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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
Entstehung
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III. Allgem. Theil.

III. Abschnitt: Pyämie und Septicämie.

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engelenk. Am inneren Knorren Druckbrand von Zweithaler-je. Allgemeinbefinden bessert sich. Arm schwillt ab. 28. Ja-1871: Heimwärts gesandt. (Vergl. Kirchner.)

19. Sp., vom 3. Niederschlesischen Infanterie-Regiment50, verwundet bei Wörth am 6. August 1870, wurde am

August 1870 mit einem Schussbruch der Speiche dicht unterEllcubogengelenk in das Lazareth aufgenommen. In denchsten Tagen traten wiederholt heftige arterielle Blutungendie auf Fingerdruck und Eisbebandlung zwar standen, aber;h wiederkehrten. Dabei hohes Fieber, Infiltration des Armes,I Blutleere. Am 18. August 1870 wurde die Amputation«armes im unteren Dritttheile mittels einzeitigen Kreis-ittti vorgenommen. Zu der Appetitlosigkeit und dem Fieberillte sich am Abend nach der Operation ein heftiger Frost-all nebst Durchfall. Ersterer wiederholte sich einigedann aber wurde das Allgemeinbefinden besser, die Granu-n schritt gut voran, der Kranke erholte sich und konnteleben nach der Amputation in die Heiuiath übergeführtIn.

Oeffuung des abgesetzten Unterarmes: Eitersenkung bis

.as Ligament, carpi. Die Elle an einer Stelle von Beinhaut

ilösst, die Speiche unter dem Köpfchen gesplittert, die Art.

Jalis durch die Splitter verletzt. (Vergl. v. Beck und V. Band

s Berichtes, S. 46 No. 248.)

20. C. H., verwundet bei Wörth, kam am 8. August 1870as Elisabethstift zu Darmstadt: Schussbruch des Ellen-bs. Der Schuss ging schräg durch das Gelenk und hatteugsweise den Oberarmknochen verletzt. Starke Sehmerz-gkeit. Lagerung in Blechschiene und Eis. Am 11. August

werden Stücke der Kugel nebst einem Stück des inneren

barmknorrens ausgezogen. Am 24. August 1870 Entfernung

[Knochensplitter, das Bruchende des Oberarmknochens wird

»sägt. Gypsverband. Hohes Fieber in Mitte September.

in das Zelt verlegt. Am 14. September 1870 Heraus-

ne eines abgestorbenen Oberarmstückes. Zellgewebsentzün-

am Arm, mehrfache Schüttelfröste, Einschnitte,

pülungen. Erst Mitte Oktober Besserung. Nachher noch

"Eiterherdöffnungen. Endlich Heilung und Entlassung Mitte

mit völliger Steifheit des Gelenks. (Vergl. Lücke, S. 40

37 und Spez. Th. dieses Bandes, S. 705 No. 40.)

B. Y\'. M., Füsilier, verwundet am 16. August 1870:jehrschuss durch den rechten Ellenbogen, Bruch des Ober-nochens. 12. September 1870: Starke Anschwellung, hohes*r, Irrereden. 14. September 1870: Schüttelfröste,der, Karbolsäure verband. Nach Ueberstehung einespsen Fiebers ging die Heilung gut von statten und war24. .März 1871 vollendet. (Vergl. Spez. Th. dieses Bandesfi No. 33.)

J^- G., Grenadier: Gewehrschussbruch der rechten Elle* r Nähe des Ellenbogengelenks mit Splitterung bis in die' Im Dezember 1870: Reichliche Eiterung, heftigePerzen, hohes Fieber, Schüttelfröste und Kräfteverfall.lEinschnitte; Chinin; kräftige Nahrung. Heilung. (Vergl. Th. dieses Bandes S. 709 No. 90.)

<=s. C. S., vom 2. Rheinischen Infanterie-Regiment No. 28,B. Dezember 1870: Schussbruch der rechten Hand undbuken Ellenbogens. Absetzung des linken Oberarms amezemher. Am 1. Januar 1871: Blutung aus der Amputations-e. Am 12. Januar: pyämisehe Erscheinungen, welcheh nach Itägiger Eis- und Chininbehandlung weichen.'' (Vergl. V.Band dieses Berichtes, S.42 No.219.)

