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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
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II. Kapitel: Wundkrankheiten.

BandHI. Allgem.'nBndlll. -A

Pyämie bei vernarbter Wunde aus dem Reservelazareth zuSprottau, die auch ihres sonstigen Interesses wegen hierPlatz finden mag, erwähnt längere Zeit hindurch täglich2 bis 3 Fröste.

W. N., Füsilier vom Westfälischen Füsilier-Regiment No. 37,aufgenommen am 3. September 1870: Schuss durch den linkenOberschenkel oberhalb des Knies mit Streifung des Knochensder äusseren Seite. Bei der Aufnahme ist die Schusswunde inziemlich gutem Zustande. Am 24. September: Entleerung reich-licher Eitermengen durch Einschnitt in einen Eiterherd an deräusseren Seite des Knies. Am 1. Oktober: Gute Wundheilungund Eiterung. Am 9. Oktober: Wunden fast geheilt; Eiter inder Tiefe nirgends fühlbar. Abends Frostanfall mit starkemSehweisse. Diese Anfälle wiederholen sich täglich bis zum23. Oktober, von wo dieselben ausbleiben; täglich mehrere GabenChinin. Am 24. Oktober: Neuer Frostanfall mit Erbrechen,Schmerz in der Lebergegend, Durchfall. Frostanfälle wieder-holen sich täglich 2 bis 3 mal. Am 4. Oktober: Gelbfärbung;Schwellung des rechten Beines und Armes. Seit dem 24. Ok-tober ist die Wunde ganz geschlossen, weder Eiter, Ent-zündung noch Schmerz in der Umgebung. Fieberanfälle biszum 11. November täglich mehrere Male, Irrereden. Am11. November 1870: Tod.

Leichenöffnung: Auf dem konvexen Theil des rechtenLeberlappens ein grosser Eiterherd.

Ferner findet sich bei einem von Schüller in Han-nover behandelten Falle Schuss durch die rechte Hand-wurzel der Vermerk:Täglich wurden mindestens2 Fröste beobachtet" und bei Kirchner die Angabe, dassselten mehr als zwei Anfälle in 2-4 Stunden auftraten.

Schliesslich hat H. Fischer (Beob. 27) einen durchPyämie tödtlich verlaufenden Fall von Kniegelenkschuss-verletzung beobachtet, bei welchem an einem Nachmittage4 Frostanfälle eintraten, deren jeder durch einen asthma-tischen Anfall eingeleitet wurde.

Auch darüber, ob die Schüttelfröste mit einer gewissenVorliebe zu bestimmter Tageszeit, häufiger bei Tage alszur Nachtzeit auftraten, wie Billroth berichtet, lässt sichaus dem Material des Feldzugs Bestätigendes nicht viel bei-bringen. Gelegentlich der Erörterung der ursächlichen Ver-hältnisse wurde bereits erwähnt, dass der erste Frost nichtselten alsbald nach einer Sondirung oder nach dem Versucheiner Splitterentfernung einsetzte, ferner im unmittelbarenAnschluss an Operationen erschien. Insofern war also derZeitpunkt des Frostes für eine nicht ganz geringe Zahl andie Zeit operativer Eingriffe geknüpft. Lücke berichtet,dass nächtliche Frostanfälle nur selten waren. Schüllergiebt an, dass die Fröste in der Mehrzahl am Nachmittagund Abend wiederkehrten; er erwähnt ferner eines Mannes,bei dem Fröste regelmässig Morgens sich einstellten, undeines anderen (mit Schussverletzung der Weichtheile amSteissbein), bei dem die Pyämie, an der er zu Grunde ging,anfangs für Wechselfieber gehalten wurde. Auch noch vonanderer Seite wird auf eine derartige Regelmässigkeit inder Wiederkehr der Schüttelfröste aufmerksam gemachtund auf die Aehiilichkeit mit dem klinischen Bilde der

Intermittens perniciosa mehr als einmal hingewiesen.Mehrzahl der Beobachter jedoch betont die vollkoJUnregelmässigkeit der Frostanfälle.

Den ersten Schüttelfrost sah So ein unter 86 Krau13 mal zwischen dem 13. und 20.

Tage

123

2411

21.31.41.51.

am

30.35.

46.56.65.96.

Eine weitere, aus dem diesseitigen Materiale gewoiiReihe von 106 Fällen mag diese Angabe ergänzen.denselben wurde der erste Schüttelfrost beobachtet

13 mal zwischen dem 1.

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2521.

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10. Tage

20. ,

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(1 + 1)

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0

(1 + 1)

2

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1

Es fiel also einschliesslich der Fälle Socin's derSchüttelfrost in 142 Fällen

13 mal zwischen den 1. und 10. T«

,5 IL 5, 20.

55 55 21.

31. 40

41. 50,

61. CO

61. 70

71.

55 55 81.

,, 90. 1 100. 2

Fischer hat vor dem 9., Socin vor dem 13keinen Schüttelfrost wahrgenommen, und BeideBeobachtung als bemerkenswerth hervor; die obigajgaben beweisen indessen, dass dies keineswegsRegel übereinstimmt. Unter den 13 Frösten, welche z« jdem 1. und 10. Tage auftraten (3., 3., 3., 5., 6., 7.'9., 9., 9., 10., 10. Tag), fielen 8 vor den 9. Tag undden 39 zwischen 11. und 20. (11., 11., IL, IL, jj

12. Tag), noch 5 vor den 13., mithin 18 von 106 vn;|

13. Tag.

Was die Entstehung des Schüttelfrostes angelüberwog neben einigen anderen Erklärungsweisen wlmehr rein geschichtlichem Interesse die Anschauunger durch thromboembolische Vorgänge bewirkt

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