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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
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II. Kapitel: Wundkrankheiten.

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erheblicherer Ausdehnung angegeben, so dass die Leber-schmerzen für die Diagnose namentlich grösserer meta-statischer Eiterherde in der Leber werthvoll erschienen;nicht selten indessen verliefen dieselben vollkommensymptomlos, und ihr Vorhandensein wurde erst durch dieLeichenöffnung aufgedeckt. Umgekehrt berichtet Schüller2 Fälle, in welchen Leber und Milz vergrössert und un-gemein schmerzhaft waren, ohne dass bei der Leichen-öffnung ausser Blutüberfüllung etwas zu sehen war. An-schwellung derLeber als klinischer Befund wurde überhauptnur selten vermerkt. In einem chronisch verlaufenden Fallevon Schusswunde des linken Schienbeins aus dem Ludwigs-burger Reservelazareth, wo diese Angabe vorhanden, ent-sprach derselben im Leichenbefund der Vermerk:grosserLebereiterherd". Die Lebereiterherde boten ausser ihrerHäufigkeit, durch die sie den Lungenmetastasen zunächst,wenn auch lange nicht gleichkamen, einen weiteren Ver-gleichungspunkt mit denselben dadurch, dass auch sie ge-legentlich durchbrachen und so zu abgekapselten Eiter-herdbildungen in der Bauchhöhle oder zu allgemeinerBauchfellentzündung geführt haben. Klebs bemerkt hin-sichtlich der Leberaffektion, dass dieselbe den tödtlichenAusgang erheblich beschleunigt habe und dass sie imVergleich zu der Lungenaffektion bedeutend später aufge-treten sei.

Die Metastasen in der Milz, an und für sich nichthäufig, sind während des Lebens nicht erkannt worden.Schmerzen in der Milzgegend wurden nur selten verzeichnet,desgleichen merkwürdigerweise auch Milzschwellungen,die doch, wie die Leichenbefunde erweisen, zu den regel-mässigsten Befunden bei Pyämie gehörten.

Symptome, welche auf Niereneiterherde hingedeutethätten, sind ebenfalls nirgends angeführt.

Rein metastatische, nicht durch durchgebrochene Eiter-herde veranlasste Bauchfellentzündungen waren sehrselten.

Die Diagnose der metastatischen Gelenkentzündun-gen unterlag in Folge der heftigen Schmerzen, mit welchensie meist begannen, der Anschwellungen, welche sich baldeinstellten und der faserstoffig-eiterigen Ergüsse, zu denensie zu führen pflegten, keiner Schwierigkeit. Zuweilentraten heftige Gelenkschmerzen auf, ohne dass die nach-folgende Leichenöffnung eine wahrnehmbare Veränderungzu erweisen vermochte. Schüller berichtet einen gegen-theiligen Fall: er fand bei einem Pyäinischen eine Eiter-ansammlung im Schultergelenke, ohne dass bei Lebzeitenirgend welche objektiven oder subjektiven Symptome nach-weisbar waren.

Ueber die Zeichen der nur spärlich beobachteten meta-statischen Eiterungen der Ohrspeicheldrüse und der zahl-reicheren Eiterherde im Unterhautzellgewebe und derMuskulatur ist Besonderes nicht hervorgehoben. EinFüsilier mit Kniegelenkschuss, welcher die Amputation ver-

weigert hatte, bekam in der 4. KrankheitswochePyämie eine Vereiterung der linken Ohrspeicheldriislstarb später. 1 ) Bei einem Gefreiten mit derselben!wundung bildeten sich unter Jauchung des Szahlreiche Eiterherde aus, von denen ein liinter|Schlundkopf gelegener von selbst durchbrach. 2 )

v. Beck erwähnt einen Fall sekundärer Ampides Oberschenkels nach Knieschuss, bei welchem die Pam 34. Tage nach der Verletzung, dem 10. natlOperation, unter Erscheinungen der Embolie auf demlTAuge begann und nach 2 Tagen den tödtlichen AiJherbeiführte. Auch Graf berichtet über eine pyiPanophthalmie nach einem Gesichtsschuss mit Adin Genesung.

Weitere Symptome, durch welche sich dieklinisch zu erkennen gaben, sind nicht angegeben,nicht etwa die vereinzelt beobachteten Petechie!Haut und die Gelbfärbung hierher gerechnetsollen. Für die ersteren mag eine diesbezügliche Igeltend bleiben; was die Gelbfärbung betrifft, soeinem nicht unbedeutenden Theile der Fälle, in tJsie vorhanden, Metastasen in der Leber aufgefundenwelche wahrscheinlich zu ihrer Entwickelung mit beigetlhaben. Indessen war Gelbfärbung ohne Lebereittlebenfalls nicht selten, andererseits sah man auchfherde in den Lebern nicht ikterischer Kranken,nach dem Material des Feldzuges, die so häufig beobaGelbfärbung wohl als ein hervorragendes pathognomoiSymptom der Pyämie, nicht aber als zuverlässig 1«JDiagnose der Lebereiterherde betrachtet werden diu

H. Fischer äussert sich betreffs der Gelbfärbung:!rische Erscheinungen fehlten bei den Pyämischen seltolfanden sich in beiden Formen der Pyämie. In einige«!waren dieselben nur leise angedeutet, auf der LederbJAuges und im Harne, in anderen bestand deutlichisprochene Hautgelbfärbung, in 2 Fällen steigerten mSymptome bis zum Ikterus melas." So ein tseinen 72 Kranken 25 mit ausgesprochener Gelbil20 mal bei Pyämischen, 5 mal bei Septicämischen. ><-lgiebt an:die Haut wird welk, fahl, bisweilen ikteiDie pyämische Gelbfärbung ist nach Fischer imhepatogener Natur, er wagt jedoch nicht zu entseMda in einzelnen seiner Fälle der den Gallenausfühin»|abschliessende Schleimpfropf nicht aufgefunden winicht neben ihm ein hämatogener einhergeht, unddeshalb die Natur des Icterus pyaemicus für durchalieh. Schüller dagegen erscheint derselbe, da er häufAbnormität an Leber und Gallenblase nachweisen imehr durch Zerstörung der Blutkörperchen im k»|Blute als durch Gallenaufsaugung bedingt.

i) Vergl. III. Band Spez. Th., S. 790 No. 115.2) Vergl. III. Band Spez. Th., S. 791 No. 126.

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