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II. Kapitel: Wundkrankheiten.
Band III. Allgem.'
etablirt, wo sich unmittelbar vorher in der Zeit vom 16. bis20. August zahlreiche Verwundete angehäuft hatten, ohnedass ihnen die nöthige Sorgfalt zu Theil werden konnte,verlor in der Zeit vom 20. bis 31. August von 23 Operirten3 durch Septicämie; während des September mehrten sichdie Erkrankungen und gingen namentlich viele Operirte anSepticämie zu Grunde; Pyämie wurde nur in einem Fallemit Sicherheit nachgewiesen.
Die 2. Sektion des 6. Peldlazareths IX. Armeekorpserwähnte aus Villers aux bois vom Oktober eines Todes-falls durch Pyämie (Soldat des 85. Infanterie-Regiments,Schussbruch des linken Oberarms, am 18. Tage Auslösungam Schultergelenk, 14 Tage darauf gestorben an Pyämie,ohne dass Schüttelfröste aufgetreten wären).
Zu Marange 1 ) vor Metz lagen die zahlreichen Ver-wundeten in einem grossen luftigen Gebäude uud heizbarenZimmern; trotzdem Ruhr und Typhus herrschten, konntedas 9. Feldlazareth X. Armeekorps im Allgemeinen überschlechte Wundheilung nicht klagen; nur ein Verwundeterwurde als septicämisch aufgeführt, der, nach Zerschmetterungdes Unterschenkels primär amputirt, 14 Tage nach derOperation starb, und einer als pyämisch, der ausser einemGranatsplitterbruch des Unterkiefers mit grossem Hautverlusteinen Gewehrschussbruch des Oberarms erlitten hatte undam 24. Tage nach der Verletzung starb.
Von den in Folge der Schlacht bei Noisseville ein-gerichteten Feldlazarethen meldete aus Les Etangs 2 ) das1. Feldlazareth I. Armeekorps einen Todesfall im Oktober,das 9. im September 3 Todesfälle als durch Pyämie bedingt,ebenso das 6. aus Avancy zwei.
Nirgends in den zuletzt erwähnten Ortschaften griffdie Infektion weiter um sich. Allein in dem 8. Feld-lazareth desselben (I.) Armeekorps zu Chäteau Gras, 8 )einem Dorf mit schlechtem Wasser, dürftigen Räumlich-keiten, vielen Pfützen und Misthaufen, in welchem vom31. August bis 1. September 323 Verwundete Unterkommenrinden mussten, wurde bei einer am 3. September erfolgtenAuswechselung von 46 Französischen Verwundeten gegenPreussische ein am Oberarm Amputirter schon pyämisch auf-genommen. Trotz sorgfältiger Absonderung dieses wie derübrigen aus Metz gekommenen Kranken starben viele Ver-wundete nunmehr an der Seuche, „deren Ausbreitung bereitsnach 8 Tagen nicht mehr zu verkennen war". Genaue Zahlen-angaben fehlen. Sieben aus Gras nach dem Schloss Laudon-villers 4 ) zu dem in Baracken etablirten 2. Feldlazareth1. Armeekorps übergeführte Verwundete mit missfarbigenAmputationsstümpfen starben hier an Pyämie, doch glücktees daselbst, eine weitere Verbreitung der Wundkrankheitzu verhüten.
J) Vergl. I. Band dieses Berichtes, S.2 ) Vergl. ebendaselbst, S. 124.8) Yergl. ebendaselbst, S. 124.*) Vergl. ebendaselbst, S. 135.
123.
Das 10. Feldlazareth X. Armeekorps konnte aus SeilBuy ungeachtet der schweren Verletzungen und pro[JEiterungen über vollständiges Fehlen von WundkrankkeJberichten.
Aus Courcelles 1 ) bei Metz, wo 200 Verwundete!Kirche, Rathhaus und Schule versorgt wurden, erwähnte I9. Feldlazareth VIII. Armeekorps einen durch Pyämie Jdingten Todesfall nach Schussbruch beider UntersclralJ
Die Kriegslazarethe in Nancy 2 ) spielten diedeutendste Rolle unter den Deutschen SanitätsanstalJim Rücken der kämpfenden Armeen. Doch liegen |spärliche Berichte über den Wundverlauf daselbst vor. ]4. Feldlazareth IX. Armeekorps erwähnte einen im QuamSt. Jean im Dezember vorgekommenen Fall von Wmiinfektion, der einen durch beide Oberschenkelsplitterungen an beiden Oberschenkelknochenschossenen Verwundeten betraf.
Im Kriegslazareth in der Manufacture de tallerlagen im September fast alle von Professor Heisekundär Operirten an Pyämie, trotzdem die Räumhjkeiten die besten Aussichten für eine gute Wundheitboten. Als dann noch Hospitalbrand sich verschieden!zeigte, wurden am 5. Oktober sämmtliche Transportfähil(60) in einem besonderen Sanitätszuge nach Karlstifübergeführt. Vom Oktober bis März kamen aus Sai|keine Erkrankungen an Pyämie mehr zur Kenntniss.
Betreffs der Erkrankungen an Pyämie und Septiaiim Kriegslazareth zu Reniilly siehe vorstehend Seite |
5. Beaumont und Sedan.
Trotz der ungünstigen Bedingungen, unter denen!8. Feldlazareth IV. Armeekorps in Beaumont zuhatte (vergl. vorstehend S. 70), kam daselbst nur 1FIvon Pyämie zur Beobachtung.
In Villers Cernay und Daigny 3 ) wurden nachäBericht des 9. Feldlazareths des Garde-Korps üb«Verwundete aus den Schlachten bei Sedan versorgt. w|diesen brach trotz der Anhäufung von Leichen,haltenden Regenwetters, der mangelhaften Ueberfütawelche der Wundheilung entschiedenen Schaden braajund namentlich häufig Brand der Amputationslappen«ursachte, keine Pyämie aus. In Floing 4 ) rechnete!7. Feldlazareth XL Armeekorps 2 Todesfälle auf PyN(einen Amputirten und einen durch den Hals geschoälVerwundeten), das 9. desselben Korps einen (KniescM
In den im Schlosspark zu Floing errichteten 3 hölzecjBaracken zu 20 Betten, die vom 19. September6. Oktober belegt waren, bis die Kälte zur Bau«
*) Vergl. I. Band dieses Berichtes, S. 125.
2 ) Vergl. ebendaselbst, S. 148 und vorstehend S. 71.
3 ) Vergl. ebendaselbst, S. 143.
4 ) Vergl. ebendaselbst, S. 143 und 144.