Lnd III. Allgem. Theil.
ITT. Abschnitt: Pyärnie und Septicamie.
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3.Oktober vorgenommen. Danach noch 2 bis 3 Schüttel-röste. Heilung. (Vergl. Graf u. V. Bd. dieses Berichtes,355 No. 70.)
54. B., vom 32. Französischen Linien-Regiment, verwundetm 18. Januar 1871: Schuss durch das linke Fussgelenk mit
Splitterung des Wadenbeins und Bruch des Gelenktlieils des
chienbeins. Eingangsöffnung dicht oberhalb des äusseren
norrens, Ausgangsöffnung zwischen Sprungbein und Fersen-
iein an der inneren Seite. Die vorgeschlagene Absetzung
urde von B. verweigert. Der anfangs gute Verlauf wurde in
;r 4. Woche getrübt. Fieber stellte sich ein, die Eiterung
urde sehr reichlich, der Kranke magerte sichtlich ab. Als
lieh sogar Schüttelfröste einstellten, gab B. die Zustimmung
r Absetzung des Unterschenkels; dieselbe wurde in der
Woche im mittleren Drittel mit Lappenbildung aus der Wade
orgenommen und hatte sehr guten Erfolg. Die Wunde heilte
össtentheils per primam; das Allgemeinbefinden wurde schnell
leder ein gutes. Am 8. März 1871 wurde B. beinahe geheilt
ch Deutschland übergeführt. (Vergl. v. Beck u.V. Bd. dieses
lichtes, S. 351 No. 28.)
55. M. L., vom 2. Zuaven-Begiment, durch einen Schusss rechte Ellenbogengelenk verwundet, wurde zuerst zuwartendhandelt. Nachdem sich aber Schüttelfröste, alle Er-icheimingen der beginnenden Pyämie eingestellt hatten, wurde
de der 3. Woche die Amputation des Oberarmes mittelst deszeitigen Kreisschnittes vorgenommen. In der Markhöhleireits etwas Eiter. Dessenungeachtet blieben die Fröste soforti und es erfolgte gute Eiterung und ungestörte Heilung.■gl. v. Beck.)
06. B. b. C, vom 3. Turko-Regiment, verwundet am.August 1870: Zersplitterung des Ellenbogengelenks und desJ>erarmknochens. Zuwartende Behandlung; sehr reichlichetterung. Erscheinungen beginnender Pyämie. Amputationes Oberarmes mit eiuzeitigem Kreisschnitt. Heilung. Ueber-JBführt Ende Oktober. (Vergl. v. Beck.)
57. M. 0 M., vom 2. Turko-Regiment: Splitterung desälenbogengelenks und des Oberarmknochens. Sehr reichliche
Eiterung, beginnende Pyämie. Amputation des Oberarmesmittels des Kreisschnittes. Heilung. (Vergl. v. Beck.)
58. G., vom 3. Zuaven-Regiment, verwundet am 6. August1870 bei Wörth: Gewehrschussbruch des linken Ellenbogen-gelenks. Am 22. August: Absetzung des Oberarms durch ein-zeitigen Kreisschnitt. Die Operation wurde wegen Eintritts vonPyämie nach dem 3. Schüttelfrost unternommen. Nach Augustkein Schüttelfrost mehr und schnelle Heilung. (Vergl. Dominik,Militärärztliche Zeitschrift Jahrg. 1876 S. 109 und V. Banddieses Berichtes, S. 73 No. 28.)
H. Fischer sagt: „Die Gesammtsterbliehkeit unter denPyämischen betrug 85.4 g; von den Genesenen litten 6 ander embolischen, 2 an der septieämischen Form der Pyämie.Beide Formen waren im Allgemeinen gleich verderblich:von den an der embolischen Form der Pyämie Erkranktengenasen 13.3 §, von den an der septieämischen 20 g." Ab-gesehen von Esslingen, wo von 9 Pyämischen nur 2starben 1 ), und von Hanau 2 ), wo von 17 an „ausgesprochenerPyämie" Erkrankten 10 genasen — Angaben, welche wohlmit entschiedener Vorsicht aufzunehmen sind — wurdenähnlich günstige Ergebnisse kaum noch erzielt; doch seinoch darauf hingewiesen, dass in der Johanniter-Barackeim Garten des Seminars zu Pont ä Mousson 3 ) die meistenPyämischen, in Wunstorf 4 ) 6 Mann mit vermeintlicherSepticamie, sowie schliesslich im Reservelazareth Dessau 5 )einige Verwundete mit „leichten pyämischen Erscheinungen"gerettet sein sollen.
1 ) Yergl. vorstehend S. 147.
2 ) Ebendaselbst.
3 ) Vergl. ebendaselbst S. 141.
4 ) Vergl. ebendaselbst S. 148.
5 ) Vergl. ebendaselbst. S. 146.
V. Leichenbefund.
A. Septicamie.
Der Leichenbefund der an Septicamie Verstorbenenrietet im Allgemeinen des Charakteristischen wenig, undlie meist sehr knapp gehaltenen Sektionsberichte erwähnenI die hauptsächlichsten Erscheinungen:
Angeführt werden die schmutzige, leicht gelblicheFarbe und die schnelle Fäulniss der Leiche, besondersunvollständig geronnenen Blutes. Veränderungen inp Färbung der Muskulatur, welche anderweitig als derPpticämie eigentümlich angegeben werden, finden sichprgends erwähnt, ebenso wenig Aufzeichnungen bemerkens-fertlier Befunde in Gehirn, Bückenmark und Herz.
In den Lungen konnte fast regelmässig passive Blut-beriüllung und vermehrte Schleimabsonderung seitens derironcmen nachgewiesen werden; Lungenödem und Hypo-
stasen kamen ebenfalls, jedoch seltener vor, auch diffuseLungenentzündungen und namentlich Hepatisationen derunteren Lungenlappen sind nicht ganz selten gewesen; weitweniger häufig waren unbedeutende Ergüsse von blutig-seröser, in selteneren Fällen von serös-eiteriger Flüssigkeitin die Brustfellhöhlen. Blutpunkte auf dem Rippenfellwurden nirgends angegeben.
Wie in den Brustfellhöhlen wurden auch in dem Herz-beutel manchmal unbedeutende Mengen trüber sei'öser,bisweilen leicht blutig gefärbter Flüssigkeit aufgefunden,Endocarditis dagegen ward selten beobachtet. Die Mus-kulatur des schlaffen Herzens war meist von blassbräun-licher Färbung und brüchiger, weicher Beschaffenheit.
Auch in der Bauchhöhle fanden sich ab und an ge-ringfügige Ergüsse; vielfach verknüpfte sich mit denselbenleichte Gasauftreibung. Sehr häufig waren Veränderungen