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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
Entstehung
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nd III. Allgem. Tlieil.

III. Abschnitt: Pyämie und Septieämie.

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ier ist es wiederum So ein, welcher an der Handes Beobachtungsmaterials schon damals die gegenwärtigItige Ansicht über die Entstehung des Schüttelfrostessprach. Er sagt:Es herrscht noch vielfach der Glaube,jedem Frost die Bildung eines neuen metastatischenBerdes entspreche; dies ist entschieden irrthümlich. Z wal-lt nicht zu leugnen, dass ein jeder metastatischer Herdme neue Quelle für das Eindringen pyrogener Stofl'e insut abgeben kann, aber nothwendig ist dies nicht und nur

günstigen Eesorptionsbedingungen wird es zutreffen,zweifelhaft ist es, dass der Schüttelfrost von einem

dien und massenhaften Eindringen der Fiebererreger

längt, oder, was das Gleiche ist, mit einem jähen An-

igeu der Temperaturkurve jedesmal zusammentrifft. Die

.ufigkeit dieser Erscheinung bei der Pyämie rührt daher,

Kss nicht wie bei der Septicämie eine beständige Aufnahme

me verderblichen Stoffe stattfindet, sondern eine unter-

Bchene. Daher auch die charakteristischen Fieberanfälle

ausgesprochenen Zwischenzeiten. Diese zeitweilig unter-chene Entleerung pyrogener Substanzen in die Blut-Bse ist unter allen Wundkrankheiten der Pyämie eigen-mlich und kann in einem gegebenen Falle selbstver-Hndlich ebensogut von der Wunde aus geschehen wie vonHein bereits bestehenden metastatischen Herde. UnterB Fallen von Pyämie, in denen keine Schüttelfröste vor-Hnen. landen .sich l)ei der Sektion nur einmal keine

lasen. Auf der anderen Seite wurden in .4 weiterenP, wo ebenfalls keine Metastasen zugegen waren,ige Schüttelfröste bei Lebzeiten beobachtet und zwar

mal 1, 2, 5 und 6." Auch Schüller bestätigt, dass

ihen der Zahl der Fröste und der Zahl der Eiterherdele l ebereinstimmung zu bemerken gewesen sei.

Ueber den Typus des Fiebers sind nur spärliche Mit-lungen vorhanden. Die wenigen genauen Temperatur-

idmungen bestätigen die bekannte Thatsache des

omrnen unregelmässig intermittirenden Charakters mitlen Erhebungen und Abfällen, mit längeren und kürzeren

lassen und selbst fieberfreien Zeiten von ein- und niehr-

;er Dauer.

Als Grund dieser charakteristischen Temperaturenle fälschlich ebenfalls vielfach Embolie angesprochen,«en, wie die eben aufgeführte Mittheilung Socin'sist, auch bereits diejenige Erklärung gegeben, welcheals allgemein angenommen dasteht.Der Puls war im Beginn der Krankheit meist voll und'ig und betrug 100 bis 120 Schläge, um im weiteren'Ule bis zu 150 Schlägen und darüber zunehmendch und klein, kaum fühlbar zu werden.tAusser dieser wiederum theilweise in der Fieberhöhendeten Erscheinung und ausser vereinzelten Beobach-_m von Entzündung des inneren Herzüberzugesmg.B des Herz beutels sind krankhafte ErscheinungenerfB 18 des Hens nirgends aufgeführt.

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Als gleichfalls auf der schweren, gewaltigen Fieber-verzehrung beruhend sind zu nennen die fast immer vor-handene ausserordentliche Empfindlichkeit, die gegendas Ende hin in Gleichgiltigkeit übergeht, der ausser-ordentlich rasche Verfall der Kräfte, die überaus schnelleGewichtsabnahme, die, wenn nicht Gelbfärbung vor-handen, blasse, fahle Farbe der äusseren Haut, der häufigangstvolle, schwerleidende Ausdruck des Gesichts.

2. Metastasen und deren Folgen. Petechien undGelbfärbung der Haut.

Nächst den Frösten und dem charakteristischen Fieberbeanspruchen die durch Metastasen gesetzten Erschei-nungen ein hervorragendes Literesse. Am häufigsten und ammeisten ausgesprochen waren die durch Metastasen in denLungen hervorgerufenen Symptome. Diejenigen Fälle, indenen die Leichenöffnung Lungeninfarkte bezw. -eiterherde er-gab, und die während des Lebens ohne Erscheinungen seitensder Athmungsorgane verlaufen waren, gehören zu den Selten-heiten. In einem Theil der Fälle waren die Erscheinungenunerheblicher Natur: beschleunigte Athmung, Katarrh, leichteAthemnoth Hessen Veränderungen im Lungengew r ebe nurvermuthen; in der Mehrzahl jedoch traten heftige Symptomeauf: äusserst beschleunigte Athmung, quälender Husten,rostfarbener Auswurf, lebhafte Stiche, grosse Athemnoth,und als Ursache derselben liess sich eine Lungenentzündung,meist Lungen- und Brustfellentzündung, weniger häufig einBrustfellerguss objektiv nachweisen.

Abweichend hiervon berichtet Schüller, dass dieUntersuchung der Brust- und Bauchorgane bei Pyämiemeist nichts ergab, trotzdem bei der Leichenöffnung in denLungen stets, auch oft in Leber und Milz die charakte-ristischen Eiterherde gefunden wurden. Die entzündlichenErscheinungen waren vorwaltend, in einem grossen Theileder Fälle jedoch mit Veränderungen des Brustfells ver-bunden, und zwar mit Faserstoff-Belägen und faserstoffig-eiterigen Ergüssen. Vereinzelt ist es in Folge der Er-öffnung eines Lungeneiterherdes in den Brustfellsack zurBildung eines Pyopneumothorax gekommen. Einen ge-heilten Fall dieser Art beschreibt Lücke. Ein Durchbruchnach den Bronchien hin wird nur einmal aus dem Baracken-lazareth zu Aachen mitgetheilt. Der Bericht sagt:DiePyämie verlief stets unglücklich mit Ausnahme eines Fallesvon Aussägung des Ellenbogengelenkes, wo nach Erkrankungunter den Erscheinungen der Pyämie der Verwundete nachEntleerung eines grossen Luugeneiterherdes nach aussenvollständig genas."

Lungenbrand, verursacht durch Metastasen, wurdenirgends verzeichnet.

Von den sonstigen auf Metastasenbildung beruhendenSymptomen sind am häufigsten erwähnt Schmerzen in derLebergegend. In den entsprechenden Leichenöffnungs-berichten finden sich häufig Lebereiterherde zumeist von

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