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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
Entstehung
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ndlll. Allgem. Theil.

TU. Abschnitt: Pyämie und Septicämie.

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Eine weitere Reihe von 124 Sektionsberichten in den

Feldzuffs-Akten über Pyämiefälle mit Metastasen, welcheacli dieser Richtung hin vollständig scheinen, ergab folgende

Veränderungen:

Metastatische Lungenerkrankungen . 112

Lebereiterherde........ 46

Milzeiterherde ........ 10

Niereneiterherde........ 6

Eiterherde in der Ohrspeicheldrüse . 2

Eiterherd in der rechten Brustdrüse . 1Eiterherde im Unterhaut-Gewebe und

in der Muskulatur...... 10

Gelenkeiterungen ........ 5

Eiterige Brustfellentzündung ... 4(5

Endocarditis ......... 1

Bauchfellentzündung ...... 3

Geschwüre im Krummdarm .... 1

Metastasen in Gehirn und Rückenmark sind nicht an-fefükrt.

Nach diesen Zusammenstellungen erweisen sich dieingen weitaus am häutigsten als der Sitz metastatischerIterungen. Wo die Eiterherde und Infarkte der Lungen-perfläche näher lagen, waren sie meist mit Faserstoff- undIterablagerungen auf dem Brustfell verbunden. Vielfachnrden auch Brustfell-Ergüsse faserstoffig-eiterigen Charak-und, falls Ikterus vorhanden, meist von gelblicherp>bung aufgefunden. Dieselben scheinen meist nicht vondeutender Grösse gewesen zu sein. Blutpunkte undlössere Blutergüsse der Pleura kamen gleichfalls mehrfachor. Vereinzelt konnte die Entstehung eines Pyopneumo-horax durch Eröffnung eines metastatischen EiterherdesIch der Brustfellhöhle hin durch die Sektion nachgewiesenerden. So bei Kirchner in Fall 2, 143, 156.

Durchbrach der Herde nach den Bronchien hin wurdeenfalls wahrgenommen (vergl. oben die Krankengeschichtenenter). In den Bronchien und ihren Aesten fandenfch mehr oder minder bedeutende Katarrhe; die geröthetegeschwollene Schleimhaut war zumeist bedeckt vonhleimigen und eiterigen Massen.

In den Aesten der Lungenarterie waren bald embolische^rinnsel nachweisbar, bald nicht. Das Verhältniss derbomben zu den Metastasen wurde bereits früher erörtert.Genauere Beschreibungen der metastatischen Ver-Ilerungen im pathologisch-anatomischen Sinne wurden,Bgenommen von Klebs, fast nirgends geliefert. In-pen berechtigen die mannigfachen für die Metastasen-tangen verwandten Bezeichnungen zu der Annahme,p dieselben in recht verschiedener Form und Art auf-reten sind. Neben den BezeichnungenLungeninfarkte''lobuläre Herde", welche vorwiegend häufig wieder-bren, wurden namentlichPneumonie",Bronchopneu-p»e",diffuse Pneumonie",Hepatisation",Lungen-erherd" angegeben.

Sanit'its-Bericht Über die Deutschen Heere 1870/71. III. Bd. Allgem. Theil.

Klebs führt aus, dass die metastatischen Herde derLunge, ausgezeichnet durch ihre keilförmige Gestalt undihre Vielfältigkeit, in ihrer morphologischen Beschaffenheitwechselten vom hämorrhagischen Infarkt und der rothenHepatisation bis zum Eiter- und Brandherd.

Für 4 Fälle diffuser Pneumonie, welche er auf Grundspäterer Beobachtungen den metastatischen Herden gleich-zustellen geneigt ist, berichtet er von der gewöhnlichenForm der Lungenentzündung wesentlich abweichende Be-funde.Es fand sich einmal am 12. Tage nach der Ver-letzung eine rothe, körnige Hepatisation des linken unte-ren Lungenlappens. Unter den 3 anderen Fällen, wo derTod am 20., 21. und 24. Tage eintrat, zeigte sich bei demersten eine j,eigenthümliche sehr weiche, graurothe Hepa-tisation im rechten unteren Lappen, die im Centrum gelb-lich, fast breiig zerflossen ist", beim zweiten war die rechteLunge durchwegroth hepatisirt, wenig körnig und enthieltzahlreiche trockene, gelbe und eiterige Herde"; bei demdritten ist gleichfalls der rechte untere Lappen in einemZustandebrauner, feinkörniger Hepatisation, an einerStelle in eine körnige, breiige Masse verwandelt, danebenlobuläre gallartige Herde".

Ueber die Zahl, Grösse, Gestalt und hauptsächlicheStelle der metastatischen Lungeneiterherde lässt sich eben-falls nur wenig beibringen Die meist vorhandene Viel-fältigkeit wurde bereits hervorgehoben; 20 bis 30 Infarkteund Eiterherde wurden mehrfach beobachtet. Auch dieAngabezahllose Metastasen" liest man. VereinzelteEiterherde waren anscheinend sehr selten. Berichtet wirdein solches Vorkommniss aus dem 9. Feldlazareth IL Armee-korps. Das Leichenöffnungsprotokoll bemerktvereinzelterbohnengrosser Eiterherd in der rechten unteren Lunge;Höhlenflüssigkeiten gelblich gefärbt".

Betreffs der Grösse ist anzuführen, dass miliare Eiter-herde und solche von Erbsen-, Bohnen- und Taubeneigrösseund darüber zur Beobachtung gekommen sind. Die Gestaltwar zumeist eine keilförmige; gingen die Eiterherde ineinander über, eine unregelmässige; der Sitz häufiger inbeiden Lungen als in einer und zwar zumeist in denhinteren Abschnitten der unteren Lappen.

Eitrige Brustfellentzündungen, welche, wie bereits an-geführt, als Folgezustände der an der Lungenoberflächegelegenen Herde beobachtet wurden, kamen auch ohnediese vor;metastatische Pleuritiden".

Metastasen im Herz fleisch müssen nach den Leichen-befunden des Feldzuges als ein ausserordentlich seltenesVorkommniss bei Pyämie angesprochen werden. Klebsberichtet (unter No. 68 und 86) 2 derartige Fälle.

Auch Endocarditis und Herzbeutelentzündung kamennur vereinzelt vor (Fall 140 bei Kirchner.)

Dagegen war die Flüssigkeit im Herzbeutel häufigervermehrt und namentlich in chronisch verlaufenen Fällendie Herzmuskulatur fettig entartet.

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