24. H., vom 3. Badischen Infanterie-Regiment No. 111,erhielt einen Schuss durch die rechte Hand; dieselbe war in derGegend des 3.Mittelhandknochens durchbohrt, letzterer selbst zer-schmettert. Ausserdem hatte H. einen Schuss durch den rechtenUnterarm erhalten mit Splitterbruch der Speiche in der Mitte.Auf dringenden Wunsch des Verwundeten ward die erhaltendeBehandlung eingeleitet. Die anfangs gute Eiterung wurdebald missfarbig; Fieber, Appetitlosigkeit, Schüttelfröstestellten sich ein. Unter diesen Umständen wurde am 11. Tagedie Amputation dicht über dem Ellenbogengelenk mittels deseinzeitigen Kreisschnittes vorgenommen. Sehr bald bessertesich das Befinden, die Schüttelfröste blieben weg, die Wundeheilte schnell. H. konnte 20 Tage nach der Operation geheiltübergeführt werden. (Vergl. v. Beck.)

25. J. Seh.: Splitterbruch des linken Unterarms durchSchuss am 24. August 1870. Anfang Januar unter heftigenSchüttelfrösten Zellgewebsentzündung. Wunden mit schlechtaussehendem Belage bedeckt, gelbliche Gesichtsfarbe. EndeJanuar 1871: stärkere wiederholte Blutungen und unter hohemFieber Vergrösserung der Wunden bis zu einem Durchmesservon 8 bis 11 cm. Pyämie und Hospitalbrand. Geheilt.(Vergl. Spez. Th. dieses Bandes, S. 956 No. 217.)

26. W. P.: Gewehrschussbruch der Mittelhand am 24. August1870. Am 7. September und einige Tage nachher starkerSchüttelfrost, bedeutendes Fieber, jauchige Eiterung.Metastatischer Eiterherd von der Grösse eines Kindskopfesam Gesäss. Heilung. (Vergl. Spez. Th. dieses Bandes, S. 971No. 323.)

27. Schuss durch das linke Handgelenk und die Mittelhand-knochen. Schwere pyämisehe Erscheinungen in Folgetiefer Zellgewebsentzündung. Heilung mit Steifheit und geringerGebrauchsfähigkeit des Gliedes.

28. D., Lieutenant, wurde vor Beifort verwundet. EndeJanuar 1871 kam er nach manchen Ueberführungen in Breslauan und wurde auf dem Lande von H.Fischer behandelt. DieKugel war über dem Stilfortsatz der linken Elle eingetreten,hatte in ihrem Verlaufe das Handgelenk eröffnet, den 3. und2. Mittelhandknochen zertrümmert und war über dem Mittel-hand - Fingergelenk des Zeigefingers ausgetreten. Die Handwar sehr stark geschwollen, die Haut lebhaft geröthet, starkeSchmerzen bestanden. Es wurden daher mehrere Einschnitte,verbunden mit Herausnahme vieler kleiner Splitter vom 2. und?>. Mittelhandknochen gemacht, darauf warme Umschläge ge-legt. D. fieberte von Anfang an sehr lebhaft, bald traten un-regelmässige Schüttelfröste, leicht gelbliche Färbung,verbunden mit gastrisch - nervösen Erscheinungen und tiefemVerfall der Kräfte, auf. Diese schweren und äusserst bedroh-lichen Störungen des Allgemeinbefindens dauerten über 14 Tage;inzwischen entwickelte sich an der Hand eine tiefe Zellgewebs-entzündung, welche sich schnell über den Unterarm erstreckte.Mehrere Abszesse mussten theils in der Hohlhand, theils amUnterarm eröffnet werden. Danach besserte sich das örtlicheLeiden, die Zellgewebsentzündungen kamen zum Stillstand, undallmälig schwanden dann auch die Störungen des Allgemein-befindens. Die Heilung verlief indessen sehr träge. Das Hand-gelenk blieb steif, die Finger wenig beweglich, das Glied un-förmlich und wenig brauchbar. (Vergl. Spez. Th. dieses Bandes,S. 729 No. 63.)

29. A. H., Grenadier vom Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiment No. 2, war am 18. August 1870 verwundet, und zwarwurde der rechte Unterschenkel durch einen Granatsplitter

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