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IL Kapitel: Wundkrankheiteu.
Band III. Allgem, TleJ
den Lungen nur noch links unten und hinten geringe Dämpfung.Ein kleines Stück Blei wird 5 cm unter der Eingangsöffnungherausgenommen. Am 10. November: Ein kleines Schienbein-knochenstück entfernt. Von da ab ging die Heilung rasch vor-wärts; am 2. Dezember 1870 erfolgte im besten Befinden dieUeberführung. (Vergl. Kirchner.)
43. C. W., verwundet am 6. August 1870 bei Wörth:Schuss durch die Wade ohne Knochenverletzung. Eingangs-öffnung an der inneren Seite, ziemlich gross. Am 16. August:Erste Blutung; bis zum 17. Morgens noch mehrere, sich inHeftigkeit steigernde Blutungen. Am Morgen des 17. August:Spaltung der Eingangsöffnung, welche in eine grosse, mit übel-riechenden Blutgerinnseln gefüllte Höhle führte. Die Gerinnselwurden ausgeräumt, und nach langer Mühe wurde in der Tiefedas spritzende Gefäss, die hintere Schienbeinarterie, entdecktund unterbunden. Niemals trat aus derselben eine Nachblutungein, wohl aber bereits am 18. August mehrere heftigeSchüttelfröste. Längere Zeit hohes Fieber, danachBesserung. Am 1. September: Erneutes Fieber; umschriebeneLungenentzündung wurde gefunden. Besserung. DanachWundliegen auf dem Kreuzbein mit Blutungen. Besserung.Leichter Hospitalbrand. Mitte Dezember 1870 befand sich W.in der Heilung. (Vergl. Lücke.)
44. Th. H., Lieutenant, verwundet am 3. Dezember 1870:Gewehrschuss quer durch das obere Drittel des linken Unter-schenkels mit Knochenverletzung. Mitte März 1871: Schüttel-frost mit Erbrechen als Zeichen eingetretener Pyämie (V), Wund-rose, Lymphgefäss- und Lymphdrüsenentzündung am ganzenlinken Bein, Benommenheit des Kranken, übelriechende Wund-absonderung, wiederholte Schüttelfröste,Durchfälle, Gelb-färb ung der Haut und der Schleimhäute, ausserordentlichhohe Eigenwärme (42°), Entzündungen des linken Fuss-,Knie- und Schultergelenks stellten sich ein und Hessen dieKrankheit als sicher tödtlich erscheinen. Fast sterbend wurdeder Kranke ins katholische Krankenhaus zu Berlin gebracht,wo er dank der vorzüglichen Pflege und der grossen Wider-standsfähigkeit seines Körpers genas. (Vergl. Spez. Th. diesesBandes, S. 1144 No. 56.)
45. R. K., verwundet am 18. August 1870: Bruch beiderUnterschenkel im unteren Drittel durch Gewehrschuss. ZweiMonate später Verschlechterung des Allgemeinbefindens undSchüttelfröste. Nach Herausnahme vieler Knochensplitter,Hosenfetzen und Kugelstückchen tritt Schüttelfrost nicht mehrauf, die Eiterung lässt nach. Im April 1871: Geheilt. (Vergl.Spez. Th. dieses Bandes, S. 1161, No. 120.)
46. H., vom 2. Badischen Grenadier-Regiment No. 110,verwundet am 18. Dezember 1870: Schuss durch das linkeFussgelenk mit Eröffnung des letzteren und Bruch beiderUnterschenkelknochen. Durch Anlegung eines Gypsverbandeswurde die Erhaltung der Glied maasse versucht. Plötzlich bekamdie Wunde schlechtes Aussehen, diphtherischen Belag. Dabeidrohende Pyämie, worauf in der 2. Woche die Absetzungdes Unterschenkels mittels Kreisschnittes vorgenommen wurde.Der Verlauf war ein guter, die Wunde heilte. Am 21. Januar1871 wurde H. als invalide entlassen. Später brach die Narbewieder auf, und H. wurde von Neuem in ein Militärlazarethaufgenommen. (Vergl. v. Beck.)
47. M. Z., verwundet am 6. Oktober 1870: Gewehrschussins rechte Fussgelenk. Anfang Dezember zwei Schüttelfröste,hohes, lang andauerndes Fieber. Späterhin Typhus. MitteFebruar 1871: Geheilt mit vollständiger Steifheit des Gelenks.(Vergl. Spez. Th. dieses Bandes, S. 817 No. 22.)
