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IT. Kapitel: Wundkrankheiten.
Band III. Alkem.l
der Darmschleimhaut; dieselben wurden als einfache,mehr oder minder bedeutende Blutüberfüllungen undSchwellungen und als katarrhalische, auch diphtherischeEntzündungen angesprochen.
Fast regelmässig war die Milz vergrössert, oft in er-heblicher Weise. Anschwellungen der Leber fanden sichselten, dagegen wurde sie häufig, wie auch die Nieren,als blutreich und getrübt bezeichnet.
B. Pyämie.
Die Aufzeichnungen, welche auf Grund der äusserenBesichtigung der an Pyämie Gestorbenen gemacht woirden,lassen sich kurz dahin zusammenfassen, dass die verschie-densten Grade der Gelbfärbung von dem leicht gelblichenAnflug der Augen-Bindehaut bis zur tieforangegelben Fär-bung der ganzen Körperoberfläche zur Beobachtung ge-kommen sind und dass, wo die ikterische Farbe fehlte, dieHaut zumeist von blassem, schmutzig grauem Aussehen war.In seltenen Fällen sah man Petechien. Je nach derlängeren oder kürzeren Dauer der Krankheit erschien derSchwund des Fettpolsters und der Muskulatur erheblicheroder geringer.
Anderweitig wird mitgetheilt, dass die Gesichts-züge der an Pyämie Verstorbenen meist sehr entstellt,dass Epitheldefekte der Hornhaut häufig, dass die Todten-starre bei muskelstarken Männern in vielen Fällen eineverlängerte sei. Für alle diese Beobachtungen lässt sichaus den Sektionsbefunden des Feldzuges Bestätigendes nichtbeibringen.
Die verschiedenartigen Erscheinungen an den Wun-den wurden bereits bei Erörterung der ursächlichen Ver-hältnisse und der klinischen Erscheinungen besprochen;es kann daher, da die Leichenveränderungen an denselbenunwesentlich erscheinen, auf diese Stellen verwiesen werden.
Die Mittheilungen über den Befund in den innerenOrganen beschränkten sich meist auf eine kurze summa-rische Angabe der aufgefundenen Metastasen. So liestman bei Billroth (S. 106): „Von 35 an Pyämie Gestor-benen sind 21 sezirt. Bei 15 fanden sich Lungeneiter-herde, in einem Falle ausserdem ein grosser Lebereiter-herd; andere metastatische Erscheinungen sind gar nichtvorgekommen. In 6 Fällen ist ausdrücklich vermerkt, dassgar keine Eiterherde bei der Sektion wahrgenommen wurden.14 Gestorbene sind nicht sezirt oder es sind davon wenig-stens keine Sektionsprotokolle vorhanden." Es wurdebereits bemerkt, dass Billroth den Begriff der Pyämiesein - weit fasste.
H. Fischer giebt kurz an: „Fast in allen Fällen derembolischen Form der Pyämie fanden sich bei der SektionLungeninfarkte; Leberinfarkte sahen wir seltener, es kamenaber auch Fälle ohne Infarkte vor."
Bei den an multipler Pyämie in Schüller's Behand-lung Verstorbenen wurden in den Lungen stets, auch oft
in Leber und Milz die charakteristischen Eiterherd» |funden.
So ein beobachtete unter 48 an Pyämie GestortnJwelche zur Sektion kamen, 5 mal keine Metastasen,anderen 43 wurden metastatische Herde nachgewiesen!zwar:
Lungeninfarkte....... 35 mal
Lebereiterherde....... 11 „
Milzeiterherde.......6 „
Niereneiterherde......3,
Eiterherde im Herzfleisch ... 1 .,Eiterherde in der Vorsteherdrüse 1 „
Eiterherde im Unterhaut-Gewebe 13 „
Eiterige Brustfellentzündung . . 16 „
Gelenkeiterungen...... 13 „
Derselbe bringt ausserdem die ervväknenswertheUachtung, dass die Herde sich sehr viel-häufiger undJreicher zeigten bei Verletzungen der Glieder als bei ddes Rumpfes und zwar regelmässig um so häufägetlzahlreicher, je peripherischer an der Gliedmaasse die "WJsich befand. Den Grund hierfür glaubt er darin sucklsollen, dass sich mit der weiteren Entfernung der 1vom Herzen die günstigen Bedingungen für die Throiü)bildung mehren.
Unter den beiden pathologischen Anatomen vo:Arnold und Klebs, welche über ihre ThätigtslHeidelberg und Karlsruhe eingehender Bericht eisaThaben, bringt der Erstere ein Verzeichniss derverlaufenen Schussverletzungen mit Angabe der'änderungen der inneren Organe, Gelenke und Gelsowie der Todesursachen, das insbesondere für <logisch-anatomischen Befund bei Pyämie und !von hohem Interesse ist.
Aus derselben ergiebt sich Folgendes: „Von Jletaäjfanden sich am häufigsten diejenigen der Lungen10 mal (9.i £) in der rechten, 15 mal (13.sf) in der 1und 49 mal (44.i £) in beiden Lungen. Es wurdenbei 111 an Pyämie und Septicämie VerstorbenenLungenmetastasen angetroffen, d. h. bei 66.7$. &sind die Metastasen in anderen Organen; in der 1wurden 11 mal, in der Milz 5 mal und in der Niere Imetastatische Herde nachgewiesen. Entzündungen |Gelenke kamen mehrfach vor." Unter 100 FällenVerwundung mit tödtlichem Ausgang, welche Kleb^lsind nach ihm 68 an akuter, 5 an chronischerzu Grunde gegangen. Bei 32 dieser Gestorbenen isekundäre Lungenerkrankungen vorhanden und zwar-fkeilförmige Herde (2 mal in Form blutiger Infarkte),miliare Eiterherde, 4 mal diffuse Hepatisation, ä>2 mal mit Eiterherden. Nur 8 mal wurden Metaa|in der Leber nachgewiesen; von den übrigen 0t(waren nur noch die Milz in 4 Fällen und die NieKf2 Fällen betheiligt.