussverletzung des Fuss-enks durch Verjauchung 3 nach Eintritt der Jauchungtirte länger als die 3 Nichtamputirten am Lebenlieben sind, so dass die Amputation die Stärke desesses abgeschwächt und die Lebensdauer dadurch ver-gert zu haben scheint. So ein hat die gleiche Beob-ng gemacht.Es ist auffallend, schreibt er, dassden todtlichen Fällen von Pyämie, bei den 4, welcheden 17. Tag dauerten, Amputationen gemacht wordenBei Einem eine Absetzung des Oberschenkels amläge der Pyämie; er lebte noch 11 Tage; beim Zweiten12. Tage der Pyämie eine Unterschenkel-Absetzung,t'i erst ebenfalls 10 Tage darauf erlag; beim DrittenPe der Oberschenkel am 8. Tage der Pyämie amputirtdas Leben bis zum 31. Tage erhalten; endlich beim[rten dauerte die Pyämie 24 Tage, und der Kranke über-114 Tage die Absetzung des Oberschenkels. Bei einemfchbobrenden Knieschuss führte ich die gänzliche Aus-png aus, 6 Stunden nach dem ersten Schüttelfrost;Tage blieb darauf der Verwundete vollständig fieberfreiI er lag erst dann einer 9 tägigeu sehr heftigen Pyämie."Häutig freilich war der operative Eingriff vollkommenfcigslos, weder die Fröste setzten aus, noch die StärkeFiebers Hess nach, und oft ist er mit vollem RechteKassen worden, weil das schnelle Fortschreiten derimeininfektion wie die Heftigkeit des örtlichen Pro-Ps von vornherein seine Aussichtslosigkeit darthaten.pek sagt (S. 691)Bei ganz ausgesprochener Septi-lt und Pyämie mit Verfall der Kräfte wurde gründ-lich mcht mehr operirt", ein Grundsatz, der auch ander-

weitig geübt worden ist und gewiss als vollberechtigt an-erkannt werden muss.

Im Anschluss an die verstümmelnden Operationen undGelenkaussägungen verdient die Eröffnung der zugäng-lichen metastatischen Abszesse, die vielfach gemacht worden,hier erwähnt zu werden, weil sie gleich jenen dazu diente,Herde, von welchen aus das Fieber durch die Aufnahmeinfektiöser Stoffe genährt wurde, aus dem Körper zu ent-fernen.

Metastatische Gelenkeiterungen und Metastasen in deninneren Organen sind anscheinend operativ nicht behandeltworden. G. Fischer schreibt über die Eröffnung einesmetastatischen Leberabszesses (S. 23): Von Interesse wurdeein metastatischer Abszess nach einem Streifschuss des Schien-beins: Es entstanden nach einigen Wochen Anschwellungund Schmerz im rechten Hypochondrium, worauf die wach-sende Geschwulst mehr nach dem Epigastrium drängteund dann Erbrechen begann. Die Einen hielten die Ge-schwulst für einen Abszess in den Bauchdecken und befür-worteten die Eröffnung, die Anderen für einen metastatischen,dessen Eröffnung nicht angezeigt sei. Das Erbrechen hieltüber einen Monat an und war durch nichts zu stillen; derZustand des Kranken wurde hoffnungslos. Da das Erbrechendurch den mechanischen Druck auf den Magen bedingt seinkonnte, so wurde schliesslich der Abszess mit dem Trokargeöffnet und 360 g stinkenden Eiters entleert. Das Erbrechenhörte auf, der Kranke konnte Wein, Bouillon bei sich be-halten, starb indessen nach 4 Tagen. Ein kindskopfgrosserEiterherd mit 2 Quart Eiter lag im hinteren Theile desrechten Leberlappens, ein ebenso grosser Abszess in denBauchmuskeln im Epigastrium."

Frühere Erfahrungen und derartig traurige Ergebnissebei der Behandlung der einmal ausgebrochenen Pyämieführten naturgemäss von vornherein mit eiuer gewissenDringlichkeit darauf hin, den Schwerpunkt in die Vor-lieugungs-Maassregeln zu verlegen. Dieses Bestrebenmachte sich vorwiegend nach zwei Richtungen hin geltend:in dem Bemühen, den Verwundeten hygienisch möglichsttadellose Lazarethe zu beschaffen, und in der Art derWundbehandlung. Lazaretheinrichtungen und Baracken-anlagen haben, wie bei Erörterung der Entstehung undVerbreitung der Pyämie auseinandergesetzt worden ist, denin dieser Hinsicht gehegten Erwartungen vielfach nichtentsprochen; auch von den damals geübten Methodender Wundbehandlung hat keine vor der anderen einenhervorragenden Erfolg errungen, geschweige denn diePyämie zu verhüten vermocht. Eine streng antiseptischeMethode ist fast nirgends durchgeführt worden. 1 )

G. Fischer konnte noch in seinen kriegschirurgischenErinnerungen das Oeffnen der Eiterherde mit in Karbol-säure getauchten Messern, das Ueberrieseln der Wund-

! ) Vergl. Merzu den zweiten Abschnitt des ersten Kapitels,S. 22 ff.