48. Chr. Seh., verwundet am 4. August 1870:schuss durch die Mitte des Fussgelenks. Wiederholt Schutt]froste. Geheilt. Anfang Februar 1871 steht der Fusslinnen; noch Eiterung von Fisteln. (Vergl. Spez. Th. MBandes, S. 824 No. 112.) ^^^
49. A. I)., verwundet am 2. Dezember 1870: GewJschuss durch die rechte Fusswurzel. Unter bohem Fieber nöfteren Schüttelfrösten entstanden häufig Eiterherde.;|sich in der 17. Woche der langwierige Verlauf nach Auskraüider Fusswurzelknochen und Spaltung mehrerer FistelnBesten wendete. Am 15. Mai 1871: Geheilt. (Vergl. Spez. 1dieses Bandes, S. 1198 No. 286.)
50. Einschuss innen und vorn vom linken äKnöchel am 21. Oktober 1870. Kugel im Körper,offen. Pott'sche Lagerung, Eis. Am 29. Oktober: Schwell«bis zum mittleren Drittel des Unterschenkels; Einschnitteinen Eiterherd an der Achillessehne. Am 2. Noveril«Starke, übelriechende Eiterung. Längs der Aussenseite IFusses ein bis zur Mitte des Oberschenkels reichender 1licher Streifen, unter dem ein härtlicher Strang fühlbar IHohes Fieber. Am 13. November: Septicämie gesteigeJEigenwärme Abends über 40.0 ° C. Absetzung des Mschenkeis im oberen Drittel. Am 20. November: Wunde seigute, massige Eiterung, geringes Fieber. Am 25. NovemlJUnter Fiebersteigerung grosser Eiterherd in der linlHinterbacke, Absetzungswunde von gutem Aussehen,schnitt in den Eiterherd, Verband nach Lister. Arn 10.1zember: Starke, gute Eiterung im Eiterherd. Absetzungswiiin Heilung. Am 2. Januar 1871: Eiterherd geheilt. BetiilJgut. Am 15. Februar: Stumpf geheilt. Befinden vortrell(Vergl. Kirchner.)
51. Bl., vom 3. Badischen Infanterie-Regiment No. 1Schuss hinter das linke Fersenbein; Kugel steckt. Am3,i10. Tage Schüttelfrost und Kinnbackenkrampf.13. Tage Absetzung unter der Wade mit HautlappenbiläilRasches Verschwinden der beginnenden Pyämie undbackenkrampfes. Heilung. (Vergl. v. Beck u. V. Bd. fa|Berichtes, S. 203 No. 24.)
Franzosen.
52. F., Französischer Sergeant, verwundet aui 6. Aigi1870 bei Spicheren: Schuss durch die Fusswurzel und IFussgelenk. Eingangsöffnung am rechten Kahnbein,Ausgangsöffnung. Fuss und F'ussgelenk heftig geschwolWdoch anfangs wenig Fieber. Ruhige Lagerung, Eis.15. August: Heftige Eiterung, hohes Fieber; die Kugel«aus dem F'ussgelenk herausgeschnitten. Zunehmendes YimSchüttelfröste bei schlechtem Allgemeinben« 1F. verlangt die Absetzung, welche am 29. August im uMDrittel des Unterschenkels ausgeführt wird. Heilung im Nvember vollendet. Kahnbein, Sprungbein, äusserer Knöflwaren zerschmettert, Eiterung im F'ussgelenk und den 1Gelenken des Fusses. (Vergl. Lücke.)
53. H. L., vom 93. Französischen Linien - Regiment,«wundet am 18. August 1870. Schuss durch das rechte F«gelenk; äusserer Knöchel zerschmettert. Entfernung *lKnochenstücke, Lagerung auf der Linhard'schen Schiene,Scheinbar vollständige Heilung. Ende September: Gelenk«getrieben, nicht schmerzhaft. Am 2. Oktober: Schüttelff»!Gelenkentzündung; Durchtränkung des Unterschenkels. Tdem schlechten Kräftezustande des Verwundeten scheut |Absetzung des Unterschenkels das einzige Mittel, dieselbe'
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